Trump will Öl-Reserven halbieren - Bohrungen in Arktis und Alaska

US-Präsident Donald Trump macht offenbar ernst, zugunsten den Öl-Konzernen Förderungen in bisherigen Tabu-Zonen zu erschließen. Gleichzeitig will er die Öl-Notstandsreserven auf die Hälfte kappen. Der US-Rohölpreis geht auf Talfahrt. China will nach "brennbarem Eis" bohren. Mit Spannung schaut die Öl-Industrie nach Wien, wo am Donnerstag das Ölpreis-Kartell OPEC über Fördermengen berät.

Trump will Öl-Reserven halbieren - Bohrungen in Arktis und Alaska

US-Präsident Donald Trump will weitere Naturschutzgebiete für die Ölbohrung freigeben - in Alaska und in der Arktis soll Öl gefördert werden.

Washington/Peking Die Weltmächte USA und China haben wieder einmal große Pläne, was die Ölförderung betrifft. So sollen neue Ölquellen erschlossen werden, die bislang tabu waren.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt Bohrungen im Naturschutzgebiet in Alaska zulassen. Gleichzeitig will er die Hälfte der für Notfälle eingelagerten Öl-Reserven verkaufen. Aus nicht uneigennützigen Gründen, muss er doch fürs Budget Vorsorge treffen, um seine versprochenen Infrastrukturausgaben gegenfinanzieren zu können. Die beiden Maßnahmen soll mithelfen, den Ausgleich des Staatshaushalts in den nächsten zehn Jahren zu schaffen. Der Haushaltsplan soll am Dienstag dem Kongress übergeben werden.

Der Budget-Vorschlag ist lediglich ein Entwurf, zeigt aber das Ziel der US-Regierung auf, die Energieleistung in den USA auszubauen.

Die Ankündigung kam für die Märkte überraschend und drückte die US-Rohöhlpreise auf nur noch knapp über 50 Dollar (44,5 Euro) pro Barrel. Der Vorschlag steht den Bemühungen der OPEC entgegen, mittels einer Förderbremse den Ölpreisverfall aufzuhalten.

Goldener Oktober

Der US-Budgetplan sieht erste Verkäufe aus den Reserven ab dem kommenden Haushaltsjahr vor, das am 1. Oktober beginnt. Ab dem Jahr 2018 soll die Auflösung der Reserven zunächst etwa 500 Millionen Dollar bringen, wie aus den Unterlagen hervorgeht. Geplant ist eine Steigerung der Verkäufe. Insgesamt geht die Regierung von 2018 bis 2027 von Einnahmen in Höhe von 16,6 Milliarden Dollar aus.

Bohrungen im größten US-Naturschutzgebiet sollen in dieser Zeit weitere 1,8 Milliarden Dollar in die Haushaltskasse spülen.

Die Pläne wurden kurz nach Trumps Besuch in Saudi-Arabien bekannt, das die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) dominiert. Das Ölkartell strebt eine Verlängerung der Öl-Förderbremse an, um die Preise weiter zu stabilisieren. Vor der OPEC-Sitzung am Donnerstag laufen die Bemühungen um eine gemeinsame Position zur Verlängerung der Förderbremse auf Hochtouren.

Die strategischen Erdölreserven der USA sind die größten der Welt. In den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas werden 688 Millionen Fass Erdöl in streng bewachten unterirdischen Lagerkavernen vorgehalten. Die Öl-Reserve war 1975 vom US-Kongress angeordnet worden, aus Sorge vor langfristig steigenden Benzinpreisen und negativen Folgen für die US-Wirtschaft nach dem arabischen Öl-Embargo.


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Ein weiterer Konflikt mit den Bewohnern Alaskas und Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace ist mit der Vorgabe von Trump vorprogrammiert. In den vergangenen 20 Jahren kam es immer wieder zu masisven Protesten der Umweltschützer gegen die Vorhaben der Öllobby.

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