Unternehmergeist an vielen Hochschulen nicht angekommen

Der Länderbericht von OECD und EU-Kommission hat festgestellt, das Unternehmertum soll aus der Nische um Start-ups und Unternehmensplanung rausgeholt werden. Der Fokus soll viel mehr auf unternehmerisches Lehren und Lernen gelenkt werden.

Unternehmergeist an vielen Hochschulen nicht angekommen

Wien. An Österreichs Hochschulen gibt es eine Vielzahl an Aktivitäten, um Unternehmergeist und Innovation zu fördern. Allerdings ist das Paradigma der "unternehmerischen Universität" noch nicht an allen Hochschulen angekommen. Das zeigt der Dienstag veröffentlichte "Higher Education Innovate"-Länderbericht, in dem die OECD im Auftrag der EU-Kommission Entrepreneurship an den Hochschulen analysiert hat.

Aktuell haben zwei von drei Unis und Fachhochschulen (FH) Zugang zu Finanzierungen von Start-up-Aktivitäten und Inkubatoren, über die Forschungsergebnisse marktreif gemacht werden. An vier von fünf Hochschulen gibt es ein eigenes Büro für Wissenstransfer.

In dem Bericht wird den Hochschulen nun empfohlen, ihre Aktivitäten zu Unternehmertum auszuweiten und das Thema breiter zu fassen. Der Fokus liege nämlich zu stark auf Start-ups und Unternehmensplanung. Manche Hochschulen neigen dem Bericht zufolge dazu, unternehmerisches Lehren und Lernen zu marginalisieren, statt es in allen Fakultäten und Instituten zu etablieren.

Kurzfristig würden dadurch Unternehmensgründungen aus den Hochschulen ausgebremst. Langfristig könnte das Fehlen einer effektiven Strategie dazu führen, dass die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts nicht mehr getroffen werden.

Lehrplan versus Praxis

Dem Gros der Hochschulen ist zwar laut Bericht zwar grundsätzlich bewusst, wie wichtig die Vermittlung von unternehmerischem Denken sei. Trotzdem sei das Thema derzeit vor allem an manchen öffentlichen Unis nicht ausreichend in Lehre und Forschung abgebildet. Vielfach würden Studentinnen und Studenten sich ihr Wissen außerhalb des Lehrplans aneignen.

Während unter den Studenten das Bewusstsein für Unternehmertum bereits sehr ausgeprägt sei, gebe es unter den Lehrenden noch Nachholbedarf.

Die OECD empfiehlt deshalb, Unternehmertum (in Form von Start-up-Gründungen, Patenten oder ähnlichem) unter die Kriterien für eine akademische Laufbahn oder die Promotion aufzunehmen. Studenten sollen etwa künftig ihre Dissertation auch über eine Start-Up-Erfahrung oder Geschäftsidee verfassen können.

Förderung von Unternehmertum und Innovation

Der Politik empfiehlt die OECD, Unternehmertum und Innovation an den Hochschulen stärker anzuerkennen und auch finanziell zu fördern. Derzeit wird das Thema bereits in den Leistungsvereinbarungen zu den Uni-Budgets und im Fachhochschulfinanzierungs- und Entwicklungsplan berücksichtigt.

Bildungsministerin Iris Rauskala sieht durch die Studienergebnisse laut Aussendung den bisherigen Kurs bestätigt. Heute reiche es nicht mehr, wenn Hochschulabsolventen über exzellente Fachkenntnisse verfügen. "Sie müssen auch imstande sein, diese in neue Ideen und neue Entwicklungen einfließen zu lassen und diese zu verwerten, weil nur das zu echten Innovationen führt."

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