Lieferprobleme: Tesla muss einen Gang runterschalten

Lieferprobleme: Tesla muss einen Gang runterschalten

E-Autopionier Tesla kann seine Liefer-Versprechungen wieder einmal nur schwer einlösen. Die Model-3-Importe nach Europa und China stocken. Und Firmenchef Musk hat erneut Ärger mit der Börsenaufsicht.

Der Elektroauto-Pionier Tesla steckt wieder einmal in Schwierigkeiten. Das Unternehmen schafft es nicht, die angepeilten und angekündigten Produktionsziele zu erfüllen und auch die Auslieferung der Fahrzeuge bereitet der Firma Kopfzerbrechen. Der Transportaufwand ist größer als erwartet und stellt Tesla vor neue logistische Herausforderungen. Obendrein hat Firmenchef Elon Musk wieder einmal Probleme mit der US-Börsenaufsicht SEC. Aktionäre reagierten schockiert und schickten die Tesla-Aktie auf Talfahrt.

Zu den neuen Problemen kommt eine schwindende Nachfrage nach den älteren Modellen hinzu, die sich in einem Absatzrückgang manifestiert. Von der der Limousine Model S und dem SUV Model X schlug Tesla mit 12.100 Exemplaren weniger als halb so viele los wie im Schlussquartal 2018. Insgesamt rollten im ersten Quartal 2019 63.000 Fahrzeuge zu den Kunden - um knapp ein Drittel (31 Prozent) weniger als in den letzten drei Monaten des Jahres 2018.

Mit 50.900 Autos blieb die Zahl der an die Kunden gebrachten Model 3 deutlich hinter der Markterwartung zurück, die schon wegen der Einfuhrprobleme in den Häfen Zeebrugge in Belgien und Shanghai gedämpft war. Tesla zufolge hingen dort Ende März noch 10.600 verkaufte Fahrzeuge fest. Analysten hatten das als Hoffnungsträger des Unternehmens geltende Model 3 mit einer Absatzmenge von 58.900 Stück am Zettel. Im Quartalsvergleich beläuft sich der Rückgang um gut 20 Prozent.

An der Börse bekam Tesla prompt eine deftige Quittung von den Anlegern. Nach Bekanntgabe der Logistikprobleme hat das Tesla-Papier [ISIN US88160R1014] um fast 11 Prozent an Wert verloren. Die Aktie notierte am Donnerstag mit einem Abschlag von 30,56 Dollar nur noch bei 291,81 Dollar.

Das Notprogramm von Tesla

Trotz allem bekräftigte der Elektroautopionier seine Absatzprognose von 360.000 bis 400.000 Fahrzeugen im Gesamtjahr. Einige Analysten machen dahinter allerdings ein Fragezeichen - nicht zuletzt, weil die Konkurrenten vor allem aus Deutschland aufgeholt haben. Audi hat mit dem e-tron 55 Quattro einen sauberen Start hingelegt. Der Tesla-Jäger kommt zwar nicht ganz auf die Reichweiten der Tesla-Modelle, begeistert aber mit seiner Qualität und Verarbeitung und ist für 2019 bereits praktisch ausverkauft. Mitte des Jahres kommt der erste Elektro-SUV der neuen Daimler-Marke EQC auf den Markt, 2020 Jahr folgen der runderneuerte BMW ix3 und als direkter Model-3-Konkurrent von Volkswagen der ID Neo, der ein Massenprodukt werden soll wie der VW Golf.

Für das erste Quartal hatte Tesla-Chef Elon Musk bereits einen Verlust angekündigt. Tesla schließt einen großen Teil seiner Verkaufsräume, baut Stellen ab und erhöhte die Preise um drei Prozent, um das Model 3 wie versprochen zum Basispreis von 35.000 Dollar verkaufen zu können. Doch auch die Produktion ging in den ersten drei Monaten des Jahres zurück: Sie sank um 10,9 Prozent auf 77.100 Autos nach 86.555 im vorangegangen Vierteljahr. Vom Model 3 liefen mit 62.950 Stück etwas mehr vom Band als im Vorquartal.

Der Tesla-Chef hat sich unterdessen neuen Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC eingehandelt. Ein Tweet von Musk mit einer neuen Jahresproduktionszahl ohne eine förmliche Veröffentlichung an die Börse war nach Auffassung der Behörde ein Verstoß gegen die Auflage, dass seine Tweets mit Informationen, die den Aktienkurs beeinflussen könnten, von Tesla abgesegnet werden müssen.

Die Behörde will Tesla-Chef Musk deshalb wegen Missachtung des Gerichts bestrafen lassen, was ihn letztlich sogar den Chefposten im Unternehmen kosten könnte. Den Vorsitz im dem Vorstand übergeordneten Verwaltungsrat musste Musk deswegen bereits abgeben.

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