US-Konjunktur bietet Fed wenig Anlass für Zinserhöhung

US-Konjunktur bietet Fed wenig Anlass für Zinserhöhung

Kein Handlungsdruck für die Fed.

Die US-Wirtschaftsleistung legte im ersten Quartal um annualisiert 0,8 Prozent zu. Das BIP bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Händler rechnen immer weniger mit baldiger Zinserhöhung der Fed.

Washington. Die US-Wirtschaft hat einen schwachen Start ins Jahr hingelegt und bietet der Notenbank Fed nur wenig mehr Spielraum für eine Zinserhöhung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von Jänner bis März aufs Jahr hochgerechnet nur um 0,8 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Es ist das schwächste Wachstum seit dem ersten Quartal 2015. Experten hatten mit minimal mehr Wachstum gerechnet, nachdem eine frühere Schätzung lediglich 0,5 Prozent ergeben hatte. Grund für die Revision: mehr Hausbauten und verstärkte Investitionen der Firmen zum Aufstocken ihrer Lager. Das Wachstum fällt dennoch recht mager aus - insbesondere, wenn man die in Europa übliche Berechnung anlegt. Mit 0,2 Prozent bleibt das US-Plus etwa weit hinter der deutschen Zahl von 0,7 Prozent zurück.

Devisen- und Aktienmärkte reagierten nur wenig auf die Daten. Händler sehen die Chancen für eine Anhebung des Leitzinses im Juni nach den neuen BIP-Zahlen nun geringer: Die Wahrscheinlichkeit wird auf nur noch 24 Prozent taxiert. "Alles in allem setzen die Daten die Fed im Juni wohl nicht unter akuten Handlungsdruck", sagte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf.

Die Finanzmärkte schauen derzeit besonders genau auf Konjunkturdaten, da die Fed intern eine Zinserhöhung im Juni durchgesprochen hat. Sie hält den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld seit Dezember in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Die Zentralbank will vor einer Erhöhung jedoch sicher sein, dass sich der Wirtschaftsaufschwung gefestigt hat.

Die Anfang des Jahres angesichts von Finanzmarktturbulenzen und abflauender Weltwirtschaft aufgekommene Furcht vor einer Rezession scheint allerdings verflogen. Für das zweite Quartal sagen Modellrechnungen des Fed-Ablegers in Atlanta eine Beschleunigung des Wachstums auf 2,9 Prozent voraus.

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