Ukraine: Hohes Wachstum lässt Austro-Firmen investieren

Die Wirtschaft der Ukraine zeigt ein beachtliches Wachstum, die neue Regierung hat ambitionierte Pläne. Das macht das Land wieder für Investoren interessant. Auch österreichische Unternehmen sind darunter.

Ukraine: Hohes Wachstum lässt Austro-Firmen investieren

Kiew: Das Wirtschaftswachstum in der Hauptstadt der Ukraine und auch in anderen Regionen des Landes zieht deutlich an.

In der Ukraine wächst die Zuversicht auf bessere Zeiten. Die Wirtschaft wächst, das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2019 um 4,6 Prozent gestiegen. Als mitverantwortlich gilt der seit Mai im Amt befindliche Präsident Wolodimir Selenski. Er hat nach seinem Erdrutschsieg einen ehrgeizigen Reformplan präsentiert, von dem auch die derzeit rund 150 österreichischen Unternehmen, die mit der Ukraine Geschäfte machen, profitieren könnten.

Sieben Prozent Wachstum angepeilt
2020 soll die ukrainische Wirtschaft um fünf Prozent wachsen, in den darauffolgenden fünf Jahren um jeweils sieben Prozent. Gleichzeitig gibt es erste Lichtblicke, die auf eine Verbesserung der Beziehung zwischen der Ukraine und Russland hindeuten, wie etwa ein kürzlich erfolgter Gefangenenaustausch. Auch dem "Wirtschaftsbericht Ukraine“ der Außenwirtschaft Austria der Wirtschaftskammer zufolge sind die Anzeichen positiv.

Stabile Währung, sinkende Inflation
Die Währung Hrywnja ist seit 2015 relativ stabil, die Inflation ist zurückgegangen. Ausländische Investoren wie Head, Ikea oder H&M peilen eine Expansion in die Ukraine an. Partner wie die EU, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die International Finance Corporation, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie die Europäische Investitionsbank tragen zusätzlich zur finanziellen Stabilität in der Ukraine bei.

150 österreichische Unternehmen mit Niederlassungen in der Ukraine
Österreich ist laut „Wirtschaftsbericht Ukraine“ bereits jetzt ein wichtiger Wirtschaftspartner des Staates und liegt unter den Top-10 der ausländischen Investoren in der Ukraine. Rund 150 österreichische Unternehmen haben ukrainische Niederlassungen. Große Player wie Raiffeisenbank Aval, Porsche Leasing, Billa oder Red Bull sind schon seit langem in der Ukraine tätig. Die österreichischen Exporte in die Ukraine stiegen 2018 um 6,7 Prozent, die Importe aus der Ukraine nach Österreich um vier Prozent. Eines der Unternehmen, das großes Vertrauen in die Ukraine setzt, ist die österreichische T&F Firmengruppe mit Sitz in Wien. Das Unternehmen war Teil der Wirtschaftsmission im Rahmen des Staatsbesuchs Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen in der Ukraine im März 2018.

Großes Austro-Mischunternehmen steigt zum größten Düngemittelhändler auf
Seither steht der ukrainische Markt auch im wirtschaftlichen Fokus von T&F. Das Unternehmen ist in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Transport & Logistik, Handel mit Rohstoffen wie Düngemittel, Investitionen und Entwicklung von Immobilienprojekten tätig. Der Fokus von T&F liegt hauptsächlich in Zentral- und Osteuropa und den GUS-Staaten. Das Unternehmen ist zudem auch in Südostasien und China tätig. Die Gesellschafter stammen aus Kirgistan, haben sich aber vor über 25 Jahren in Wien niedergelassen. Sie haben aufgrund der Kontakte, die sie durch die Wirtschaftsdelegation in der Ukraine geknüpft haben, vor einem Jahr einen lokalen Düngemittelhändler, die Nika-Agrotrade, übernommen und haben diesen zu einem der größten Player in der Ukraine weiterentwickelt. Mittlerweile hat Nika auch neue europäische Absatzmärkte abseits der Ukraine im Visier.

Trotz der verbesserten, aber nach wie vor anspruchsvollen wirtschaftlichen Lage, glaubt das Management von T&F – das Unternehmen hat Erfahrung in schwierigen Märkten – an den Wirtschaftsstandort Ukraine und prüft auch Investitionen in den lokalen Immobiliensektor. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die Zusammenarbeit mit einem österreichischen Unternehmen in der Ukraine geschätzt wird. „Die Situation für Unternehmer aus Österreich hat sich deutlich gebessert“, so Vassili Tolstunov, Gesellschafter von T&F, auch aufgrund der Unterstützung von Wirtschaftskammer und der österreichischen Botschaft. T&F kooperiert zudem mit internationalen Organisationen wie der multilateralen Investitions-Garantie-Agentur MIGA, der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

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