Tägliche Höchstarbeitszeit: Österreich im EU-Vergleich

Die Regierungsverhandler haben sich darauf verständigt, die gesetzliche Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden zu verlängern. Ein Vergleich zeigt: Innerhalb der EU sind die entsprechenden Bestimmungen sehr unterschiedlich.

Tägliche Höchstarbeitszeit: Österreich im EU-Vergleich

Die gesetzlichen Bestimmungen zur täglichen Höchstarbeitszeit sind EU-weit recht unterschiedlich.

Die kommende Bundesregierung will die maximal zulässige Arbeitszeit zehn auf zwölf Stunden pro Tag erhöhen. Pro Woche sollen künftig bis zu 60 Stunden gearbeitet werden dürfen, wobei sich an der gesetzlichen Normalarbeitszeit aber nichts ändern soll. Diese soll weiterhin bei 40 Stunden pro Woche liegen.

Zwölf Stunden - oder sogar fünf Mal pro Woche zwölf Stunden lang arbeiten zu müssen, das kommt in der Bevölkerung allerdings weniger gut an. Der laufenden trend-Umfrage zufolge sind über 60 Prozent gegen eine Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden. Ein Viertel kann sich das mit Auflagen und entsprechenden Entschädigungen vorstellen und nur zwölf Prozent befürworten einen 12-Stunden-Arbeitstag ohne wenn und aber (Stand vom 11.12.2017; 17:00 Uhr).

12-Stunden-Arbeitstag

Soll die tägliche Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden ausgedehnt werden?

Eine vor kurzem von der Arbeiterkammer durchgeführte Umfrage zeigt, dass es der Großteil der Österreicher es als sehr schwierig mit dem Privatleben vereinbar fände, wenn zwölf Stunden lang gearbeitet werden müsste.

Doch wie läge nun Österreich mit dieser Regelung im EU-Vergleich? Wie lange darf in anderen Ländern maximal gearbeitet werden?

Mit einer maximal zulässigen Arbeitszeit von zwölf Stunden pro Tag läge Österreich einem von Agenda Austria erstellten Vergleich zufolge im EU-Schnitt (siehe Grafik).

Noch länger gearbeitet werden darf in Schweden oder Dänemark. In diesen beiden Ländern gibt es allerdings keine explizite Regelung, weshalb die EU-weite Vorschrift greift, die eine Arbeitsruhe von mindestens elf Stunden vorsieht. In Europas Wirtschaftsmotor Deutschland liegt die tägliche Maximalarbeitszeit hingegen so wie aktuell in Österreich bei zehn Stunden.

Wochenarbeitszeit: Österreich im Mittelfeld

Im Mittelfeld rangiert Österreich beim Vergleich der durchschnittlichen kollektivvertraglichen Wochenarbeitszeit. Die längsten Arbeitszeiten mit 40 Stunden gibt es in Lettland, Estland, Litauen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Malta, Griechenland und in Polen. Die kürzesten Arbeitszeiten (35,6 Stunden) in Frankreich. In Österreich liegt der kollektivvertragliche Durchschnitt bei 38,8 Stunden.

Die wöchentlich tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden inklusive der bezahlten und nicht bezahlten Überstunden liegen deutlich darüber, im EU-Schnitt bei 41,4 Stunden und in Österreich bei 42,9 Stunden. Nur in Griechenland wird Eurostat zufolge länger gearbeitet als in Österreich, nämlich 44,5 Stunden. Die Deutschen arbeiten übrigens pro Woche durchschnittlich 41,4 Stunden - eineinhalb Stunden weniger wie die Österreicher.

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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