Telekom-Regulator: „MVNOs sind systemrelevant“

Die Handynetzbetreiber A1, Magenta und Drei sind im Visier von Telekom-Regulator und Wettbewerbsbehörde. Es wird eine Benachteiligung ihrer Untermieter, sogenannter MVNOs vermutet.

Klaus Steinmaurer, Geschäftsführer für den Fachbereich Telekommunikation der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH RTR

Klaus Steinmaurer, Geschäftsführer für den Fachbereich Telekommunikation der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH RTR

Mobilfunkanbieter mit eigenem Netz machen es ihren Untermietern offenbar nicht immer leicht. Öffentliche Kommentare und offenbar wiederholte Beschwerden von MVNO über Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit lassen die Behörden nun aktiv werden. Als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) bezeichnet man im Mobilfunk-Anbieter, die über kein eigenes Mobilfunknetz verfügen, sondern die Netz-Infrastruktur anderer Mobilfunknetzbetreiber (Mobile Network Operator, MNO) nutzen.

Dominiert wird der Markt in Österreich von den drei großen Anbietern mit eigener Infrastruktur: A1, Magenta und Drei. Mit der Konsolidierung 2012 (Drei übernahm Orange) wurden zur Sicherung des Wettbewerbs in Brüssel Auflagen erlassen: Drei muss bis zu 16 Untermieter (MVNOs) zu sehr günstigen Konditionen ins Netz lassen. Diese EU-Auflagen laufen Ende 2022 aus.

In Österreich sind aktuell über 20 solcher MVNOs aktiv, der größte und bekannteste unter ihnen ist HoT, das die Netze von Magenta und Drei nutzt. Klaus Steinmaurer, Geschäftsführer für den Fachbereich Telekommunikation der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH RTR betont: „MVNO sichern nicht nur den Wettbewerb am Endkundenmarkt. Sie sorgen auch für Wettbewerb zwischen den Betreibern. Die MVNOs sind systemrelevant.“

Fairen Wettbewerb in Österreich garantieren

Im Hinblick auf 5G und die weiteren Ausbaustufen soll ein fairer Wettbewerb in Österreich garantiert werden.

Regulatur Steinmaurer und Wettbewerbsbehörde (BWB) nehmen den Telekommarkt 2021 also „gemeinsam in den Fokus“, sagt BWB-Chef Theodor Thanner, der versteckte Preiserhöhungen durch die Hintertür untersuchen will. Thanner spricht die gängige Praxis an: Attraktive Pauschalen, aber hohe und überraschenden Nebengebühren. „Wir gehen jedem Verdacht von wettbewerbswidrigem Verhalten nach“.

Der Maßnahmenkatalog umfasst Prüfverfahren ebenso wie Whistleblowertools. Bevor es aber richtig ernst wird, soll es erst Gespräche geben. Steinmaurer und Thanner wollen alle Beteiligten an den Runden Tisch (der Termin derzeit noch offen) holen.



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