Techbold-Gründer Izdebski will mit Crowdfunding durchstarten

Techbold-Gründer Damian Izdebski
Techbold-Gründer Damian Izdebski

Techbold-Gründer Damian Izdebski

Der frühere DiTech-Chef Damian Izdebski will sein neues Unternehmen Techbold zu einem der führenden heimischen Technologieanbieter ausbauen. Das dafür benötigte Kapital soll aus einer neuen Investitionsrunde und einer Crowdfunding-Kampagne kommen.

Damian Izdebski ist in der österreichischen Unternehmerlandschaft eine Ausnahmeerscheinung. Er ist einer der wenigen, die nach einer Pleite nochmals den Mut fassen, ein neues Unternehmen zu gründen. Nun geht er mit "Techbold" auf Expansionskurs. Dafür wurden mit startup300 und der Compass-Gruppe neue Investoren gefunden. Zusätzliches Kapital will Izdebski mittels Crowdfunding aufstellen.

Mit der Computer-Fachmarktkette DiTech war Idzebski der erste Coup gelungen. Izdebski war erst 23 Jahre und nur sieben Jahre davor aus Polen nach Österreich gekommen, als er DiTech im Jahr 1999 gründete. Zunächst bot er klassische PC-Dienstleistungen wie Reparaturen und Aufrüstungen an, bald darauf begann er auch mit Computern und Zubehör zu handeln.

Ab 2005 begann DiTech zu expandieren. Den ersten Filialen in Graz und in der SCS in Vösendorf folgten zahlreiche weitere. Im Jahr 2013 gab es österreichweit bereits 23 DiTech Shops, das Unternehmen beschäftigte rund 300 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 121 Millionen Euro. Doch gleichzeitig waren die Verbindlichkeiten schon bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012 (März 2013) auf 22,7 Millionen Euro gestiegen. Es wurde noch schlimmer. Ein Jahr später forderte die schnelle Expansion forderte ihren Tribut. Ein Sanierungsverfahren scheiterte, im April 2014 wurde über das Unternehmen die Insolvenz eröffnet.

Rund ein Jahr lang verschwand Izdebski völlig in der Versenkung, ehe er mit einem neuen Unternehmen wieder von sich reden machte: Dem auf PC-und Elektronik-Geräte-Servicees spezialisierten Techbold. trend-Redakteurin Barabara Steininger (damals FORMAT) war eine der wenigen, mit der Izdebski über sein Scheitern und den mühsamen Neuanfang sprach.


Techbold-Chef Damian Izdebski

Techbold-Chef Damian Izdebski

Lesen Sie hier das Interview mit Damian Izdebski: "Einmal Pleite und zurück"


Die ersten Unterstützer, die Izdebski den Start seiner zweiten Unternehmer-Karriere ermöglichten, waren die Business Angels Hansi Hansmann, Stefan Kalteis und Michael Altrichter. Mit dem von ihnen zur Verfügung gestellten Kapital schaffte Izdebski den Weg zurück und konnte mit Techbold dort anfangen, wo er weiland auch mit DiTech gestartet war, allerdings auf einem etwas professionellerem Level und mit einer zusätzlichen Fokussierung auf Businesskunden.


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Jetzt setzt Izdebski die nächsten Schritte Er will Techbold binnen der nächsten fünf Jahre zu einem, der führenden Technologieunternehmen des Landes aufbauen. Neben den drei Investoren - Hansi Hansmann, Stefan Kalteis, Michael Altrichter - sind nun auch das Business Angel-Netzwerk startup300 und der Compass-Gruppe von Hermann und Nikolaus Futter eingestiegen. Sie haben laut techbold einen sechsstelligen Betrag investiert. Darüber hinaus gibt es derzeit Gespräche mit weiteren "technologieaffinen Investoren und Business Angels". Insgesamt sollen die neuen Investoren eine Million Euro Kapital als Investment einzahlen. Zusätzlich startet technold.-Chef Izdebski eine Finanzierungsrunde über das Crowdinvesting-Portal Conda. Die Crodwfunding-Kampagne solle weitere 500.000 Euro in die Kasse spülen.

Investments sind via Conda.at für Privatpersonen ab einer Mindesteinlage von 100 Euro möglich, der maximale Zeichnungsbetrag liegt bei 5.000 Euro pro Kopf. Höhere Einlagen sind laut Prospekt auf Nachfrage möglich. Auf jeweils fünf Jahre Vertragslaufzeit bietet Techbold dem Anleger einen Basiszinssatz von 4,5 Prozent. Bei der Einlage des Crowdinvestors handelt es sich juristisch um ein Nachrangdarlehen, dass der Geldgeber an Techbold gibt. Soll heißen: Im Fall einer Insolvenz bekommt der Crowdinvestor als Gläubiger seine Forderung erst dann beglichen, wenn die Forderungen der vorrangigen Gläubiger (das sind im Regelfall Banken, Anm.) bezahlt wurden.

Techbold Crowdfunding Kampagnen-Video

Die Idee hinter Techbold ist die Demokratisierung der IT-Services: Während große Unternehmen sowohl die personellen, als auch die finanziellen Ressourcen haben, um ihre IT-Infrastruktur auf einem entsprechend modernen Stand zu halten, stellt die schnell fortschreitende Digitalisierung Klein- und Mittelbetriebe vor große Herausforderungen. Die kleineren Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern tun sich besonders schwer, mitzuhalten.

Auf dieses Segment setzt Izdebski jetzt. Aktuell beschäftigt Techbold 30 Mitarbeiter, zuletzt konnte ein Umsatz von fast fünf Millionen Euro erwirtschaftet werden.

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