Telekom-CEO Plater: „Das Netz muss ich selbst kontrollieren“

Telekom-CEO Plater: „Das Netz muss ich selbst kontrollieren“
Telekom-CEO Plater: „Das Netz muss ich selbst kontrollieren“

"Wir brauchen keine weiteren Kapitalerhöhungen für Zukäufe", sagt Telekom-CEO Alejandro Plater.

Alejandro Plater, Chef der Telekom Austria Group, über sein Sparprogramm und permanente Feinjustierungen, Geld für Zukäufe, die Unwägbarkeiten der Industrie und seine „kulturellen“ Lektionen in Österreich.

Trend: Schauen Sie Netflix, etwa „House of Cards“?

Alejandro Plater: Natürlich. Aber wir haben jetzt ja eine eigene Video-on-Demand-Plattform, A1 Now. Da schaue ich jetzt öfter, das ist jetzt schon in Vielem besser als Netflix.

Trend: Das ist nicht Ihr Ernst?

Plater: Doch, weil wir zwei Funktionen haben, die Netflix nicht hat: Die Aufzeichnungsfunktion und den Live-Content auf dem Screen Ihrer Wahl.

Trend: Aber wie wollen Sie mit den ganzen Streaming-Plattformen, die ja eigenen Content produzieren, mithalten?

Plater: Man muss mit seinen Stärken punkten. Als Telekom können wir nicht mit den Hollywood-Studios verhandeln. Aber die Österreicher wollen ja nicht nur Hollywood. Die wollen deutschsprachigen, lokalen Content – und da sind wir besser.

Trend: Die Österreicher lieben Schirennen und Fußball. Können Sie sich vorstellen, lokale Rechte zu kaufen?

Plater: Die Industrie ändert sich rasant. Inhalte, vor allem die aus dem Sport, sind wichtig. Das könnte ein künftiges Szenario sein.

Trend: Eine Ihrer strategischen Säulen, um Wachstum zu generieren, sind Zukäufe. Doch wo bleiben die?

Plater: Zwischen zwei und vier Firmen haben wir immer am Radar. Das können kleine, aber auch größere sein. Letztes Jahr waren es vier. Es müssen nicht immer die Big Deals sein, auch kleine Zukäufe machen Sinn. Blizoo in Bulgarien war zum Beispiel wichtig – um den Markt zu konsolidieren.

Trend: In Polen stünde Play zum Verkauf. Interesse?

Plater: Ich kann einzelne Länder nicht kommentieren. Wir schauen uns aber alle Möglichkeiten an. Wenn sie eine Firma wie Play kaufen wollten, müssten sie schauen, wie sie die konvergent machen. Und da habe ich meine Zweifel.


Wir brauchen keine weiteren Kapitalerhöhungen für Zukäufe.

Trend: Haben Sie überhaupt noch Geld für Zukäufe? Jüngst haben Sie 750 Millionen Euro für die Tilgung einer Anleihe verwendet.

Plater: Wir reden über Nettoschulden. Unsere Mittel für Zukäufe sind nicht eingeschränkt dadurch. Wir brauchen keine weiteren Kapitalerhöhungen für Zukäufe.

Trend: Sie betonen immer wieder, ein „relevanter“ Player werden zu wollen. Was fehlt Ihnen da noch?

Plater: Wir brauchen Größe.

Trend: Wie messen Sie die?

Plater: Kundenzahlen, Umsatz, Marktanteil? Jeder hat seine Zählung. América Móvil, einer unserer Eigentümer, hätte gerne 10 bis 15 Prozent der Umsätze in Europa. Ich glaube, dass wir Schritt für Schritt vorgehen. Wir wollen jedenfalls die sein, die konsolidieren, nicht die, die konsolidiert werden.

Trend: Bleibt das Hauptquartier in Wien?

Plater: Österreich bleibt das Hauptquartier für die America Movil-Expansion in Europa über die Telekom Austria Group. Das ist mehr als ein Formalakt, sondern strategische Entscheidung. Österreich als Hub ist in jeder Hinsicht perfekt.

Trend: America Movil muss laut Syndikatsvertrag mit dem Staat seine Anteile reduzieren, um den Streubesitz zu erhöhen. Wie könnte das gehen?

Plater: Der Syndikatsvertrag ist ja nicht öffentlich, nur der Teil, den die Eigentümer öffentlich gemacht haben. Ich kenne die Details aus dem Syndikatsvertrag nicht, ich habe ihn nie gesehen.

Trend: Ihr Vorgänger Hannes Ametsreiter meinte unlängst, dass das österreichische Breitbandziel von 100 Mbit bis 2020 sei kein sehr ehrgeiziges Ziel... Sehen Sie das auch so?

Plater: Natürlich müssen wir die Ziele nach oben schrauben, aber irgendwo muss man ja anfangen. Es ist gut, sich hohe Ziele zu stecken, aber man muss sie halt auch erreichen bzw. man muss liefern. Mir ist lieber, wir können auch schnell liefern, was wir versprechen.

Trend: Ist es deshalb etwas ruhiger geworden um die „Giganetz-Initiative“ Ihres Vorgängers? Man wollte die größeren österreichischen Städte mit 30 Mbit und mehr versorgen?

Plater: Die Initiative kenne ich nicht. Aber da haben wir mittlerweile höhere Ziele und volles Commitment: Wir wollen Mindestens 50 Mbit in 70 Prozent der österreichischen Haushalte bringen.

Trend: In welchem Zeitrahmen?

Plater: Bis 2017, also sehr, sehr schnell. Wir haben 2015 ein halbe Milliarde Euro investiert und werden heuer noch einmal fast eine halbe reinstecken. Ein großer Teil geht in den Glasfaser-Ausbau. Größtes Hemmnis für eine schnellere Umsetzung ist die Bürokratie. Die Genehmigungen für Bauarbeiten zu bekommen, geht nicht immer so schnell.

Trend: Haben Sie generell Probleme mit der Breitband-Strategie der Regierung?

Plater: Die ist eine Ergänzung dazu, dass wir die restlichen 30 Prozent der Haushalte erreichen. Für jeden Euro aus der Breitband-Milliarde legen wir einen eigenen obendrauf. Die anderen 70 Prozent finanzieren wir selber.

Trend: In osteuropäischen Hauptstädten sind mehr Glasfasern im Boden als in Wien. Braucht es mehr Druck/Tempo im Ausbau?

Plater: In Wien gibt es Kabelnetz. Wir machen es schrittweise und versuchen die Glasfaser immer näher an den Kunden zu bringen. So können wir die Geschwindigkeiten schrittweise anheben, aber sehr rasch. Anstatt ein extrem teures Fibre-to-the-Home-Projekt zu machen, das ein 1 GB für wenige Kunden bringt, das jetzt noch keiner braucht, lieber die 50 Mbit für praktisch alle Haushalte.


Wir bewegen unser Core Netzwerk in die Cloud. Damit sparen sie 80 Prozent.

Trend: Reden wir über das Sparprogramm: 2014 haben Sie 100 Millionen Euro im laufenden Geschäft eingespart, 2015 weitere 90 Millionen. Wie viele werden es heuer?

Plater: Es sollen wieder 100 Millionen werden. Das ist harte Arbeit. Wir wollen das ohne Auswirkungen auf die Mitarbeiter hinbekommen, einfach durch das Straffen von Prozessen.

Trend: Zuletzt haben Sie viel im Einkauf gespart? Liegt der Schwerpunkt heuer woanders?

Plater: Heuer geht es um die Optimierung des Netzes. In der gesamten Gruppe ist das ein 800-Millionen-Euro-Investment. Wenn sie da nur zehn Prozent besser werden, haben sie ihre 100 Millionen schon bald erreicht.

Trend: Da geht es ja erst wieder um Beschaffung ...

Plater: Nein, nicht direkt. Wir bewegen unser Core Netzwerk in die Cloud. Damit sparen sie 80 Prozent.

Trend: Ist das nicht auch riskant. Können Sie Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit garantieren?

Plater: Ja, sogar besser. Das ist IT-Hardware, sehr zuverlässig. Aber das ist nur ein Beispiel. Wir modernisieren das mobile Netzwerk, an die 6.000 Sendeanlagen, mit Best-in-Class Technologie viel effizienter. Das steht heuer am Programm: IT, Rechenzentrum, Verrechungsabläufe und wir arbeiten an einem Projekt, die Transportwege zu optimieren. Wir optimieren alles, statt die Human Resources anzugreifen.

Trend: Haben Sie auch die Marketingausgaben reduziert?

Plater: Nicht stark.

Trend: Events wie einen future.talk etc. wird es also weiter geben?

Plater: Innovation und Themenführerschaft bleiben in allen Ländern, in denen wir tätig sind, wichtig für uns. Es muss aber nicht auf solchen Events stattfinden. In letzter Zeit haben wir 300 Start-ups getroffen. Wenn wir Start-ups helfen, sich zu entwickeln, können wir viel bewegen. Denken Sie nur an Parkbob oder Ready2Order. Auf Start-ups legen wir noch mehr Fokus. Ich kann noch nichts ankündigen, aber da wird noch mehr kommen. Am A1 Campus platzen wir aus allen Nähten. Wir denken schon über eine neue Location nach. Wir erfinden viel, machen aber nicht so viel Wind darum, etwa neue Cloud-Services.

Alejandro Plater ist seit 1. August 2015 Chef der teilstaatlichen Telekom Austria.

Trend: Gutes Stichwort: Warum bieten Sie ihren Kunden noch eine Dropbox an, wenn sie eine eigene A1 Cloud haben?

Plater: Ja, da war ich auch überrascht. Im Firmensegment sehen wir den Trend, dass Speicher, Programme und Prozessorleistung in die Cloud wandern. Das werden wir auch im Haushalt sehen. Wenn wir österreichische Rechenzentren mit guter Verfügbarkeit und Schutz haben, werden immer mehr Verbraucher ihre privaten Daten in die Cloud geben.

Trend: Wie organisieren Sie ihren Vertrieb. Der läuft jetzt noch parallel, oft zu denselben Kunden?

Plater: Da werden wir mehr in Richtung online gehen. Da gibt es zwei interessante Strömungen. Stationäre Händler gehen online und Internethändler eröffnen Geschäfte. Für uns wird es ein Mix davon sein müssen.

Trend: Wenn man mit Mitarbeitern redet, bekommt man ganz ein große Bandbreite an Eindrücken, je nachdem, in welcher Abteilung sie arbeiten? Mitunter hat man den Eindruck, mit Leuten unterschiedlicher Firmen zu reden. Wie holen Sie die ab?

Plater: Wenn sie eine Firma dieser Größe und Geschichte haben, haben sie immer Leute mit Start-up-Mindset dabei, motiviert und engagiert. Und dann haben sie Kollegen, die eine Richtung und Vision brauchen, an die sie sich halten. Und dann gibt es eine kleine Gruppe, die schwerer zu motivieren ist. Sie müssen Wege finden, alle zu erreichen, zu motivieren. Ein Schlüssel ist die Entwicklung von Kompetenzen. Leute ab einer gewissen Gehaltsklasse werden nicht mehr nur vom Geld motiviert. Da kommen andere Dinge zum Tragen: Teil von etwas Größerem zu sein, Visionen und das bauen sie mit der Entwicklung von Kompetenzen auf. Da wollen wir heuer viel tun. Jeder in der Firma soll seine eigene Entwicklung machen können: Dazu werden wir nach den Quartalsergebnissen etwas vorstellen. Das wollen wir aber zuerst den Mitarbeitern erzählen.

Trend: Abläufe und Prozesse zu optimieren – da ist noch Luft nach oben?

Plater: Sie müssen ihre Organisation jeden Tag ein bisschen ändern, solange, bis alle merken, dass dieser Change täglich, laufend passiert. Heute Morgen hat mich einer gefragt, ob wir nicht einmal im Jahr ein Teambuilding machen sollen. Ich habe ihm gesagt, das müssen wir jeden Tag machen, nicht einmal im Jahr Bier und Hot Dog zusammen essen. Du musst täglich Vertrauen schaffen und Teams führen.


Sie müssen ihre Organisation jeden Tag ein bisschen ändern, solange, bis alle merken, dass dieser Change täglich, laufend passiert.

Trend: In Ihrem ersten Interview mit der „Presse“ haben sie erzählt, dass sie mit dem Phänomen „Beamte“ erst umgehen lernen müssen. Dass Sie Jobs für sie finden müssen. Ist Ihnen das schon gelungen?

Plater: Unsere Industrie wird in fünf, zehn Jahren nicht mehr dieselbe sein. Also muss sich unser Unternehmen auch ändern. Wer soll das machen? Die Mitarbeiter! Die müssen diese Herausforderung annehmen. Vor dem Thema stehen alle, auch eine Samsung oder AT&T mit ihren 280.000 Mitarbeitern. Deren CEO Randall Stephenson sagt: Wenn du deine Kompetenzen nicht anpasst, wirst du in fünf, zehn Jahren hier keinen Job mehr haben. Da müssen wir unseren Leuten helfen. Da gibt es welche, die sind sehr happy darüber. Anderen muss man länger Zeit geben und erklären, warum es wichtig ist.

Trend: Ein gewisser Prozentsatz wird sich nie motivieren lassen? Die haben sie in jeder Firma.

Plater: Da stimme ich ihnen zu. Ich muss hartnäckig bleiben.

Trend: Wenn der Staat Ihnen die Infrastruktur gemeinsam mit den Beamten abnehmen würde. Wäre das was?

Plater: Das ist reine Spekulation. Wir sind dazu mit niemandem in Diskussion und es gibt keinerlei Anfragen von unseren Eigentümern.

Trend: Nur ein politisches Scheingefecht?

Plater: Ich weiß es nicht. Aber prinzipiell ist so eine Auslagerung schwer vorstellbar: Infrastruktur ist für mich das Herzstück unseres Unternehmens. Ein strategisch so wichtiges Asset muss ich einfach selbst kontrollieren.

Trend: Eine virtuelle Diskussion?

Plater: Vielleicht. Da müsste man ein Expertenteam von 20 Leuten zusammenstellen, die lange überlegen müssten, wie das technisch überhaupt funktionieren soll. Ich habe keine Idee. Aber wir diskutieren das überhaupt nicht, nicht einmal ansatzweise. Im Gegenteil: Wir investieren laufend in unser Netzwerk.

Trend: Was erwarten Sie von Margarete Schramböck als neuer A1-Chefin?

Plater: Ich bin sehr happy mit ihr, habe sechs Monate nach dieser Person gesucht. Ich wollte jemand mit B2B-Erfahrung und viel Know-how im ICT-Bereich. Jemand, der Erfahrung in der Transformation großer Firmen hat. Ich habe viele Leute interviewt. Margarete ist genau die Person, die ich gesucht habe. Wir verkaufen heute ja keine Infrastruktur mehr, sondern Skills. Ich brauche eine Person, die mir hilft, diese Transformation zu organisieren.

Trend: Was wird sich im A1-Management-Team ändern?

Plater: Ob sich etwas ändert, läge an ihr, wenn sie dann da ist.

Margarete Schramböck (45) wird ab 1. Juni Chefin von A1.

Trend: Etliche große Unternehmen verschlanken die Topebene? ORF, Versicherungen etc. Sie auch?

Plater: Im Vorstand waren wir vorher drei, jetzt sind wir zwei. Das ist schon etwas. Siegfried Mayrhofer (Finanzvorstand, Anm. ) und ich arbeiten sehr gut zusammen.

Trend: Von drei auf zwei – wird es auch in den Ebenen darunter auch ein Drittel weniger Manager geben?

Plater: Es wird keinen großen Umbau geben, sondern eine kontinuierliche Anpassung. Auf Zahlen lasse ich mich aber sicher nicht ein.

Trend: Auf der Arbeitgeberplattform Kununu wird derzeit viel gepostet. Die Mitarbeiter sind offensichtlich bewegt, beschäftigt: Einer schreibt als Verbesserungsvorschlag „den Verschlankungskurs von Plater konsequent durchziehen“. Ein anderer: „Wenn eine Umstrukturierung nach 6 Monaten noch nicht abgeschlossen ist, aber es erneute Umstrukturierungen gibt, dann funktioniert grundlegend etwas nicht ...“

Plater: Guter Punkt. Ich glaube nicht an Reorganisationen. Ich mache die kleinen Änderungen, die aber konsequent und laufend umgesetzt. Diese Sechs-Monats-Pläne sind schlecht. Da braucht man sechs zum Planen, sechs zum Umsetzen, und nochmal sechs zum Evaluieren. Am Ende verlieren sie ein Jahr und die Leute haben den Faden verloren. Kleine Schritte, das machen wir. Alles, was wir hier in Österreich gemacht haben, waren kleine Schritte. Die erste große Veränderung wird Margarete sein. Der Rest der Organisation wird so bleiben, nichts Großes.

Trend: Kommen die großen Veränderungen noch?

Plater: Nein, ich glaube nicht dran. Kleine Justierungen sind besser. Da ist auch das Scheitern nicht so schlimm. Wenn mir jemand sagt, wie diese Industrie in fünf Jahren funktioniert, dann sage ich, schreib ein Buch darüber. Ich weiß es nicht. Man muss flexibel bleiben, aufmerksam sein und schnell reagieren, das weiß ich.


Wenn mir jemand sagt, wie diese Industrie in fünf Jahren funktioniert, dann sage ich, schreib ein Buch darüber.

Trend: Gibt es eine Kostensparmaßnahme, die Sie bereut oder zurückgenommen haben?

Plater: Ja, da gab es etwas, das ich unterschätzt habe, weil es verhältnismäßig wenig gebracht hätte, aber das Konfliktpotenzial groß war: die Fuhrpark-Politik rasch zu ändern. Ein sehr sensibles Thema und wir hätten wenig erzielt.

Trend: Ist das in allen Ländern der Gruppe so?

Plater: Nein, in dem einen Land sind es die Autos, woanders die Mittagspausen, dann wieder die flexiblere Arbeitszeit oder Heimarbeit. Da muss man die lokale Kultur verstehen.

Trend: Mittlerweile habe Sie sich in Österreich eingelebt. Was hat Sie „kulturell“ am meisten überrascht?

Plater: Ich habe in vielen Ländern gearbeitet, da hat jedes seine Spezialitäten. Die Formalitäten, auch in unserer Firma, haben mich überrascht. Schweden, das Österreich in vielen Belangen ähnlich ist, ist deutlich informeller. Der Ericsson-Chef trägt keine Krawatten. Hier ist man etwa in Meetings viel formeller, was alles zu protokollieren ist.

Trend: Und der Unterschied zu Lateinamerika ...

Plater: Der ist nicht wirklich groß. Das sind ja alles internationale, global agierende Unternehmen, die sich auf gewisse Standards einigen. Nicht anders als US-Konzerne, mit denen sie auch verhandeln. Ich versuche, das Informelle in der Firma zu fördern. Mehr auf den Inhalt/Diskussion zu konzentrieren, weniger auf die Approvals. Gemischte Teams, wo man unterschiedliche Ansätze diskutiert.


Beamte sind Kollegen wie alle anderen. Sie sind ein Asset.

Trend: Sind die Mitarbeiter den Plater-Stil schon gewöhnt?

Plater: Ein Jahr bin ich schon da. Aber klar, noch hat mich nicht jeder persönlich kennenlernen können. Ich habe ein Team, mit denen ich diese Werte teile und hoffe, dass die sie weiterverbreiten. Ich mache ein monatliches Frühstück, auch in den Bundesländern und Ländern der Gruppe, wo mich die Leute alles fragen können.

Trend: Kann da jeder kommen? Shop-Mitarbeiter ebenso wie die Führungskräfte?

Plater: Ja klar. Bei einem dieser Frühstückstermine hatte ich eine spannende Begegnung bei der Fragerunde. Eine Dame sagte: Sie können mich nicht feuern. Ich sage, gut, hatte ich nicht vor. Wir können gerne über etwas anderes reden. Drei Wochen später kontaktiert sie mich. Sie habe nun verstanden, wie ich das mit den Kompetenzen meine und ob ich ihr helfen könne, die Kompetenzen zu bekommen, um in eine andere Abteilung zu wechseln.

Trend: Wollen Sie die 4.500 Beamten in dieses Kompetenzprogramm miteinbeziehen?

Plater: Ja sicher, Beamte sind Kollegen wie alle anderen. Sie sind ein Asset. Die gehen zu den Leuten, klopfen an die Tür und werden reingelassen, weil sie von der A1/Telekom sind. Wenn Google an ihre Tür klopft, wird keiner die Tür aufmachen. Und wir sind überall in Österreich, wir werden ins Haus gelassen und bekommen oft noch einen Kaffee. Wir kennen die Menschen und genießen das Vertrauen.

Wirtschaft

Energieversorgern pfeift neuer Wind um die Ohren

Wirtschaft

KV-Verhandlungen: AUA-Angebot ist für Betriebsrat eine "Frechheit"

Easyjet startet im Jänner in Berlin Tegel

Wirtschaft

Easyjet startet im Jänner in Berlin Tegel