ifo-Umfrage: Materialmangel in der Industrie verschärft sich

Die Auftragsbücher sind voll, doch die Industrieproduktion stockt. Der Materialmangel in der Industrie wird sich laut Umfrage des deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts ifo weiter verschärfen.

ifo-Umfrage: Materialmangel in der Industrie verschärft sich

Der Motor der deutschen Industrie stottert. Die Situation wird sich noch verschärfen. Auch für die Zulieferer.

Die deutsche Industrie als Motor der Wirtschaft steht unter Druck. Der bereits seit Monaten andauernde Mangel an Chips, Elektronikteilen sowie in der Chemieindustrie und im Maschinenbau dürfte sich weiter verschärfen, so die Umfrage des ifo-Instituts. Über drei Viertel der Industrieunternehmen in Deutschland (77,4 Prozent) berichteten im September über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen.

Der Negativ-Rekord des August wurde damit nochmals übertroffen. Im August 2021 klagten 69,2 Prozent der Unternehmen über massive Engpässe. „Der Flaschenhals auf der Beschaffungsseite wird immer enger“, mahnt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. Die Folge: Preiserhöhungen bleiben auf der Agenda der Unternehmen. „Es sind viele Aufträge da, Unternehmen können diese gegenwärtig aber nicht produzieren“, betont Wohlrabe.

Autoindustrie eingebremst

In der Autoindustrie ist die Lage besonders ernst. Nahezu alle Unternehmen (97 Prozent) berichteten von Problemen. Auch in anderen zentralen Branchen ist der Anteil der Betriebe mit stotternden Supply-Chains weiterhin sehr hoch: Bei elektrischen Ausrüstungen (93 Prozent), der Chemischen Industrie (67 Prozent) und dem Maschinenbau (89 Prozent).

In der Papierindustrie meldeten ebenfalls deutlich mehr Unternehmen Knappheit auf der Beschaffungsseite (79 Prozent nach 61 Prozent). Eine Entspannung der Lage gab es in keiner Branche.

Die angespannte Lage könnte sich in der Folge auch auf die Inflation niederschlagen. Immer mehr Unternehmen beginnen damit, die höheren Einkaufspreise weiter zu verrechnen. Auch am Automobilmarkt könnte es bald zu Preissteigerungen kommen. Zuletzt hatte die Industrie noch nicht so viel Spielraum bei Preiserhöhungen gesehen. Dies hat sich nun geändert.

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