Transavia: Airfrance-KLM will mit Billigairline unter Top 5

Transavia: Airfrance-KLM will mit Billigairline unter Top 5

Der Wettbewerb unter den Billigfluglinien in Deutschland wird durch Transavia angeheizt. Mit Rückendeckung durch die mächtige Konzernmutter Air France-KLM will der Neueinsteiger von einer neuen Basis in München zu den Großen der Branche aufschließen.

"Wenn wir in ein paar Jahren zu den fünf größten Billig-Airlines gehören würden, wäre das toll", sagte Transavia-Chef Mattijs ten Brink in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit rangiert die Airline mit 11,5 Millionen Passagieren im Jahr unter den Top Ten.

Dass sich die vor 50 Jahren gegründete Fluglinie ausgerechnet das Lufthansa-Drehkreuz München ausgesucht hat, ist kein Zufall. Günstigfluglinien seien hier die Ausnahme, sagte der 52-jährige Niederländer. "Es gibt Lufthansa und Air Berlin und dann lange Zeit nichts." Mit insgesamt bald vier in der bayerischen Hauptstadt stationierten Flugzeugen werde Transavia knapp 20 Ziele in Europa ansteuern. Über die nächsten Expansionsschritt solle im Sommer entschieden werden.

Billigflieger mischen die Airline-Branche seit Jahren auf. Um die Kosten herunterzuschrauben, fliegen sie so häufig wie möglich von einem Flughafen zum anderen, Umsteigeverbindungen gibt es nicht. Zudem sollen die Flugzeuge nach der Landung so schnell wie möglich wieder in die Luft, da nur dort Geld verdient wird. Marktführer Ryanair aus Irland hat das Rezept perfektioniert und zählt mittlerweile 100 Millionen Passagiere im Jahr. Die Iren fliegen mit konkurrenzlos niedrigen Kosten, dahinter rangieren die britische Easyjet und Vueling aus Spanien. "Unser Ziel ist es, auf das Niveau von Easyjet und Vueling zu kommen", sagte ten Brink. Noch sei man nicht so weit, aber die Kosten lägen um die Hälfte niedriger als bei der Konzernmutter Air France-KLM.

Für den nach der Lufthansa zweitgrößten Airline-Konzern Europas ist der Schritt nach München ein Novum. Bis jetzt sei Transavia nur in den Heimatmärkten Niederlande und Frankreich aktiv gewesen, sagte Konzernchef Alexandre de Juniac zu Reuters. Die Investitionen bei Transavia allein für den Kauf oder das Mieten von Flugzeugen lägen bei 200 bis 400 Mio. Euro pro Jahr. Bis Ende des Jahrzehnts solle die Flotte auf 100 Flugzeuge anwachsen. Derzeit sind es knapp 70.

Terroranschläge von Paris und Brüssel sind spürbar

Die Billigoffensive ist für den Top-Manager jedoch wegen der starken Gewerkschaften im Unternehmen ein Drahtseilakt. "Derzeit darf die französische Transavia nur von Frankreich aus fliegen." Deshalb sei für die Expansion nach München der niederländische Teil der Gesellschaft gewählt worden. "Wir würden es begrüßen, wenn wir auch mit Transavia Frankreich Basen im Ausland eröffnen könnten." Dafür sei allerdings eine Einigung mit den Gewerkschaften nötig.

Nicht nur im Wettbewerb mit Ryanair & Co hat der 53-jährige de Juniac viel zu tun, auch die jüngsten Anschläge in Europa machen den Geschäften zu schaffen. Die Attacken in Paris vom November sorgten immer noch dafür, dass Passagiere ausblieben, vor allem aus Japan, sagt er. Anders nach den jüngsten Anschlägen in Brüssel. "Bis jetzt haben wir noch keine deutlichen Auswirkungen gespürt."

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