Telekom-Austria-Chef Plater will auf Einkaufstour gehen

Telekom-Austria-Chef Plater will auf Einkaufstour gehen

Alejandro Plater hat Großes im Schilde: Der CEO will mit der Telekom Austria auf Einkaufstour gehen. Und "relevanter Player" in Europa werden.

Im abgelaufenen Jahr hat die Telekom Austria das Ergebnis ins Plus gedreht und einen Gewinn in der Höhe von 393 Millionen Euro erzielt. Telekom-CEO Plater will zum "relevanten Player in Europa" werden. Die Zahl der Festnetzanschlüsse hat stark zugenommen. In Österreich wurde der Umsatz wieder gesteigert. Sorgenkind ist die Tochter in Kroatien. Die Mitarbeiterzahl ist in Österreich weiterhin rückläufig. Die Aktie legt am Mittwoch kräftig zu.

Wien. Telekom-Austria-Chef Alejandro Plater will das Unternehmen vor allem durch Zukäufe zu einem "relevanten Player in Europa" machen. Das sei eine der wichtigsten Säulen seiner Strategie, sagte Plater am Mittwoch in Wien bei der Präsentation der Ergebniszahlen für 2015. Ins Kerngeschäft Festnetz, Mobilfunk und Fernsehen werde man weiterhin massiv investieren, kündigte der TA-Chef an.

Wie schon im vergangenen Jahr werde die Telekom auch heuer eine halbe Milliarde Euro in Österreich investieren, kündigte Plater an. Dabei soll vor allem die Geschwindigkeit des Festnetz-Internets für die Kunden erhöht werden, der Bedarf danach sei eindeutig gegeben. Gleichzeitig soll auch das LTE-Mobilfunknetz ausgebaut werden. "In Österreich wollen wir heuer mehr als 90 Prozent der Bevölkerung mit LTE versorgen können, das ist im europäischen Vergleich wirklich gut."


Wir planen keine Kapitalerhöhung

Der Schwerpunkt der Investitionen soll laut Finanzvorstand Siegfried Mayrhofer auch in den nächsten Jahren in Österreich liegen. "Hier geben wir zwei Drittel des Geldes für Investitionen aus." Die für 2016 geplanten Investitionen könne man aus dem eigenen Budget und dem Cashflow finanzieren. "Wir planen keine Kapitalerhöhung", betonte Plater.

Die teilstaatliche Telekom Austria hat 2015 einen Jahresüberschuss von 392,8 Mio. Euro eingefahren - nach minus 185,4 Mio. Euro im Jahr zuvor. Erstmals gelang es die 25 Millionen-Kunden-Marke zu durchbrechen. Die Festnetzanschlüsse stiegen um 23,7 Prozent auf 3.368.300 und die Kundenanzahl im Mobilfunk um 3,5 Prozent auf 20.710.800.

Der Ausblick für das heurige Jahr ist stabil, die Dividende soll wieder bei 5 Cent je Aktie liegen und der Umsatz um rund ein Prozent zulegen, teilte der börsenotierte Konzern Dienstagabend in einer Aussendung mit. Über dem Jahresverlauf 2015 ist das Geschäft der Telekom zusehends besser gelaufen, im letzten Quartal drehte der Jahresüberschuss von minus 48,9 auf plus 84,3 Mio. Euro.

2015 war für die Telekom das erste Jahr seit vielen, in dem "alle Konzernparameter in die richtige Richtung weisen", wie Mayrhofer erklärte. Und tatsächlich gibt es an den Ergebniszahlen wenig zu kritisieren: Der Jahresüberschuss von knapp 393 Mio. Euro war "mehr als die letzten fünf Jahre zusammengenommen", freute sich Plater. Im Jahr davor hatte man unterm Strich noch einen Verlust von 185,4 Mio. Euro verbuchen müssen.

Leichter Umsatzzuwachs

Erstmals seit fünf Jahren gab es 2015 auch einen steigenden Umsatz - auch wenn der Zuwachs mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 4,046 Mrd. Euro noch dünn ausfiel. Berücksichtigt man auch Einmal- und Währungseffekte, dann war der Umsatzzuwachs mit 0,2 Prozent kaum wahrnehmbar. Plater freut sich dennoch: "Für mich persönlich ist es sehr, sehr wichtig, dass das Unternehmen wieder wächst." Das Betriebsergebnis (Ebit) drehte von minus 3 Mio. auf plus 574 Mio. Euro. Auch beim Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit gab es einen Zuwachs: Er erhöhte sich um 19 Prozent auf 1,07 Mrd. Euro. Die Nettoverschuldung blieb mit 2,68 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau.

Die Telekom-Aktie konnte am Mittwochvormittag bereits um 3,8 Prozent zulegen können. Bis am frühen Nachmittag (14 Uhr) hat der Aktienkurs der Telekom Austria um 5,2 Prozent zulegen können.

Die Zahl der Mitarbeiter des Gesamtkonzerns - inklusive der südosteuropäischen Töchter - erhöhte sich um 8,8 Prozent auf 17.673 Beschäftigte. In Österreich gab es hingegen einen Rückgang von 1,4 Prozent auf 8.512 Personen.

Dabei wurde auch von der Österreich-Tochter A1 ein schönes Ergebnis eingefahren. Der Umsatz legte um 2,2 Prozent auf 2,53 Mrd. Euro zu, das Betriebsergebnis stieg um 166 Prozent auf 418,1 Mio. Euro. Weiterhin rückläufig ist der Umsatz pro Mobilfunkkunden hierzulande. Er reduzierte sich um 4,3 Prozent.

In den anderen Ländern der Telekom war das Geschäft durchmischt. In Kroatien gab das Betriebsergebnis um 17,5 Prozent nach, während es beim Sorgenkind Weißrussland ein Plus von 5,4 Prozent gab.

Der mexikanische Mehrheitseigentümer America Movil muss seinen Anteil von derzeit 60 auf 50 Prozent reduzieren, was angesichts des niedrigen Telekom-Kurses den Aktienverkauf für die Mexikaner zu einem Verlustgeschäft macht. Die Telekom-Aktie hatte im Vorjahr um 6,42 Prozent nachgegeben und stand zum Jahresende nur noch bei 4,67 Euro - der Ausgabekurs im Jahr 2000 lag bei 9 Euro. Der Staat ist an der Telekom mit 28,4 Prozent beteiligt.

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