Trotz starkem Schweizer Franken: Schweizer Wirtschaft wuchs 2015

Trotz starkem Schweizer Franken: Schweizer Wirtschaft wuchs 2015

Die Schweiz hat die schockartige Frankenaufwertung im vergangenen Jahr besser verkraftet als gedacht. Weil Waren "Swiss Made" in Europa und den USA nach wie vor gefragt sind, wuchs die Wirtschaft um 0,9 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft am Mittwoch mitteilte. Das war deutlich weniger als das Plus von 1,9 Prozent im Jahr zuvor und der geringste Zuwachs seit der Finanzkrise 2009.

Viele Experten hatten jedoch mit weitaus deutlicheren Bremsspuren durch den teureren Franken gerechnet. "Die schlimmsten Befürchtungen einer Rezession in der Schweiz haben sich nicht bewahrheitet", sagte UBS-Ökonom Alessandro Bee.

Die Schweizer Notenbank hatte die Anbindung des Franken an den Euro mit einem Mindestkurs von 1,20 Euro Mitte Jänner vorigen Jahres überraschend aufgegeben. Daraufhin gewann der Franken zur wichtigsten Exportwährung an einem Tag mehr als 20 Prozent an Wert - was Schweizer Waren im europäischen Ausland verteuert und damit die exportorientierte Industrie schwächt. Aktuell kostet ein Franken 1,0850 Euro - das sind immer noch um rund zehn Prozent mehr als Anfang 2015.

Endspurt im vierten Quartal

Dieser "Frankenschock" spiegelte sich in der Entwicklung der Ausfuhren: Die Warenexporte ohne Wertsachen und Transithandel wuchsen 2015 lediglich um 0,7 Prozent nach einem Plus von vier Prozent im Jahr davor. Als Stütze erwiesen sich hier die Exporte der Chemie- und Pharmaindustrie. Zudem profitierte die Alpenrepublik von der robusten Wirtschaftsentwicklung in wichtigen Exportmärkten wie den USA und Europa. Und auch die Schweizer selbst konsumierten mehr und kurbelten somit die Konjunktur an.

Vor allem zum Jahresende wuchs die Wirtschaft mit einem Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal stärker als erwartet - unter anderem auch dank steigender Staatsausgaben. Im dritten und im ersten Quartal war das Bruttoinlandprodukt geschrumpft.

"Frankenschock" noch nicht überwunden

Nach Einschätzung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat die Schweiz die massive Währungsaufwertung noch nicht ganz überwunden. "Ich glaube, im laufenden Jahr werden wir sicher die Nachwehen noch spüren. Wir werden eine weiter steigende Arbeitslosigkeit sehen", sagte ZKB-Analystin Cornelia Luchsinger. Insbesondere kleine und mittelgroße Industrieunternehmen haben im vergangenen Jahr Stellen abgebaut.

Für das laufende Jahr erwartet die ZKB ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent. Die Experten der Großbank UBS gehen von einem Plus von 1,4 Prozent aus. Wegen der trüberen Aussichten für die Weltwirtschaft könnte es jedoch auch weniger werden, sagte UBS-Ökonom Bee. Auch das Beratungsunternehmen BAKBasel warnte vor den Folgen der mauen Weltwirtschaft.

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