Die 50 größten Unternehmen in Zentral- und Osteuropa

Die 50 größten Unternehmen in Zentral- und Osteuropa

Der polnische Mineralölkonzern Orlen führt das Ranking der größten Unternehmen des CEE-Raums an.

Die Wirtschaft in Osteuropa ist im Wandel. Erstmals machte im Jahr 2016 die Automotive-Branche mehr Geschäft als Rohstoffsektor. Das Wachstum und die größten Unternehmen der Region im Überblick.

Die Wirtschaft in Zentral - und Osteuropa ist im Aufwind. Grzegorz Sielewicz, CEE-Spezialist des internationalen Kreditversicherers Coface, rechnet für die nächsten Jahre mit einem starken Wirtschaftswachstum. "Wir gehen nun von einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum der CEE-Länder von etwa 3,8 Prozent für das Jahr 2017 aus, das höchste Niveau seit Ausbruch der Krise", so der polnische Ökonom. "Und 2018 sollte es sich bei 3,4 Prozent einpendeln."

Als ausschlaggebend für diesen Höhenflug im Osten hat Sielewicz, die starken Inlandskräfte, vor allem den durch steigende Beschäftigung und satte Lohnerhöhungen getriebenen privaten Konsum ausgemacht. Auch die Investitionen in diese Region steigen wieder deutlich. Herausragende dafür ist das Investment des britischen Automobilkonzerns Jaguar Land Rover im Nitra, der dort 1,5 Milliarden Euro in den Bau einer neuen Fabrik investiert. Auch das geplante neue Vertriebszentrum des chinesischen Onlinehändlers Alibaba in der Nähe von Prag, von dem aus ab 2018 auf knapp 70.000 Quadratmetern vor allem deutsche Kunden bedient werden sollen, gilt als Zeichen für die wiedergewonnene Attraktivität osteuropäischer Länder.


Wirtschaftswachstum der CEE-Region

  • BALTIKUM Coface sagt ein Wachstum von 2,3 Prozent für 2017 voraus. Deutlich höher dürfte dieses mit 3,4 Prozent - dem höchsten Plus im Baltikum - in Lettland ausfallen, wo hohe Infrastruktur-Investments die Bauwirtschaft beflügeln. Ebenso wie in Litauen, dessen Wirtschaft um 3,1 Prozent zulegen dürfte.
  • KROATIEN hat bereits 2015 eine lange Periode der Rezession überwunden und seine Volkswirtschaft ist im Vorjahr um 2,9 Prozent gewachsen. Der Kollaps des Handelskonzerns Agrokor war aber ein schwerer Dämpfer. Wachstumsprognose 2017: 2,8 Prozent.
  • POLEN hat in jüngster Zeit trotz politischer Querelen und geringerer EU-Mittel einen beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnet. Stabile Inlandsnachfrage, nachhaltige Auslandsinvestitionen und geringe Arbeitslosigkeit deuten auf ein Wachstum von 3,6 Prozent 2017 hin.
  • RUMÄNIEN dürfte 2017 mit einem Plus von fast fünf Prozent zum Wachstumsmeister unter den EU-Ländern werden. Hauptgrund: Die Leute geben wieder mehr Geld aus.
  • SERBIEN hat 2016 mit 2,8 Prozent das höchste Wachstum seit 2008 verzeichnet. Heuer soll Serbien an die 3,2 Prozent zulegen.
  • SLOWAKEI Trotz steigender, aber immer noch kompetitiver Löhne ist das Land ein begehrter Produktionsstandort. Coface-Wachstumsprognose für 2017: drei Prozent.
  • SLOWENIEN ist es heuer gelungen, seine Investitionen in zweistelligen Raten zu steigern, Besonders der Hoch-und Maschinenbau konnten deutlich zulegen, was zu weniger Arbeitslosigkeit und mehr Konsum führte. Fazit: 3,3 Prozent Wachstum 2017.
  • TSCHECHIEN ist neben Polen die stärkste Volkswirtschaft im Osten und längst ein führender Produktionsstandort. Wachstum 2017: nicht unter 2,7 Prozent.
  • UNGARN hat 2016 unter weniger EU-Transferzahlungen gelitten. Aber im Vorfeld der Wahlen 2018 haben steigende Löhne den Konsum gehoben. Ergo: 2,6 Prozent Plus 2017.

Die auffälligste Entwicklung im Ranking der größten CEE-Unternehmen, ist das mit 8,6 Prozent überraschend starke Wachstum der Automobil-und Transportunternehmen. 2016 verzeichneten diese Gesamterlöse von 128 Milliarden Euro und übertrafen damit die bis dahin dominante Öl-und Gasindustrie. unter den 50 größten Unternehmen des CEE-Raums des Jahres 2016 liegen auch schon 13, die dem Automotive-Sektor zuzurechnen sind.

Der stark wachsende Sektor ist auch eine Chance für Österreichs Automobilzulieferindustrie. So gibt es etwa in der Slowakei, dem Land mit der weltweit größten Autoproduktion pro Einwohner, einen Auto-Produktions-Cluster 20 Kilometer von unserer Grenze entfernt. "Der Automobilsektor macht in der Slowakei 44 Prozent der gesamten industriellen Produktion und etwa 40 Prozent des gesamten Exports aus", weiß Christian Kügerl, Wirtschaftsdelegierter der WKO am AußenwirtschaftsCenter Bratislava (siehe Interview: "Die Slowakei bietet österreichischen Unternehmen große Chancen").


Die 50 größten Unternehmen in CEE

Rang Land Unternehmen Branche Umsatz (Mio. €) Nettogewinn (Mio. €) Beschäftigte
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Quelle: COFACE; K.A. = Keine Angabe; Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2016


Teile des Artikels sind dem Artikel "Der neue Aufwind im Osten", erschienen in trend, Ausgabe 41/2017 vom 13. Oktober 2017 entnommen.

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