Topklubs planen Alleingang für eine Superliga

Topklubs planen Alleingang für eine Superliga

Lionel Messi spielt ohnehin in einer anderen Liga - rein leistungstechnisch. Das Kerneuropa des Fußballs will sich nun abschotten. Und eine eigene Superliga gründen, womit noch mehr Geld in die Kassen der reichen Top-Vereine und Fußballmillionäre fließen soll.

Die Crème de la Crème der europäischen Profifußballklubs sind offenbar mit der Champions League nicht mehr zufrieden. Sie sind auf der Suche nach einem neuen Füllhorn. Eine Superliga soll die Kassen füllen. Der Alleingang fällt just im Moment einer Führungskrise bei FIFA und UEFA.

Paris. Karl-Heinz Rummenigge lässt nicht locker. Der Präsident des FC Bayern München plant einen Alleingang. Mitnehmen will er die Topklubs des europäischen Spitzenfußballs. Eine eigene Liga soll das Fußballspektakel noch mehr ausreizen.

Der Bayern-Präsident nutzt dabei die Führungskrise bei FIFA und UEFA aus, die derzeit ohne Führung sind. Voriges Jahr war Rummenigge mit seinen Plänen abgeblitzt. Das Wort Bayern-München-Vorstandschef hat dennoch Gewicht. In der Hierarchie der Fußball-Funktionäre des europäischen Kontinents steht er ganz oben.

Bei der Generalversammlung der von Rummenigge geführten Vereinigung der europäischen Topclubs, European Club Association (ECA), am Dienstag in Paris wird er daher nichts unversucht lassen, um den Machtgewinn der Vereine inmitten der Führungskrise bei FIFA und UEFA zu zelebrieren. Und die Grenzen neu ausloten.

Mehr als verbale Muskelspiele

"Ich schließe es nicht aus, dass man in Zukunft eine europäische Liga gründet, in der die großen Teams aus Italien, Deutschland, England, Spanien und Frankreich spielen", sagte Rummenigge erst kürzlich.

Solche Gedanken sind derzeit noch vor allem verbale Muskelspiele, um die Bedeutung der finanzstarken Vereine in Abgrenzung der Dachverbände UEFA und FIFA klarzumachen, die die Champions League organisieren oder die Stars für die WM brauchen.

Allerdings: Auch Topklubs wollen sich nicht blind der Vorgabe von Rummenigge beugen. Einige Champions League Klubs befürchten, dass der Bogen von den Spitzenklubs überspannt wird. Fangruppen befürchten, dass eine weitere Kommerzialisierung zu einer weiteren Preissteigerung bei den Tickets führen wird.

Die Mehrklassengesellschaft

Bei der Sitzung der 220 Vereine aus 53 Ländern - darunter die vier österreichischen Clubs Rapid Wien, Red Bull Salzburg, Austria Wien und Sturm Graz - im Hotel InterContinental Paris Le Grand geht es auch um Themen wie Ergebnisse aus den ECA-Arbeitsgruppen oder den UNESCO-Bericht zu Rassismus. Die Rednerliste verdeutlicht aber die Bedeutung der Top-Clubs.

Die FIFA schickt den in der Krisenzeit in der Hierarchie aufgerückten Chefjuristen Marco Villiger, die UEFA gar ihren Generalsekretär Gianni Infantino. Der Italo-Schweizer unterbricht dafür auch seinen reiseintensiven Wahlkampf um das FIFA-Präsidentenamt und fliegt gut zwei Wochen vor dem FIFA-Wahlkongress am 26. Februar direkt aus Ruanda in Frankreich ein.

Die Neuaufstellung

Im Vorjahr hatte Rummenigge mit der ECA der UEFA noch unter der Führung von Michel Platini nicht nur eine deutlich lukrativere Staffelung der Start- und Preisgelder für Champions und Europa League abgerungen, sondern auch zwei Plätze in deren Exekutivkomitee ausgehandelt. Seitdem nimmt der 60-Jährige auch an den Sitzungen des Führungsgremiums des kontinentalen Dachverbandes teil.

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