Teurere Flugtickets: Inflation auf 1,2 Prozent gestiegen

Teurere Flugtickets: Inflation auf 1,2 Prozent gestiegen

Teurer gewordene Flugtickets sorgen für eine gestiegene Inflation.

Die Inflationsrate für Juli 2015 betrug nach Berechnungen der Statistik Austria 1,2 Prozent (Juni: 1,0 Prozent). Ein Preisanstieg bei Flugtickets und Pauschalreisen sowie bei der Wohnungsinstandhaltung sind der Grund dafür.

Die Inflation hat sich im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht und betrug 1,2 Prozent, nachdem sie vier Monate bei 1,0 Prozent gelegen war. Als Preistreiber erwiesen sich Ausgaben für Restaurants und Hotels, insbesondere der Gang ins Wirtshaus wurde teurer. Tanken dagegen kostete deutlich weniger. Der tägliche Einkauf wurde um 1,1 Prozent teurer, der wöchentliche Einkauf verbilligte sich.

Der Preis für den sogenannten Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verringerte sich im Jahresabstand um 0,5 Prozent, teilte die Statistik Austria am Freitag mit.

Der Mikrowarenkorb hingegen, der überwiegend aus Nahrungsmitteln besteht und den täglichen Einkauf repräsentiert, kostete um 1,1 Prozent mehr. Im Juni war er um 1 Prozent teurer geworden - die Statistiker haben die Daten für den Vormonat um 0,1 Prozentpunkte (von zuvor 0,9 Prozent) nach oben revidiert.

Ohne billigeren Treibstoff hätte die Inflation im Juli sogar 1,6 Prozent betragen, erklärte die Statistik Austria. Tanken verbilligte sich im Jahresabstand um 9,7 Prozent, wobei der Preis für Diesel um 11,7 Prozent zurückging und jener für Superbenzin um 6,9 Prozent.

Heizöl billiger geworden

Stark verbilligt - um 19,3 Prozent - hat sich auch Heizöl. Dieser Posten drückte die gesamte Haushaltsenergie ins Minus (-2,7 Prozent). Strom kostete etwas mehr (+0,3 Prozent), feste Brennstoffe verteuerten sich um 1,8 Prozent und Fernwärme um 4,6 Prozent. Die Gaspreise sanken leicht um 0,3 Prozent.

Ausschlaggebend für den Anstieg der Juli-Jahresinflation war die zunehmende Preisdynamik beim Reisen sowie bei der Wohnungsinstandhaltung (+1,3 Prozent nach +1,0 Prozent im Juni). Deutlich mehr war für Wohnungsmieten zu berappen (+4,8 Prozent); die Betriebskosten für Mietwohnungen stiegen um 3,3 Prozent.

Fürs Verreisen mussten die Österreicher im Juli ebenfalls tiefer in die Geldbörse greifen. Flugtickets kosteten um 8,5 Prozent mehr, im Juni hatten sie sich noch um 1,8 Prozent verbilligt. Pauschalreisen waren um 1,2 Prozent teurer, einen Monat zuvor waren sie um 0,3 Prozent günstiger gewesen.

Teurer geworden sind im Juli auch Zeitungen, Bücher und Schreibwaren (+3,4 Prozent), Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+3,2 Prozent) sowie Versicherungsdienstleistungen (+2 Prozent).

Die Nahrungsmittelpreise stiegen nur moderat um 0,5 Prozent. Fleisch kostete um 1,2 Prozent und Brot um 1,3 Prozent mehr. Obst verteuerte sich um 3,2 Prozent, Gemüse um 0,6 Prozent. Milch, Käse und Eier wurden hingegen insgesamt um 2,6 Prozent billiger.

Deutlich gestiegen sind dagegen die Preise für alkoholfreie Getränke (+3,9 Prozent); Bohnenkaffee kostete gleich um 9 Prozent mehr. Für Alkohol und Zigaretten musste um 2,9 Prozent mehr ausgegeben werden.

Die durchschnittliche Teuerung für den Einkauf eines typischen Pensionistenhaushalts lag im Juli - wie schon im Juni - bei 1,3 Prozent. Hauptgrund für die Differenz zur allgemeinen Teuerung (Verbraucherpreisindex VPI) waren die Preisanstiege im Bereich Gesundheitspflege. Diese Ausgabengruppe ist im Pensionistenpreisindex (PIPH) stärker gewichtet, ebenso wie Versicherungsdienstleistungen. Treibstoffe spielen hingegen eine geringerer Rolle, sodass sich die Verbilligungen bei Diesel und Benzin weniger stark dämpfend auf den Pensionistenpreisindex auswirkten.

Gegenüber dem Vormonat Juni sind die Preise dank Sommerschlussverkaufs bei Kleidung und Schuhen um 0,4 Prozent zurückgegangen.

Der auf EU-Ebene harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) betrug im Juli +1,1 Prozent (Juni: +1,0 Prozent). Der HVPI wird etwas anders berechnet als der VPI, so wirkten sich etwa die Verbilligungen beim Treibstoff stärker aus.

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