Staatsholding ÖBAG: Helmut Kern wird Aufsichtsratschef

Mit Helmut Kern stellt künftig ein weithin unbekannter Krankenhausmanager die Weichen in einigen der wichtigsten Konzerne Österreichs. Der 53-jährige Manager wird Aufsichtsratschef der neuen Staatsholding ÖBAG.

Bundeskanzler Sebastian Kurz mit dem nunmehrigen Aufsichtsratspräsidenten der Staatsholding ÖBAG, Helmut Kern, und der ThinkAustria-Chefin Antonella Mei-Pochtler.

Bundeskanzler Sebastian Kurz mit dem nunmehrigen Aufsichtsratspräsidenten der Staatsholding ÖBAG, Helmut Kern, und der ThinkAustria-Chefin Antonella Mei-Pochtler.

Der Mann ist eine faustdicke Überraschung. Alle möglichen prominenten Namen schwirrten in den letzten Wochen herum. Aber auf Helmut Kern hätte nie jemand getippt. Ein Krankenhausmanager als großer Weichensteller für ein paar der wichtigsten Industriekonzerne Österreichs? Und doch: Kern, der Leiter des Wiener Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, wird Aufsichtsratschef der neuen Staatsholding ÖBAG. Bei der Generalversammlung am 15. Februar wandelt Finanzminister Hartwig Löger zuerst die bisherige ÖBIB um und bestellt dann den neunköpfigen Aufsichtsrat – mit dem 53-Jährigen an der Spitze.

Helmut Kern ist gelernter Unternehmensberater. In den 1990er-Jahren baute er Deloitte Consulting in Österreich auf und übernahm die Gesellschaft 2003 durch ein Management-Buy-out unter dem Namen Beyond Consulting. Der Betriebswirt leitete auch den Bereich Unternehmensberatung des Wirtschaftsprüfers PwC, bevor er im Sommer 2015 bei den Barmherzigen Brüdern eintrat. Beyond Consulting gehört immer noch ihm, seiner Frau und den 22-jährigen Zwillingstöchtern. Als Aufsichtsrat fungiert Kern im Glücksspielunternehmen bwin.party services (Austria) GmbH.

Die erste Wahl für die ÖBAG, das ist bekannt, war der Wiener nicht. Im Jänner stand die PwC-Partnerin Christine Catasta bereits als ÖBAG-Präsidentin fest, musste aber in letzter Minute aufgrund von Compliance-Einwänden ihres Arbeitgebers absagen. Auch bei anderen Kandidaten scheiterte es an Unvereinbarkeiten. Wolfgang Eder, der im Juni als Voestalpine-General ausscheidet, war im Gespräch, zog sich aber zurück.

Kurz-Helfer Kern

Letztlich fiel die Wahl auf Helmut Kern, der zwar über keinerlei Industrieerfahrung verfügt, dafür über ein sehr gutes Verhältnis zu Kanzler Sebastian Kurz, den er im Wahlkampf unterstützte. Auf etlichen Veranstaltungen sah man die beiden Seite an Seite.

Im Finanzministerium wird argumentiert, dass Kern ein hervorragendes Verständnis für Bilanzen und deren Beurteilungen habe. Außerdem verweist man auf die ausgewogene Mischung im neuen ÖBAG-Aufsichtsrat, der Industrie-, Holding-, Rechts- und Prüfungskompetenz vereine. Und im Beteiligungsbeirat, der geschaffen wird, sobald die ÖBAG auch neue Investments tätigen darf, würden ohnehin gestandene Industrielle sitzen.

Dem Kontrollgremium der Staatsholding gehören neben Kern der frühere Hofer-Boss Günther Helm, Ex-Bankerin Susanne Höllinger und die Unternehmerin Iris Ortner (u. a. Porr, UBM) an sowie zwei von der FPÖ nominierte Aufsichtsräte: Wärmepumpen-Produzent Karl Ochsner (Vize-Vorsitzender) und Immobilienexperte Christian Ebner. Dazu kommen drei Belegschaftsvertreter. Sie alle werden künftig ein gewichtiges Wort bei den Staatsbeteiligungen OMV, Telekom, Post, Casinos Austria, Verbund und BIG mitreden.

Der neue ÖBAG-Vorstand wird nach einer Ausschreibung erst im April eingesetzt. Dass Thomas Schmid, der Generalsekretär im Finanzministerium, den Job bekommen soll, ist kein Geheimnis mehr. Schmid wird auch Peter Löscher und Gerhard Roiss, die zurücktreten werden, an der Spitze der Aufsichtsräte von OMV bzw. Verbund ersetzen.

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