Deutsche Telekom CEO Tim Höttges: "Die Ausgangssituation ist schlecht"

Der wortgewaltige Chef der Deutschen Telekom, Tim Höttges, ist emotional, wenn er sagt, dass Europa im digitalen Wandel viele Jahre verpasst hat. Er fordert die Konsolidierung der kleinteiligen EU-Märkte und will, dass Google, Amazon & Co. für die Nutzung der Netze bezahlen. Das Interview fand im Rahmen des Salzburg Summit Ende Juli statt.

Tim (Timotheus) Höttges, CEO Deutsche Telekom

Tim (Timotheus) Höttges, CEO Deutsche Telekom

trend: Sie waren vor zwei Jahren in Wien anlässlich der Fusion von UPC in die T-Mobile Austria, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Wie hat sich dieser Deal seither entwickelt?
Timotheus Höttges: Eine aktuelle Analyse hat ergeben, dass wir die gesetzten Ziele übererfüllten. Die Synergien sind sogar höher als gedacht, und wir sind auch in der Markenwahrnehmung besser als erwartet. Wir hatten zu Anfang noch ein paar Themen bei Kunden- und Servicezufriedenheit, die haben wir mittlerweile gelöst. Bei der Kundenzufriedenheit sind wir jetzt führend. Was auch unser Anspruch ist in Österreich. Von daher war die Akquisition, in die wir 1,8 Milliarden Euro investiert haben, eine sehr erfolgreiche. Das Management hat auch das Bündelangebot aus Festnetz und Mobilfunk wirklich gut hinbekommen.

Wieso sind Sie eigentlich in Österreich nicht bei T-Mobile geblieben, sondern haben mit Magenta eine neue Marke gewählt?
Das war eine ganz schwierige Entscheidung. Wir sind aber in Österreich bewusst nicht bei T-Mobile geblieben, weil wir hier nicht nur Mobilfunk anbieten, sondern auch Festnetzprodukte für zuhause. Und das Produktversprechen muss sich ja irgendwo ausdrücken in der Marke. Wir konnten uns aber nicht Telekom Austria nennen, deswegen haben wir das mit unserer Farbe, eben Magenta, umgesetzt.

Die Übernahme von UPC war in den Maßstäben der Deutschen Telekom eine Minitransaktion. Sie plädieren aber generell stark für eine Konsolidierung in Europa und auch für ein EU-Wettbewerbsrecht, das dieses zulässt. Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie da auf Gehör stoßen?
Also erst mal war der Kauf von UPC im Unterschied etwa zu unserer aktienbasierten Transaktion in den USA ein reiner Cash-Deal und damit meine größte Transaktion, die ich in Cash bislang verwirklicht habe. Von daher ist das schon bedeutend und auch ein klares Commitment für Österreich. Wir wollen in Europa überall, wo wir präsent sind, das führende Telekommunikationsunternehmen sein. Das haben wir mit dieser Strategie in Österreich realisiert. Aber nun zu Ihrer Frage: Wir leben in Europa erstens in einem Markt, der intensiv Verbraucherinteressen reflektiert. Die Menschen zahlen heute in Europa deutlich niedrige Preise als zum Beispiel in USA. Dort bezahlen Sie für einen Festnetzanschluss das Dreifache und für den Mobilfunk das Doppelte. Zweitens hat die EU 27 Mitgliedsstaaten, aber keinen Digital Single Market. Das heißt, die kartellrechtlichen Rahmenbedingungen sind für jeden Markt einzeln definiert, und die Behörden passen auf, dass wir überall drei bis vier Anbieter haben. Dadurch ist diese Industrie enorm fragmentiert. Das ist gut für den Preiswettbewerb, ist aber schlecht für Investitionen und die Nutzung von Größenvorteilen.


In den letzten zehn Jahren hat die europäische Telekommunikationsindustrie um die 50 Prozent an Wert verloren, während die gleiche Industrie in den USA um 179 Prozent gewachsen ist.

Was zur Folge hat, dass die Telekom- Unternehmen zu klein sind, um in der Digitalisierung mit den USA und Asien mithalten zu können?
Den Unternehmen müssen, wenn sie weiter viel investieren, gleichzeitig aber die Preise niedrig sein sollen, Möglichkeiten verschafft werden, dass sie Kostenvorteile nützen. Deswegen ist unser Appell: Konsolidierung - um die neuen Plattform-Ökonomien realisieren können. Inwieweit das jetzt auf Zustimmung stößt, ist schwer abzuschätzen. Wir tun uns schwer in Europa, einmal Gelerntes, auch wenn es zwanzig Jahre alt ist, wieder umzulernen. Da ist ein dickes Brett zu bohren. Aber nur so hat die Industrie wirklich die Chance, auch das zu leisten, was von den Konsumenten und von der politischen Seite erwartet wird.

Wird nicht verstanden, wenn Sie argumentieren, dass wir uns in der Transformation hin zu Plattformökonomien befinden und dort einfach andere Rahmenbedingungen gelten? Dass man einfach eine gewisse Größe haben muss, um da mitzuspielen? Oder man spielt eben nicht mit.
Ich glaube, das Problem der europäischen Politik ist aktuell, dass wir alles wollen: niedrige Verbraucherpreise, viel Wettbewerb, enorme Infrastrukturinvestitionen und gleichzeitig hohe Innovationsfähigkeit. Die aktuellen Zahlen belegen ja: In den letzten zehn Jahren hat die europäische Telekommunikationsindustrie, außer die Deutsche Telekom, um die 50 Prozent an Wert verloren, während die gleiche Industrie in den USA um 179 Prozent gewachsen ist. Diese Erkenntnis muss noch bei den politischen Entscheidungsträgern wirken. Ich wünschte mir, dass die europäische Politik sagt, auch die in den Nationalstaaten, was sie eigentlich möchte: welchen Digitalisierungsgrad, welchen Versorgungsgrad usw. Dann können wir als Industrie sagen, welche Größenvorteile wir dafür brauchen. Aber das Zielbild ist nicht klar. Alles zu verlangen führt zu einer enormen Verunsicherung, was wiederum Investitionen erschwert.

Europa hat in der digitalen Transformation ohnehin schon extrem viel an Boden verloren. Gibt es unter den von Ihnen geschilderten Rahmenbedingungen überhaupt noch dir Chance, wieder Terrain gut zu machen?
Es ist nie zu spät. Die Mentalität, dass Europa gegen die großen amerikanische Konzerne schon verloren hat, darf gar nicht entstehen. Sondern wir müssen immer wieder, auch wenn wir Nachteile haben, hinterfragen, wie wir wieder eine gute Position im globalisierten Wettbewerb bekommen können. Auch wenn wir viele Jahre verpasst haben. Wir haben die Industrien der Social Media und der werbefinanzierten Plattformen verpasst. Wir haben die Industrie der Cloud verpasst: 92 Prozent aller Daten der westlichen Welt werden auf amerikanischen Clouds gehalten. Wir sind dabei, die Kommerzialisierung von Artificial Intelligence zu verlieren. Und ich mache mir große Sorgen, ob wir wirklich in der Lage sind, die von unserer Wissenschaft sehr gut ausgearbeiteten Modelle für modernste Technologien wie Quantencomputing oder Kryptografie zu kommerzialisieren. Denn dafür fehlen bei uns die finanziellen Rahmenbedingungen.


Die europäische Idee, die Solidarität, der Wertekanon und der Wohlstand mit seiner Wertschöpfung sind gute Voraussetzungen, um auch in den neuen Industrien nachhaltig erfolgreich zu sein.

Klingt jetzt nicht rasend optimistisch ...
Die Ausgangssituation ist schlecht, aber wir dürfen nicht aufgeben. Wenn die Welt in zwei Technosphären zerfällt, China und die USA, und es zwischen diesen zu einem Machtkonflikt kommt, dann wäre es gut, wenn Europa eine eigene digitale Souveränität hätte mit eigener Kompetenz. Warum haben wir keine Mikrochips in skalierbaren Volumen hier, die uns jetzt in der Wirtschaft sehr helfen würden? Warum haben wir noch keine großen Cluster für künstliche Intelligenz und für die Daten? Warum haben wir keine digitale Souveränität bei unserer Cloud-Infrastruktur? Und warum leisten wir uns eine Telekommunikationsindustrie, die kein sich selbst finanzierendes Modell für die notwendige Infrastruktur hat? Und dazu versagt noch der Staat als Nachfrager für digitale Services für seine Bürger.

Sie meinen, die meisten europäischen Staaten nehmen ihre Möglichkeiten als Treiber der Digitalisierung nicht wahr?
Genau. Warum kann ich mich nicht überall digital registrieren? Warum haben wir keine Möglichkeit, digital zu wählen? Warum gibt es keinen einheitlichen Zugang zu unterschiedlichen Behörden? Warum muss ich meine Daten permanent bei zehn Stationen abgeben? Warum sind Einwohnermeldeamt und Steuerbehörde nicht besser verbunden? Dass es geht, zeigt ein kleines Land wie Estland, das 99 Prozent seiner Verwaltung digitalisiert hat. Wenn der Staat als digitaler Nachfrager auftritt, ist er der Leuchtturm für die gesamte mittelständische Industrie. Globalen Unternehmen ist ja egal, wenn die Daten alle auf Rechnern in Amerika liegen.

Sie haben zu Recht sehr viel aufgezählt, woran es in Europa krankt, und sind dennoch zuversichtlich, dass der Rückstand aufgeholt werden kann?
Meine Emotion nährt sich aus der tiefen Überzeugung, dass die europäische Idee, die europäische Solidarität, der europäische Wertekanon und der europäische Wohlstand mit seiner Wertschöpfung gute Voraussetzungen sind, um auch in den neuen Industrien nachhaltig erfolgreich zu sein. Mich ermutigt, dass unsere akademischen Eliten hervorragende Grundlagenforschung betreiben. Die Anzahl der Patentanmeldungen aus der Wissenschaft ist deutlich höher als unser Anteil an der Weltbevölkerung. Zudem kommen 21 Prozent aller privaten Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von Unternehmen aus der EU.


Europa überlässt insbesondere die kleinen Unternehmen beinhart dem Wettbewerb. Und wenn sie reüssieren, werden sie von amerikanischen Konzernen gekauft.

Sie sagten aber auch, dass wir's dann halt nicht auf den Bogen bringen.
Ich war ja grad beim Optimismus. Aber das ist genau der Punkt: Es mangelt an der Umsetzung in Geschäftsmodelle. Nur acht Prozent der weltweit über 750 Unicorns (Start-ups mit über einer Milliarde Dollar Bewertung, Anm.) kommen aus der EU. In digitalen Technologien spielt Europa kaum eine Rolle. Zum einen wirkt da der Föderalismus in der EU lähmend. Zum anderen ist die Mentalität sehr stark liberal geprägt und aufs Prinzip Survival of the Fittest ausgerichtet. In vielen Industrien, wo es auf Differenzierung von Produkten durch Innovationen ankommt, ist das völlig richtig. Aber die sogenannten Plattformökonomien leben von Skalierung. Wir kommen heute an Google nicht vorbei. Wir kommen an Office 365 von Microsoft nicht mehr vorbei. Das gleiche gilt für iOS und Android, zwei Betriebssysteme für den gesamten Mobilfunk weltweit. Das sind alles in sich geschlossene, globale Systeme.

Denen Europa nichts entgegenzusetzen hat. Und auch in Zukunft nicht haben wird - oder doch?
Wir müssen bestimmten Industrien die Chance geben, diese Plattformökonomien zu schaffen. Das erfordert eine andere kartellrechtliche Behandlung, das erfordert auch einen anderen politischen Willen. Ich verstehe nicht, warum die Politik nicht sagt:"Wir wollen das für unsere Bürger schaffen, es wird Verlierer und Gewinner geben in diesem Konzert, aber wir bauen oder gestalten Märkte auch nach Größe." China und Amerika machen uns das vor. Europa überlässt insbesondere die kleinen Unternehmen beinhart dem Wettbewerb. Und wenn sie reüssieren, werden sie von amerikanischen Konzernen gekauft. Es liegt ein Stück weit am politischen Willen, in welchen Industrien wir zukünftig wettbewerbsfähig sind.

Ist da - provokant formuliert - ein Ruf nach mehr Protektionismus für die europäische Wirtschaft herauszuhören?
Wenn wir uns nicht in die Lage versetzen, global agierende Unternehmen zu haben, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, den Wohlstand zu verteidigen, den wir hier haben, wird der Ruf nach einer Schließung der Grenzen in den europäischen Ländern immer lauter werden. Wenn wir früh genug die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, dann verhindern wir diesen Protektionismus.


Vier Anbieter aus Amerika produzieren 50 Prozent des weltweiten Datenvolumens, Sie werden dafür belohnt, unsere Netzwerke vollmachen und zahlen dafür - nichts.

Aber wenn Sie einen gewissen Schutz für Unternehmen verlangen, damit sie sich entwickeln können, ist das doch eine Art wirtschaftlicher Protektionismus.
Ich bin trainiert auf enormen Wettbewerb, ich mag Wettbewerb. Was ich aber nicht mag, ist Wettbewerb, der asymmetrisch, der unfair ist. Und wenn sich dieses Problem nicht über die Märkte löst, muss meines Erachtens die Politik einschreiten. Unternehmen wie die GAFAs (Google, Apple, Facebook, Amazon, Anm.) sehen über die Datenmodelle alles von ihren Kunden. Wenn sie die Daten dann nutzen, um laufend neue Geschäftsmodelle draufzusetzen, und wenn sie auch zu deren Finanzierung ganz andere Möglichkeiten wie wir in Europa vorfinden, dann haben Industrien in der EU, die versuchen, diese Geschäfte selber zu betreiben, keine Chance. Der Wertzuwachs von Microsoft in einem Jahr Coronapandemie entspricht dem Gesamtwert aller EU-Telkos. Und last but not least müssen wir auch bei China sehen, dass dort Globalisierung zwar erwünscht ist, dass aber eigene Industrien geschützt werden. Auch das ist nicht fair. Ich finde, wenn Sie im Ring stehen und für den Wohlstand Europas kämpfen, müssen Ihnen auch die gleichen Spielbedingungen erlaubt werden.

Die werden uns jetzt von anderen vorgegeben. Europa muss aus Ihrer Sicht endlich nachziehen?
Ja. In den USA gibt es für 330 Millionen Menschen drei Mobilfunkanbieter. In Europa haben wir für rund 500 Millionen Einwohner in jedem Land drei bis vier Wettbewerber. Das führt dazu, dass wir heute über 120 Mobilfunkunternehmen in Europa haben, die sich gegenseitig auf den Füßen stehen. Kann so eine Industrie die gleiche Leistungsfähigkeit haben wie zum Beispiel die amerikanische? Nein, kann sie natürlich nicht!

Sie fordern, dass die sogenannten Hyperscaler, die von Ihnen angesprochenen GAFAs, an der Finanzierung der digitalen Infrastruktur in europäischen Ländern beteiligt werden müssten. Eine nachvollziehbare Position, die von den Betroffenen natürlich abgelehnt wird. Das könnte bestenfalls auf politischer Ebene irgendwie gelöst werden. Gibt's da konkrete Schritte, oder ist das vorerst einmal eine Idee?
Vier Anbieter aus Amerika produzieren 50 Prozent des weltweiten Datenvolumens, elf amerikanische Anbieter 80 Prozent. Und die werden dafür belohnt, wenn sie mit Filmen auf You-Tube, auf Instagram oder auf TikTok unsere Netzwerke vollmachen und dafür nutzen, Daten zu bekommen, die sie wiederum verkaufen können für individualisierte Angebote. Das heißt, je mehr Verkehr sie auf unseren Infrastrukturen produzieren, desto mehr werden sie dafür belohnt - und sie bezahlen dafür nichts. Wir stellen unsere Netze den Internetplattformen kostenlos zur Verfügung. Ich halte das für unfair, wir sollten sie verpflichten, dafür zu zahlen. Aber wenn ich das anspreche, kriege ich die zynische Antwort, ich solle doch bitte meine Endkundenpreise erhöhen. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, dass uns das nicht gelingen wird. Wir verdoppeln im Gegenteil jedes Jahr das Volumen zum gleichen Preis. Ich gehe davon aus, dass die Datennutzung perspektivisch für unsere Konsumenten immer günstiger wird. Was auch an der hohen Wettbewerbsintensität in Europa liegt. Das heißt also, ich bin gefangen, weil wir gleichzeitig keine Chance haben, die Wirtschaftsaktivitäten, die auf unseren Netzen passieren, in irgendeiner Weise zu monetarisieren. Darum fände ich eine Art Terminierungsentgelt, einen Betrag für die Zustellung der Daten an den Endverbraucher, mehr als fair. Wir könnten diese Mittel zur Refinanzierung des Infrastrukturausbaus gerade im ländlichen Raum verwenden.


Ich träume von einer digitalen Souveränität Europas.

Die Analyse ist klar verständlich. Aber gibt's dafür auch Rückendeckung von der europäischen Politik, ohne die man dieses Ziel nicht erreichen wird?
Ich finde den Digital Market Act, der aktuell von den EU-Kommissaren Thierry Breton und Margrethe Vestager auf den Weg gebracht worden ist, ermutigend, um fairere Rahmenbedingungen für die europäische Digitalindustrie zu schaffen. Ich unterstütze die Initiative ausdrücklich, weil sie zumindest Korrekturen vornimmt. Inwieweit auch Terminierungsentgelte dabei eine Rolle spielen, wird man sehen. Das ist eine neue Idee, die man dort einbauen könnte. Denn es braucht definitiv Regulierung für globale Inhalte-Anbieter. In den USA denkt die Regulierungsbehörde FCC bereits darüber nach, sie an den Kosten des Netzausbaus zu beteiligen.

Für einen Topmanager bringen Sie Ihr Plädoyer für den digitalen Wandel in Europa sehr emotional vor. Hat dieses Thema für Sie - abseits der Finanzergebnisse der Deutschen Telekom - auch eine persönliche und gesellschaftliche Dimension?
Absolut. Ich bin ja als ausgebildeter Finanzexperte eigentlich ein sehr emotionsloser Mensch. Aber ich habe gelernt, dass mindesten 50 Prozent der Geschäftes Emotion sind. Vor allem bin ich überzeugt, dass ohne Haltung alles andere kraftlos wird. Außerdem ist mir durch die Reflexion mit Kunden und mit der Politik bewusst geworden, dass wir nach dem Sturm und Drang des Privatisierens der Telekommunikationsmärkte jetzt in eine Phase kommen, wo die gesellschaftliche Rolle und Verantwortung der Unternehmen - und gerade des europäischen Marktführers Deutsche Telekom - extrem hoch ist. Wir tragen Verantwortung, uns mit Fragen der Nachhaltigkeit, mit Cybersecurity, mit ethischen Dimensionen des Internets auseinanderzusetzen und der Politik Vorschläge zu unterbreiten, wie man es insgesamt für den Kunden und den Bürger besser machen kann. Ich bin der Meinung, unsere Industrie sollte wieder in die Lage kommen, mehr in die Forschung und Entwicklung zu investieren. Wir können heute immer nur in Infrastruktur investieren. Aber Breitband allein ist noch nicht Digitalisierung. Und genügend Kraft für technologische Innovation haben wir nicht. Ich träume von einer digitalen Souveränität Europas, von einer europäischen Industrie, die ihre Bürger versorgt, was Cybersecurity, Datenhaltung und die Digitalisierung aller Verwaltungsbereiche betrifft. Dieses Prinzip, wofür wir stehen, ist natürlich tief politisch, tief gesellschaftlich und weniger ökonomisch. Die Ökonomie ist die Konsequenz des guten Tuns.

Take Aways
  • Timotheus Höttges, geb. 1962, trat 2000 in die T-Mobile ein und ist seit 2014 CEO der Deutschen Telekom, des Marktführers in Europa, wo er zuvor Finanzvorstand war. Der studierte Betriebswirt war maßgeblich an der Fusion von VIAG und VEBA zur E.on AG beteiligt. Höttges ist unter anderem Aufsichtsrat von Daimler und Bayern München.
  • Die Deutsche Telekom AG hat ihren Hauptsitz in Bonn, der Umsatz lag zuletzt bei 101 Milliarden Euro. Die Gruppe beschäftigt 226.300 Mitarbeiter und hat rund 242 Millionen Kunden im Mobilfunk, 27 Millionen im Festnetz und 22 Millionen im Breitband-Internetbereich. Zwischen 2014 und 2020 hat die Deutsche Telekom jährlich rund zwölf Milliarden Euro investiert, für den Zeitraum 2021-2025 liegt das Budget bei ca. 17 Milliarden Euro pro Jahr.
  • Der Börsenwert (ISIN DE0005557508) liegt bei 99 Milliarden Euro Vergleich: Die fünf größten EU-Telekommunikationsunternehmen kommen auf einen Wert von 185 Milliarden Euro, die fünf Topgesellschaften der USA auf 750 Milliarden Euro, die Big Five der US-Digitalunternehmen auf 6.700 Milliarden.
  • Die Österreich-Tochter Magenta erwirtschaftete 2020 1,3 Milliarden Euro Umsatz und 496 Millionen operativen Gewinn (Ebitda). 268 Millionen wurden investiert. Magenta beschäftigt 2.400 Mitarbeiter.

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