Teurer Klimawandel: Schäden von bis zu 8,8 Milliarden Euro pro Jahr

Teurer Klimawandel: Schäden von bis zu 8,8 Milliarden Euro pro Jahr
Teurer Klimawandel: Schäden von bis zu 8,8 Milliarden Euro pro Jahr

Ein von rund 20.000 Schneekanonen in Österreich. Werden die Winter noch wärmer, kommen noch mehr zum Einsatz.

Wärmere Winter, weniger Schnee, weniger Gäste: So sieht ein Bedrohungsszenario für Österreichs Tourismus aus, wenn es nach einer Studie des staatlichen Klima- und Energiefonds geht. Bis zu 8,8 Milliarden Euro jährlich könnte Österreich der Klimawandel bis zum Jahr 2015 kosten.

"Der Klimawandel wird zunehmend im Geldbörsel spürbar", warnt Ingmar Höbarth, Chef des staatlichen Klima- und Energiefonds. Es müsse bis zum Jahr 2050 mit bis zu 8,8 Milliarden Euro an jährlichen Kosten gerechnet werden - wenn die Lage nicht noch schlechter wird. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die die ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels für Österreich evaluierte. Aktuell liege die Schadenssumme bei 1 Milliarde Euro im Jahr. Diese Schäden könnten aber laut der Studie weiter steigen, wenn es nicht zu signifikanten Emissionsreduktionen kommen sollte. Seit 1880 ist die Temperatur in Österreich im Jahresmittel um zwei Grad angestiegen.

Die jetzigen Klimakapriolen seien nur ein Vorgeschmack auf das, was noch komme, warnt der Klimaforscher. Der November des Vorjahres sei der wärmste Novembermonat seit Temperaturaufzeichnungen gewesen, der Winter komme mittlerweile mit zwei Monaten Verspätung - mit fatalen Folgen. So stehen in Österreich mittlerweile 20.000 Schneekanonen.

Teurer Klimwandel: Bis zu 8,8 Milliarden Euro jährlich könnte Österreich ein Temperaturanstieg kosten

Der Klimawandel trifft vor allem den Tourismus: Als einer der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren in Österreich betrug sein Anteil 2012 rund 18 Milliarden Euro - sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Auf Temperaturen, Niederschlags- und Schneemengen reagiert der Tourismus besonders sensibel. Für Touristiker hat Höbarth deshalb eine mehr als alarmierenden Botschaft: Bis 2050 wird es aufgrund des Klimawandels jährlich eine Millionen Nächtigungen weniger geben.Im Zeitraum von 2016 bis 2045 könnte ein moderater Klimawandel - eine mittlere Temperaturerhöhung von einem Grad - den Tourismus durchschnittlich 90 Millionen Euro jährlich kosten. "Wintertourismus wird in vielen Lagen Österreichs kürzer oder gar nicht mehr in der bekannten Form stattfinden können", warnte auch sein Kollege Karl Steiniger.

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter verwies auf Nachfrage nach konkret geplanten zusätzlichen Maßnahmen auf die laufenden Gespräche mit den Bundesländern. Diesen wolle er nicht vorgreifen. Zuletzt war jedenfalls das Umweltbudget rückläufig. Lag es 2013 noch bei 658 Mio. Euro, sank es im Vorjahr auf 639 Mio. Euro.

Für die Grünen sind die Zahlen aus der Studie "in höchstem Maße alarmierend". "Das Klimamaßnahmenprogramm des Umweltministers ist mit 31.12.2014 ausgelaufen. Neue Maßnahmen sind bislang weder vorgestellt, noch finanziert, noch beschlossen. So haben wir zwar ein Klimaschutzgesetz, aber keine Umsetzungsmaßnahmen", kritisiert Umweltsprecher Christian Brunner. Für Greenpeace ist Untätigkeit beim Klimaschutz weit teurer als es die Kosten für Schutzmaßnahmen wären. "Energieeffizienz und die Umstellung auf erneuerbare Energien sind dabei die zentralen Säulen", rechnet deren Energiesprecher Walter Saurer vor.

Geld

Online-Shopping in China: Damit billig einkaufen, nicht teuer wird

Wirtschaft

KSV: Unternehmen fehlt der Mut zu Neuem

Niki Lauda (Juni 2018)

Wirtschaft

Der Einzelkämpfer: Niki Lauda [22.2.1949 – 20.5.2019]