To-go: McDonald's exerziert den umgekehrten Brexit vor

To-go: McDonald's exerziert den umgekehrten Brexit vor

Brexit: McDonald's flüchtet vor EU-Steuern und verlegt den Auslandssitz nach London.

Die EU hat gegen McDonald's Steuerermittlungen eingeleitet. Nun zieht die Fast-Food-Kette den für sie daraus logischen Schluss: Die Europa-Zentrale wird von Luxemburg nach Großbritannien verlegt.

Das Brexit-Votum der Briten hat Europa und die in Großbritannien ansässigen, in die EU exportierenden Unternehmen auf dem falschen Fuß erwischt. Seither überlegen viele Firmen, ihren Sitz von der Insel abzuziehen und in einen anderen EU-Mitgliedsstaat zu verlegen.

Genau den entgegengesetzten Weg will jedoch McDonald's gehen. Nachdem die EU Steuerermittlungen gegen die Restaurantkette eingeleitet hat, will der US-Konzern jetzt seinen Firmensitz aus der EU abziehen und diesen nach Großbritannien verlegen. McDonald's will zu diesem Zweck eine neue Holding in Großbritannien gründen, in der die meisten Lizenzgebühren außerhalb der USA eingehen sollen. Gewinne aus dem Auslandsgeschäft von internationalen Unternehmen mit Steuersitz in Großbritannien müssen dort praktisch nicht versteuert werden.

Steuer-Freiheit für McDonald's

Hintergrund ist, dass die EU-Kommission im Kampf gegen die Steuerflucht internationaler Konzerne auch McDonald's unter die Lupe genommen hat. Auch die Rechtmäßigkeit von Vereinbarungen des Unternehmens mit den Finanzbehörden in Luxemburg wird geprüft. Aufgrund dieser Übereinkünfte hat McDonald's seit 2009 in Luxemburg keine Unternehmenssteuern auf Lizenzgebühren gezahlt, die der Konzern von Franchise-Filialen in Europa und Russland erhalten hat. Dabei habe Luxemburg McDonald's von den Abgaben in dem Wissen befreit, dass der Konzern auch in den USA praktisch keine Steuern auf diese Einkünfte zahlt.

Hintergrund ist die Auslegung des Abkommens zur Doppelbesteuerung zwischen Luxemburg und den USA. Eine Vereinbarung wie die zwischen McDonald's und Luxemburg müsse mit Blick auf illegale staatliche Hilfen genau untersucht werden, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. McDonalds drohen hohe Steuernachzahlungen. Die EU hat auch andere US-Unternehmen wie Starbucks, Fiat Chrysler, Apple und Amazon wegen deren Steuerpolitik im Visier.

Im Juli hatte die Imbisskette erklärt, 5000 neue Arbeitsplätze in Großbritannien zu schaffen. Der Schritt wurde damit begründet, dass Verbundenheit mit den Briten zum Ausdruck gebracht werden solle, die sich angesichts des Brexit in wirtschaftlich schwierigen Fahrwassern befänden.

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