Trotz US-Einreiseverbot: Starbucks-Chef Schultz will 10.000 Flüchltinge einstellen

Der Einreisestopp für Muslime in die USA wird von vielen US-Konzerne scharf kritisiert. Starbucks-Chef Schultz geht in die Offensive und will 10.000 Flüchtlingen Jobs anbieten. Beginnen will er damit in den USA. Er stemmt sich auch gegen den Mauerbau. Die Liste der Techkonzerne als auch Old-Economy-Schwergewichte, die sich gegen das von Trump verfügte Einreiseverbot stemmen, wird länger.

Trotz US-Einreiseverbot: Starbucks-Chef Schultz will 10.000 Flüchltinge einstellen

Howard Schultz, Chef der Kaffeehauskette Starbucks, kritisiert den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko und stemmt sich mit einer Einstellungsoffensive gegen das Einreiseverbot der US-Regierung.

Nach dem von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreiseverbot für Muslime aus bestimmten Ländern, befürchten viele US-Unternehmen, dass ihren Mitarbeitern die Einreise in die USA verweigert werden kann. Und das, obwohl sie im Besitz einer permanenten Aufenthaltserlaubnis und einer sogenannte "Green Card" sind. Betroffen von dem Reiseverbot sind auch Personen, die zwei Reisepässe aufgrund ihrer Doppelstaatsbürgerschaft besitzen.

Die Liste der Kritiker bei den US-Unternehmen wird immer größer. Google, Facebook, Microsoft und Twitter hatten bereits als erste US-Konzern das Einreiseverbot massiv kritisiert. Google hatte schon Freitagnacht seine betroffenen Mitarbeiter aufgefordert, vorläufig keine Reise ins Ausland zu unternehmen. Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg hatte seinen Protest zum Einreiseverbot und der neuen Abschiebepraxis via Facebook-Posting der Welt mitgeteilt. Vor allem die Tech-Konzerne, die allesamt global aufgestellt sind, fürchten dass ihre Mitarbeiter aufgrund der Herkunft und Religion diskriminiert werden.

Die wachsende Front gegen die US-Regierung

Howard Schultz, der Chef der Kaffeerestaurantkette Starbucks, wandte sich in der Nacht auf Montag mit "tiefer Besorgnis" auf der Website des Unternehmens an die Mitarbeiter.

Er bezeichnete Trumps Erlass als verwirrend und kündigte Pläne an, um in den nächsten fünf Jahren 10.000 Flüchtlingen Jobs bei Starbucks anbieten zu können.

Scharf kritisierte Schulz auch die Pläne Trumps, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko hochzuziehen, um illegale Einwanderer zu stoppen. "Baut Brücken, keine Mauern", schrieb er. Nach seinen Angaben wird Starbucks weiterhin in Mexiko investieren, wo der Konzern bereits 600 Cafés mit 7000 Mitarbeitern hat.

"Viele Menschen, die negativ von dieser Politik betroffen sind, sind starke Unterstützer der USA", twitterte Tesla-Chef Elon Musk. "Sie haben das Richtige getan, nicht das Falsche, und sie verdienen es nicht zurückgewiesen zu werden." Trumps Einreiseverbot für Staatsangehörige einiger überwiegend muslimischer Länder sei "nicht der beste Weg", mit den Herausforderungen des Landes umzugehen.

Uber-Chef Travis Kalanick bezeichnete das Dekret in einem Facebook-Post als "verkehrt und ungerecht". General-Electric-Chef Jeff Immelt erklärte in einem Firmenblog, aus dem verschiedene US-Medien zitierten, er teile die Sorgen seiner Mitarbeiter. Immelt versprach, GE werde den betroffenen Angestellten zur Seite stehen und versuchen, mit der Trump-Administration an Lösungen zu arbeiten. Zuvor hatte es bereits Kritik und Reaktionen etwa von

Auch die größte US-Bank JPMorgan Chase richtete sich im Zuge von Trumps Entscheidung laut US-Medienberichten an ihre Mitarbeiter. Vorstandschef Jamie Dimon versprach demnach in einem Statement allen Angestellten, die von dem Einreiseverbot betroffen sein könnten, das Unternehmen werde sich standhaft für sie einsetzen.

Immelt, Kalanick, Musk und Dimon zählen zu einer Reihe von Top-Managern, die Trump in Wirtschaftsfragen beraten wollen.

Am Freitag hatte Trump per Dekret angeordnet, dass Bürger der sieben mehrheitlich muslimischen Länder Irak, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, Sudan und Jemen für 90 Tage keine Visa erhalten dürfen. Flüchtlingen weltweit wurde die Einreise für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen sogar auf unbestimmte Zeit. Trump will in der Zeit neue striktere Überprüfungsmechanismen ausarbeiten lassen, um "radikale islamische Terroristen" aus den USA fernzuhalten.

Doppelstaatsbürger "Off Limits"

Auch Doppelstaatsbürger aus Österreich sind vom Einreisestopp betroffen. In Österreich sind demnach 30.000 bis 35.000 Personen von Trumps Einreiseverbot betroffen. Laut Medienservicestelle leben mehr als 65.000 Staatsbürger aus den betroffenen Ländern in Österreich (Stand 1.1.2016). Demnach sind es 33.313 Syrer, 640 Libyer, 13.884 Iraker, 11.637 Iraner, 195 Jemen, 588 Personen aus dem Sudan und Südsudan sowie 4.877 Somalier.

In Deutschland sind laut ARD bereits über 100.000 Menschen vom Einreiseverbot betroffen. Das betrifft vor allem Menschen, die aus Iran, Irak und Syrien stammen. Auch wenn sie im Besitz einer zweiten Staatsbürgerschaft sind, in Europa sogar geboren sind, kann ihnen die Einreise in die USA nun verboten werden.

Nicht betroffen vom US-Einreiseverbot sind Doppelstaatsbürger aus Kanada und Großbritannien, die einen zweite Pass der sieben betroffenen Länder haben.

Weltweite Verwirrung

Ein Vertreter aus Trumps Team sagte am Sonntag zur Verteidigung des Verbots, der US-Präsident wolle seinem Land ähnliche Anschläge wie in Frankreich, Belgien und Deutschland ersparen. Wie das Verbot umgesetzt werden soll, steht jedoch in den Sternen. Bereits am Samstag wurde das bereits gültige Einreiseverbot von einem New Yorker Gericht zumindest vorläufig ausgesetzt. Etliche Reisende waren bereits im Flugzeug auf dem Weg in die USA noch bevor das Einreiseverbot verhängt wurde.

Die Verfügung sorgte weltweit für Kritik und chaotischen Szenen an Flughäfen. So wurden an etlichen US-Flughafen ankommende Reisenden bereits am Samstag die Einreise verweigert, obwohl sie im Besitz bis dato gültiger Reisedokumente waren. Aber auch außerhalb den USA kam es bereits zu Abweisungen. CNN Türk berichtete, dass am Istanbuler Flughafen einem Transitreisende der Weiterflug in die USA verweigert, seine Frau und sein Kind durften aber das Flugzeug betreten.

Am Istanbuler Flughafen sei eine zusätzliche Sicherheitskontrolle für in die USA reisende Passagiere eingeführt worden. Steht der Name eines Passagiers auf einer Liste der US-Behörden, dürfe dieser nicht in die USA fliegen.

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