US-Konzernchefs kritisieren US-Einwanderungspolitik

US-Konzernchefs kritisieren US-Einwanderungspolitik

Apple & Co haben bereits Mühe, ihren Arbeitskräftebedarf in den USA zu decken.

Die Chefs der US-Top-Konzerne habe in einem offenen Brief die Einwanderungspoltik des US-Präsidenten Donald Trump kritisiert. Sie urgieren einen "historischen Höchststand" an unbesetzten Stellen. Und die daraus resultierenden Schäden, was sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit niederschlägt.

New York. 59 Vorstandschefs großer US-Konzerne wie Apple und Coca-Cola haben vor negativen Folgen der Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump für den US-Arbeitsmarkt gewarnt. Widersprüchliche Entscheidungen führten dazu, dass viele Angestellte mit Ungewissheiten konfrontiert seien, heißt es in dem an Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen gerichteten Schreiben.

In einem offenen Brief an die Heimatschutzministerin schrieben sie, nur wenige Familien würden in die USA ziehen, "wenn die Regierung sie jederzeit und fristlos, manchmal auch ohne Erklärung, wieder zur Abreise zwingen kann". In Nielsens Ministerium ist auch die US-Einwanderungsbehörde beheimatet.

Die Zahl unbesetzter Stellen in den USA habe mittlerweile angesichts des Fachkräftemangels "historische Höchststände" erreicht, warnten die US-Manager. Dies sei der falsche Zeitpunkt, um "Talenten" den Zugang zum US-Arbeitsmarkt zu verwehren. Unterzeichnet wurde das Papier unter anderem von Apple-Chef Tim Cook, Coca-Cola-Chef James Quincey, dem Chef der Investmentbank JPMorgan Chase, Jamie Dimon, oder IBM-Chefin Ginni Rometty.

Die Firmen gehören zum Business Round Table, einer Lobbygruppe, die die meisten der großen US-Unternehmen vereint. Der Runde Tisch hatte in der Vergangenheit bereits Kritik an Trumps Einwanderungspolitik geübt, das Weiße Haus aber zum Beispiel für Steuersenkungen und den Abbau von Regulierungsvorgaben für die Wirtschaft gelobt.

Nun warfen die Unternehmenschefs unter anderem der Einwanderungsbehörde uneinheitliche Regeln vor, die schon dazu geführt hätten, dass Angestellten plötzlich eine zuvor auf Jahre erteilte Erlaubnis entzogen worden sei. In anderen Fällen sei die Erlaubnis für Ehepartner von legal Eingewanderten zurückgezogen worden. "Aus Fairness gegenüber diesen Menschen und um Unternehmen unnötige Kosten und Komplikationen zu ersparen, sollte die US-Regierung nicht mitten im Prozess die Regeln ändern", forderten die Manager.

Erst kürzlich hatte das Gremium Trumps "Null Toleranz"-Politik beim Grenzschutz scharf kritisiert, die zur Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze im Süden der USA geführt hatte. Nach einem empörten Aufschrei im In- und Ausland nahm Trump die Anordnung wieder zurück.

Metaller-KV: Arbeitnehmer wolllen 5 Prozent mehr Lohn

Wirtschaft

Metaller-KV: Arbeitnehmer wolllen 5 Prozent mehr Lohn

Alibaba-Gründer zieht Job-Versprechen an Trump zurück

Wirtschaft

Alibaba-Gründer zieht Job-Versprechen an Trump zurück

KMU sind auf dem Stand von "Digitalen Neulingen"

Wirtschaft

KMU sind auf dem Stand von "Digitalen Neulingen"