Der amerikanische Traum: René Benko kauft Chrysler-Building

Chrysler Building in News York City

Das ikonische Chrysler-Building im Herzen Manhattans gehört jetzt zum Reich des Immobilien-Tycoons René Benko.

René Benkos Signa-Gruppe kauft das Chrysler-Building in New York City. Das soll aber nur der Anfang gewesen sein. Signa will sich in New York ein zusätzliches Immobilien-Standbein schaffen.

Ein Wahrzeichen von New York City ist jetzt rot-weiß-rot -weitere sollen folgen: Der Kauf des 319 Meter hohen Chrysler Buildings in Manhattan durch den Immobilienkonzern Signa soll nämlich erst der Beginn der Expansion von René Benko in den USA sein. Wer dachte, dass der Tiroler Milliardär lediglich eine gute Gelegenheit beim Schopf gepackt hat und die Art-Deco-Ikone bald wieder abstoßen werde, liegt offenbar falsch. Dem trend wurde am Rande der Immo-Messe MIPIM in Cannes aus Signa-Kreisen bestätigt, dass sich die Gruppe neben Österreich, Deutschland und Norditalien ein zusätzliches Standbein in New York schafft.

Partner von Benko beim Chrysler Building ist das US-Immobilienunternehmen RFR. Von diesem hat Signa Prime 2017 fünf Immobilien, darunter das Hochhaus Upper West in Berlin, um 1,5 Milliarden Euro erworben und dabei den Grundstein zu einer Zusammenarbeit gelegt. RFR, im Eigentum der deutschstämmigen Investoren Aby Rosen und Michael Fuchs, gilt als führender Player am Immobilienmarkt in Manhattan und besitzt dort mehrere bekannte Wolkenkratzer, darunter auch das Seagram Building, ein weiteres Architekturjuwel. Bei der künftigen Expansion vertraut Signa auf die Expertise von RFR.

Chrysler Building bleibt ein Bürohaus

Das gilt auch für den Betrieb des Chrysler Buildings. Dieses wird ein Bürohaus bleiben. An Luxuswohnungen wie kolportiert wird aufgrund von Widmungsbestimmungen eher nicht gedacht. Der Deal umfasst auch den Erwerb des pyramidenartigen Trylon Towers am Nachbargrundstück. Der Kaufpreis von 150 Millionen Dollar erscheint angesichts der Nutzflächen beider Objekte mit umgerechnet nur rund 1.000 Euro pro Quadratmeter sehr günstig. Allerdings hat dieses Schnäppchen auch seine Gründe. Erstens ist der New Yorker Büromarkt im Moment eher im Abschwung. Zweitens ist der Komplex in die Jahre gekommen und bedarf einer Modernisierung. Signa und RFR werden dafür noch einmal über 100 Millionen Dollar aufwenden.

Und drittens steht das Chrysler Building auf einem Baurechtsgrund, für das die Pacht alle zehn Jahre erhöht werden kann. Seit dem Verkauf an die letzten Eigentümer (für 800 Millionen Dollar) wurde die Pacht mehr als vervierfacht und beträgt zur Zeit 32,5 Millionen Dollar jährlich. Die müssen an den Grundeigentümer, die Cooper Union School, überwiesen werden, ein privates College für Kunst-und Architekturstudien. Über 25 Jahre - wie in der Branche üblich - betrug die Pacht für den Vorbesitzer 200 Millionen Dollar, für René Benko fallen mindestens 800 Millionen an.


Der Artikel ist der trend-Ausgabe 11/2019 vom 15. März 2019 entnommen

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