Telekom-Technikchef Ottendorfer geht - Plater kommt

Telekom-Technikchef Ottendorfer geht - Plater kommt

Günther Ottendorfer (li.) muss seinen Sessel auf Begehern von América Móvil räumen: Der Argentinier Alejandro Plater wird von den Mexikaneren installiert.

Die Ablöse des Technikvorstands der Telekom Austria ist nun fix: CTO Günther Ottendorfer scheidet mit dem heutigen Tag vorzeitig aus dem Vorstand aus. Mehrheitseigentümer América Móvil nutzt die Chance um die Turbulenzen rund um die ÖIAG und setzt mit Alejandro Plater einen eigenen Mann auf den Vorstandssessel.

Wien. Zwei von drei zuletzt vakanten Vorstandssesseln in der Telekom Austria sind nun fix. Technikvorstand CTO Günther Ottendorfer, der erst am Dienstagabend noch vor Journalisten am Mobile World Congress 2015 über die technologische Marschrichtung der Telekom Austria Rede und Antwort stand, am selben Nachmittag noch vor einem internationalen Auditorium referierte, muss nun sofort seinen Sessel räumen.

Die Ablöse kommt nicht überraschend. Schon in den vergangenen vier Wochen wurde munter spekuliert, wie lange das bisherige Drei-Team bestehend aus CEO Hannes Ametsreiter, Günther Ottendorfer (FTO) und Siegfried Mayrhofer (CFO) unter dem Regime des Mehrheitseigentümers América Móvil weitermachen darf. Der mexikanische Mehrheitseigentümer, der mehrheitlich dem zweitreichsten Mann der Welt, Carlos Slim gehört, nutzt erstmals richtig die Chancen bei der Telekom Austria durchzugreifen.

Ungemütliche Zeiten für Ametsreiter

Mit Alejandro Plater (47) wird zwar nicht der CTO neu bestellt. Der 47-jährige Argentinier wird zum Chief Operating Officer (COO). Offizielle berichtet Plater - wie sein Vorgänger - an CEO Ametsreiter. In der Branche wird das eindeutig als Zeichen dafür gewertet, dass für Vorstandschef Ametsreiter nun die Zeiten etwas "ungemütlicher" werden dürften. Plater werde laut Insider als "Aufpasser" von der América Móvil installiert

Plater wird bei der Telekom künftig für Technik, Einkauf und Marktbereiche zuständig sein. Sein Vertrag wurde mit sofortiger Wirkung auf drei Jahre abgeschlossen mit einer Verlängerungsoption um zwei weitere Jahre. Sein Aufgabenbereich dürfte laut Jobbeschreibung demnach größer sein als der seines Vorgängers Ottendorfer als Chief Technical Officer (CTO).

In höchsten Tönen wird freilich Plater von América Móvil gelobt und mit Vorschusslorbeeren bedacht. In einer Aussendung streut Carlos Moreno, stellvertretender Aufsichtsratschef der Telekom Austria und Finanzchef der América Móvil bereits Rosen: “Wir haben ein starkes Management Team zusammengestellt und sind überzeugt, dass der Telekom Austria Group mit diesem Vorstand eine gute Zukunft bevorsteht. Alejandro Plater ist ein exzellenter Manager, der bereits in Mexiko eng mit uns zusammengearbeitet hat."

Plater war vor seinem Wirken für die Mexikaner über zehn Jahre beim schwedischen Telekomausrüster Ericsson tätig. Ericsson zählt im übrigen zu den Hauptlieferanten der Telekom Austria sowie von América Móvil.

Niederlage für Kemler

Die Neubestellung ist einmal mehr eine Niederlage von ÖIAG-Chef Rudolf Kemler. Ottendorfer gilt als ein Mann von Kemlers Vertrauen. Mit 1. September 2013 wurde er von Kemler, der damals noch mit der ÖIAG Hauptaktionär war, als CTO installiert. Der Vertrag wurde auf drei Jahre mit der Verlängerungsoption von weiteren zwei Jahren abgeschlossen. Ottendorfer hatte zuvor bei T-Mobile und T-Mobile International Karriere gemacht hat. Von 2011 bis 2013 war er CTO bei Optus Singtel in Australien bis er zur Telekom Austria kam.

Ein Sessel noch nicht gesichert

Für Spannung dürfte noch die dritte Personalie im Vorstand der Telekom Austria sorgen. CFO Siegfried Mayrhofer hat noch einen Vertrag bis Ende Mai 2015. Die Verlängerung seines Vertrags ist noch nicht fix. Er wurde erst im Vorjahr für die ungewöhnlich kurze Vertragsdauer von nur einem Jahr bestellt. Auch über sein Schicksal wird noch entschieden. Auch hier könnten die Mexikaner zugreifen und künftig direkt über den CFO die "Lufthoheit auch über die Finanzen uns somit den ganzen Konzern" bekommen, heißt es bei Insidern.

Die Mexikaner halten derzeit direkt 59,7 Prozent der Telekom-Aktien, die Republik Österreich via ÖIAG noch 28,42 Prozent. 11,88 Prozent der TA-Papiere sind in Streubesitz.

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