Tourismus: Rekordergebnisse und Steuererleichterungen

Die Absenkung der Mehrwertsteuer für Beherbergungsbetriebe von 13 auf zehn Prozent soll nur eine von mehreren Maßnahmen zur Stützung der Tourismuswirtschaft bleiben. Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs stellt weitere Erleichterungen in Aussicht. Im Tourismus werden indessen Rekordergebnisse eingefahren.

Tourismus: Rekordergebnisse und Steuererleichterungen

Wirtschaftsmotor Tourismus: Die Umsätze und Nächtigungen steigen stetig.

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben, also der Hotellerie, von zehn auf 13 Prozent war eine der von Finanzminister Hans Jörg Schelling gesetzten Maßnahmen zur Gegenfinanzierung der Steuerreform 2016.

Damit wird die von den Unternehmen stets heftig kritisierte Steuererhöhung nun wie von der Regierung angekündigt zurückgenommen. Den entsprechenden Beschluss dafür hat der Ministerrat nun getroffen. Das entsprechende Gesetz soll vom Nationalrat noch vor der Sommerpause beschlossen werden und im November in Kraft treten. Eine Begutachtung ist nicht vorgesehen. Ministerin Elisabeth Köstinger begründete den Beschluss damit, dass eine "falsche Maßnahme der Steuerreform 2016" korrigiert werde.

2016 und 2017: Rekordjahre mit Rekordumsätzen

Dem letzten vom Wirtschaftsministerium im April 2017 veröffentlichten Tourismusbericht zufolge hatte der Tourismus hat seine wichtige Rolle als Konjunkturstütze und Beschäftigungsmotor auch im Jahr 2016 mit Bravour erfüllt. Die Zahl der Gäste und Nächtigungen hatte 2016 erneut einen Rekordwert erreicht: 41,5 Millionen Gäste hatten rund 141 Millionen Nächtigungen generiert, was einem Plus von 4,2 Prozent entsprach. Damit im Regierungsprogramm vereinbarte Ziel von 140 Millionen Nächtigungen bis zum Jahr 2018 wurde daher bereits zwei Jahre früher als angepeilt erreicht.

Die Umsätze sind 2016 ebenfalls gestiegen, nominell um vier Prozent, real um 1,7 Prozent. Auch die Beschäftigung entwickelte sich positiv: Im Jahresdurchschnitt 2016 waren durchschnittlich 208.144 Beschäftigte in der Beherbergung und Gastronomie tätig, um 2,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

2017 setzte sich der positive Trend fort. Den vorläufigen Zahlen der Statistik Austria zufolge ist die Zahl der Ankünfte weiter gestiegen - um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 43,1 Millionen Gäste. Auch bei den Nächtigungen gab es ein deutliches Plus um 2,5 Prozent auf 144 Millionen, die Umsätze sind übers Jahr gerechnet um rund 3,5 Prozent gestiegen (siehe Grafiken).

Tourismus-Statistiken 2016/17

Tourismus-Bilanz: 2017 stieg die Zahl der Ankünfte um 3,9%.

Tourismus-Statistiken 2016/17

Gegenüber 2015 konnten 2017 um 9,2 Millionen mehr Nächtigungen verbucht werden.

Weitere Erleichterungen für Tourismuswirtschaft

Die Tourismuswirtschaft ist für Österreich zweifellos enorm wichtig. Die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus werden von der Statistik Austria für das Jahr 2016 mit 19,668 Milliarden Euro beziffert (+3,7% gegenüber 2015), der Anteil am gesamtösterreichischen BIP mit 5,6 Prozent. Die Gäste aus dem In- und Ausland haben im Jahr 2016 in Summe 40,032 Milliarden Euro ausgegeben, um vier Prozent mehr als im Jahr 2015.

Trotz der erfreulich-positiven Entwicklung will die neue Bundesregierung aber nicht nur die Mehrwertsteuer auf Übernachtungen auf den Stand von 2015 zurückführen. Für die Branche soll es weitere steuerliche Entlastungen geben.

Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs von der FPÖ kritisierte die Grunderwerbssteuer als "versteckte Vermögenssteuer" und kündigte einen höheren Freibetrag für Betriebsübergaben an. Ansonsten müssten Hoteliers in guter Lage Grunderwerbssteuer bezahlen. Außerdem plädierte Fuchs für Erleichterungen bei der Abschreibung von Investitionen in Hotels und Zimmer, denn die derzeitige Abschreibungsfrist von 40 Jahren sei zu lange: "Keiner von uns will in einem Hotel wohnen, das derart abgewohnt ist." Das alles werde man im Rahmen der nächsten großen Steuerreform angehen - inklusive der Abschaffung von "Bagatellsteuern" wie der Schaumweinsteuer.

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Zur Person. Georg Schwondra, 51, ist Partner bei Deloitte und für den Ausbau und die Leitung des Bereiches Cyber Risk/Cyber Security bei Deloitte Risk Advisory verantwortlich. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl im Bereich von Security Strategy, der Beratung und Implementierung von Cybersecurity-Lösungen, dem Outsourcing von Security-Funktionen auf Auftraggeberseite und Dienstleisterseite als auch in der Begleitung und dem Management von Transformationsprojekten bei Unternehmen aller Größen, insbesondere auch im Bereich von Familien- und Privatunternehmen.

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