Tarifkonflikt Lufthansa gegen Kabinenpersonal spitzt sich zu

Tarifkonflikt Lufthansa gegen Kabinenpersonal spitzt sich zu

Neuer Höhepunkt im Tarifkonflikt Lufthansa gegen Kabinenpersonal: Die Flugbegleiter haben einen neuen Vorschlag an die Adresse der Lufthansa-Chef gerichtet. Das Angebot soll einen Sparbeitrag in dreistelliger Millionenhöhe bringen. Und gleichzeitig wurde eine knappe Frist für eine Antwort gesetzt.

Frankfurt. Im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern hat die AUA-Mutter Lufthansa nach eigenen Angaben eine neues Angebot von der Gewerkschaft UFO bekommen. Die Gewerkschaft UFO hat einen Kompromissvorschlag vorgelegt und dem Vorstand eine Erklärungsfrist bis zum kommenden Montag gesetzt.

"Wir haben umfangreiche Vorschläge von UFO erhalten und werden bis Montagabend darauf reagieren", sagte ein Konzernsprecher am Freitag und bestätigte damit Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel", "wir hoffen, dass wir bald eine gemeinsame Lösung finden können."

Dennoch wird auf Gewerkschaftsseite mit einem möglichen Scheitern der Gespräche gerechnet. UFO-Sprecherin nur sagte, die Gewerkschaft werde sich bis Montag nicht dazu äußern.

UFO hat den Angaben zufolge Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe angeboten, die von den rund 19.000 Flugbegleitern etwa über Gehälter, Arbeitszeiten oder Versorgungsansprüche erbracht werden müssten. Auch der Umstellung der Betriebsrenten auf Festbeiträge will UFO zustimmen. Als Gegenleistung verlangt die Gewerkschaft Job-Garantien und Wachstumsperspektiven bei der Lufthansa-Mutter. Im Sommer stand die Gewerkschaft bereits kurz vor dem Streik, hat sich aber auf moderierte Verhandlungen eingelassen.

Zudem verlangt UFO soziale Mindeststandards für Flugbegleiter bei der neuen Auslandstochter Eurowings Europe in Österreich. Hier hat der Lufthansa-Konzern ohne Abstimmung in dieser Woche die Stellen öffentlich ausgeschrieben, deren Bedingungen nach Einschätzung von Branchenkennern hinter den deutschen Tarifbedingungen zurückbleiben. Die maximalen Jahresgehälter sollen sich zwischen 24.400 und 29.200 Euro bewegen. Zunächst werden nur befristete Jobs angeboten, wobei die Stationierungsorte wechseln können. Ab März 2016 sollen jeden Monat 20 Flugbegleiter eingestellt werden.

UFO kämpft für die Beibehaltung der bisherigen Betriebspension für die 19.000 Lufthansa-Flugbegleiter. Die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag laufen seit über einem Jahr. Nach bisherigen Angaben wollten sich die Tarifpartner bis November auf ein Gesamtpaket einigen. Ein externer, unabhängiger Wirtschaftsprüfer sollte Kosten und Einsparpotenziale von Angeboten und Forderungen bewerten.

Die Gewerkschaft hatte betont, während der Verhandlungen gebe es keine Friedenspflicht. Ende Juni hatte Ufo einen Streik kurzfristig abgesagt, nachdem die Lufthansa den Flugbegleitern in wichtigen Punkten entgegengekommen war.

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