Unfall mit Autopilot setzt Tesla unter Druck

Unfall mit Autopilot setzt Tesla unter Druck

Das computergesteuertes Selbstfahrsystem von Tesla dürfte nicht so ausgereift sein, dass der Fahrer die Hände vom Lenker nehmen kann.

Der Elektro-Autopionier Tesla aus den USA ist nun auch in China unter Druck. Der computergesteuerte "Autopilot" eines Tesla-Besitzers hat versagt und zu einem Unfall geführt. Weitere Tesla-Fahrer kritisieren das computergesteuerte Selbstfahrsystem als nicht ausgereift. Tesla stemmt sich abermals gegen die Kritik.

Tesla ist nach dem Unfall eines computergesteuerten Autos erneut in die Kritik geraten. Diesmal ereignete sich der Unfall in China. Nach einem tödlichen Verkehrsunfall eines Tesla-Fahrers in den USA hat der US-Autokonzern daher nun auch in China Schwierigkeiten. Der E-Auto-Pionier muss sich Vorwürfen erwehren, die Autopilot-Funktion der Wagen in den Verkaufsräumen der Metropolen Peking, Shanghai und Guangzhou aggressiv als "autonomes Fahren" angepriesen zu haben.

Luo Zhen, der vorige Woche mit seinem Model S von Tesla auf Autopilot in der Hauptstadt unterwegs war und einen geparkten Wagen rammte, ist sauer auf den Konzern: "Sie vermitteln bei Tesla jedem den Eindruck, es handele sich um ein selbstfahrendes Auto und nicht um ein Fahrerassistenz-System."

Weitere von Reuters befragte Tesla-Fahrer in China wollen ähnliche Erfahrungen gemacht haben: Zu Demonstrationszwecken hätten die Verkäufer sogar die Hände vom Lenkrad genommen. Dies widerspricht jedoch der offiziell vertretenen Linie von Tesla: "Wie wir dem Fahrer deutlich gemacht haben, handelt es sich um ein Assistenz-System. Er muss die Hände stets am Lenkrad halten", betonte eine Sprecherin des US-Konzerns, der auch daheim nach einem Unfall in der Kritik steht.

Bei einem vorangegangenen Unfall in den USA war es nicht bei einem Blechschaden geblieben: Anfang Mai starb ein Fahrer eines Tesla Model S bei einem Crash. Der 40-jährige Unternehmer hatte sein Auto vor dem Zusammenstoß mit einem Lastwagen auf Autopilot gestellt.


Lesen Sie auch:
E-Autopionier Tesla fährt den Verlust weiter aus
Tesla-Chef Musk führt SolarCity unter sein Dach
Kritik am Tesla-Chef: Hat Elon Musk den Bogen überspannt?


Der Unfall in Peking, den Luo mit einer Kamera am Armaturenbrett filmte und ins Netz stellte, verlief dagegen glimpflich. Nur ein paar Schrammen und ein abgerissener Außenspiegel zeugen von der Kollision. Tesla untersucht den Vorfall derzeit. Der Model-S-Besitzer, der erst ein Monat lang Erfahrung mit der Autopilot-Funktion gesammelt hatte, geht mit dem Fahrzeughersteller aus Kalifornien hart ins Gericht.

Das Assistenzsystem sei nicht ausgereift. Und das Unternehmen bemühe sich auch nicht genug, das System sicherer zu machen. Doch Tesla hat durchaus Vorkehrungen eingebaut, die Unfälle mit der Autopilot-Funktion verhindern sollen: Wenn der Kontakt zum Lenkrad längere Zeit abbricht, wird der Fahrer zunächst elektronisch gewarnt. Greift er nicht zum Steuer, wird der Wagen automatisch gestoppt.

Der Unfall in Peking bedeutet für Tesla weiteren Gegenwind auf dem ohnehin schwierigen chinesischen Markt, wo es größere Vorbehalte gegen Fahrzeuge mit Batterieantrieb gibt. Für die Autopilot-Funktion müssen die Kunden in China zudem 4000 Dollar extra berappen.

Ein Drittel der Beschäftigten geht auch krank arbeiten

Wirtschaft

Ein Drittel der Beschäftigten geht auch krank arbeiten

Wirtschaft

Tägliche Maximalarbeitszeit: Österreich EU-Nachzügler

Michael Ludwig

Politik

Standort Wien: Infrastrukur und Bildung als Schlüssel