UNIQA: Dem Top-Ergebnis folgt der radikale Schnitt

UNIQA CEO Andreas Brandstetter

UNIQA-Generaldirektor Andreas Brandstetterrührt um und richtig den UNIQA-Konzern auf die Zukunft aus.

Die österreichische Versicherung UNIQA setzt an zum radikalen Schnitt und stellt sich für die Zukunft neu auf. Dabei wird auch die Zahl der Vorstandsmitglieder von 22 auf 10 Personen reduziert. Nach dem Gewinnzuwachs für 2015 wird nun die Dividende erhöht. Das Ergebnis 2016 wird nicht so rosig aussehen.

Wien. Das Ergebnis beim österreichischen Versicherungskonzern UNIQA lässt eigentlich nichts vermissen. Und dochkommt es nun zu einer radikalen Strukturänderung, bei der auch die Köpfe rollen: Alle operativen Versicherungen im Inland werden miteinander verschmolzen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder reduziert sich damit von 22 auf 10 Personen. Damit richte man sich an den strategischen Zielen und Herausforderungen der Zukunft aus, erklärte die UNIQA Group am Mittwochabend.

Zwei Holding-Vorstände gehen

Die bisherigen Holdingvorstände Hannes Bogner und Thomas Münkel werden auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausscheiden, Wolfgang Kindl konzentriert sich auf seine Aufgaben als Vorstandschef der UNIQA International AG.

Den Vorstand der UNIQA Insurance Group AG bilden ab 1. Juni 2016 Andreas Brandstetter (CEO) Kurt Svoboda (CFO/CRO) und - neu im Vorstand - Erik Leyers, COO. Ihre Vorstandsmandate laufen bis 30. Juni 2020. Kurt Svoboda und Erik Leyers übernehmen in Personalunion die gleichen Vorstandsfunktionen auch bei UNIQA Österreich Versicherungen AG und bei UNIQA International AG.

Die Verschmelzung

Konkret sollen in Österreich bis spätestens im 1. Quartal 2017 die Raiffeisen Versicherung AG, die Salzburger Landes-Versicherung AG und die FinanceLife Lebensversicherung AG mit der UNIQA Österreich Versicherungen AG als aufnehmende Gesellschaft verschmolzen werden. Dadurch sinkt - samt darüber stehender Holding - die Zahl der Vorstände im genannten Ausmaß, da die an der Börse notierte Konzern-Holding UNIQA Insurance Group AG künftig mit 3 statt 5 Vorständen auskommen soll. Die neue Konzernstruktur steht noch unter dem Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

Den Vorstand von UNIQA Österreich Versicherungen AG bilden ebenfalls ab 1. Juni 2016 Hartwig Löger (Vorsitzender, Vertrieb), Klaus Pekarek (Bankenvertrieb), Kurt Svoboda, (Finance & Risk), Erik Leyers (Operations), Peter Eichler (Personenversicherung) und Andreas Kößl (Sachversicherung). Peter Eichler und Andreas Kößl übernehmen in Personalunion die gleichen Vorstandsfunktionen auch in der UNIQA International AG.

Den Vorstand von UNIQA International AG bilden ab 1. Juni 2016 Wolfgang Kindl (Vorsitzender), Zoran Visnjic (Vertrieb), Johannes Porak (Bankenvertrieb), Kurt Svoboda, (Finance & Risk), Erik Leyers (Operations), Peter Eichler (Personenversicherung) und Andreas Kößl (Sachversicherung).

Top-Gewinn und Innovationen

Nach einem Anstieg des Vorsteuergewinns um fast 12 Prozent im Vorjahr erhöht die UNIQA Versicherung für 2015 die Dividende im selben Ausmaß von 42 auf 47 Cent je Aktie. Mit einem EGT von 422,8 Mio. Euro lag man etwas über den Prognosen, aber leicht unter der eigenen Guidance, die bis Herbst auf zumindest 425 Mio. Euro gelautet hatte. 2016 könnte sich das Ergebnis investitionsbedingt halbieren.

Heuer wird die UNIQA ihr umfassendes mehrjähriges Innovationsprogramm im Ausmaß von rund 500 Mio. Euro starten. Es sieht ein Re-Design des Geschäftsmodells sowie den dazu nötigen personellen Kompetenzaufbau und auch IT-Investments vor. Diese erheblichen Ausgaben würden "zu einem guten Teil in 2016 wirksam", erklärte die UNIQA und würden sich damit in einer veränderten Ergebniserwartung niederschlagen.

Zusammen mit dem anhaltend schwierigen Umfeld (Konjunktur, Niedrigzinsen, sinkende Kapitalerträge und Polit-Unsicherheiten in einzelnen Märkten) erwarte man für 2016 ein gegenüber 2015 "um bis zu 50 Prozent reduziertes Ergebnis".

Das Konzernergebnis (nach Steuern und Minderheitenanteilen) steigerte die UNIQA 2015 um 14,2 Prozent auf 331,1 Mio. Euro, wie am Vorabend des Bilanzpressegesprächs von Donnerstag erklärt wurde. Der finale Geschäftsbericht mit geprüften Zahlen soll am 14. April publiziert werden.

Die verrechneten Prämien - samt Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung - stiegen um 4,3 Prozent auf 6,325 Mrd. Euro. Die abgegrenzten Prämien im Eigenbehalt nach IFRS (also ohne Sparanteile der Fonds- und Indexpolizzen) wuchsen um 6,0 Prozent auf 5,634 Mrd. Euro.

Die Versicherungsleistungen im Eigenbehalt stiegen um 5,1 Prozent auf 4,608 Mrd. Euro und wuchsen damit etwas langsamer als die abgegrenzten Prämien. Die Kosten (Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb) bleiben 2015 mit 1,299 Mrd. Euro auf dem Niveau des Jahres davor.

Die Konzernkostenquote nach Rückversicherung verbesserte sich von 22,2 auf 21,3 Prozent. Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Prämieneinnahmen - verbesserte sich (nach RV) von 99,6 auf 97,8 Prozent.

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