Tiroler KitzVenture zahlt Anlegern ihr Kapital mit Zinsen zurück

Die in die Kritik geratene Tiroler Investmentfirma zahlt Anlegern ihre Einlage plus Zinsen zurück. KitzVenture-Chef Landrock will seine ehemalige Rechtsanwaltskanzlei mit Klagen eindecken.

Tiroler KitzVenture zahlt Anlegern ihr Kapital mit Zinsen zurück

KitzVenture-Chef Patrick Landrock will nach Rückzahlung der Anlegergelder gegen seine ehemaligen Anwälte zu Gericht ziehen.

Kitzbühel. Die in die Kritik geratene Tiroler Investmentfirma kitzVenture hat ihren Anlegern ihr Kapital plus der vereinbarten Zinsen von 9,75 Prozent zurückbezahlt. Zudem seien freiwillig auch noch Zinseszinsen ausbezahlt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Aussendung mit. Die Investmentfirma will außerdem eine Rechtsanwaltskanzlei wegen falscher Beratung klagen.

"Wir werden dem Gericht Unterlagen vorlegen, die beweisen sollen, dass wir bei der Gründung unseres Investmentgeschäfts von dieser Kanzlei falsch beraten wurden", erklärte Patrick Landrock, Geschäftsführer der kitzVenture. Dabei ginge es nicht nur um den spezifischen Schaden von mehr als einer halben Million Euro, sondern auch um die Tatsache, dass es aufgrund dieser falschen Beratung zu allen nachfolgenden und existenzbedrohenden Schwierigkeiten mit Behörden und Finanzmarktaufsicht gekommen sei. Man wolle nun Schritt für Schritte seine Reputation wiederherstellen, hieß es seitens kitzVenture.

Die Tiroler Investmentfirma mit Sitz in Kitzbühel war bereits ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Anklagebehörde warf den Verantwortlichen vor, sie hätten zwischen September 2016 und März 2017 intensiv Investments mit einem Fixzinssatz von 9,75 Prozent beworben und so 79 Personen zur Veranlagung verleitet. Das Geld sei aber nur zu einem geringen Teil wie versprochen in Aktien investiert worden. Der dadurch entstandene Schaden beträgt laut der Anklagebehörde 176.000 Euro.

Zudem soll die Investmentfirma Rechnungen für Werbeeinschaltungen in TV und Presse in der Höhe von 658.000 Euro nicht bezahlt haben. Außerdem sollen Anwälte und Berater beigezogen aber nicht bezahlt worden sein. Der Schaden daraus wurde mit 136.000 Euro beziffert. Der für Ende April anberaumte Prozess musste aufgrund der Coronakrise verschoben werden. Ein neuer Termin wurde bis dato noch nicht angesetzt, teilte Landrock der APA mit.

Ausgelöst hatte die Ermittlungen eine Anzeige der FMA. Die Aufsicht hatte 2017 dem Chef von kitzVenture eine Geldstrafe wegen irreführender Werbung in Höhe von 66.000 Euro aufgebrummt. Letztlich soll das Bundesverwaltungsgericht diese Strafe auf 60.000 Euro reduziert haben. Auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) war gerichtlich gegen die Bewerbung des Anlagemodells kitzVenture vorgegangen.

KitzVenture sammelte bei Kleinanlegern Geld in Form von Nachrangdarlehen ein und versprach ihnen 9,75 Prozent Zinsen im Jahr. Das Geld sollte nach Angaben des Unternehmens in Start-ups investiert werden. Bei Nachrangdarlehen besteht für die Anleger ein Totalverlustrisiko.

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