T-Systems-Geschäftsführer Arnoldner wird Telekom-General

Thomas Arnoldner
Thomas Arnoldner

Thomas Arnoldner, designierter Telekom Austria General

Der 40-jährige Thomas Arnoldner, bisher in der Geschäftsführung von T-Systems für die Bereiche Sales & Services verantwortlich, löst Alejandro Plater als Telekom Austria General ab. Wirtschaftsanwältin Edith Hlawati übernimmt den Vorsitz im Telekom-Aufsichtsrat von Wolfgang Ruttenstorfer.

Hochspannung herrschte vor der Aufsichtsratssitzung der Telekom Austria am Donnerstag, dem 19. April 2018. Dabei wurde, wie der trend bereits vorab erfahren und berichtet hatte, nicht nur der Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats des Unternehmens besiegelt, sondern auch der Umbau des Vorstands.

Die Republik Österreich hat ihr im Telekom-Syndikatsvertrag eingeräumtes Recht wahrgenommen, den CEO des Konzerns zu besetzen. Laut dem Aktionärspakt darf die Staatsholding ÖBIB, die 28,4 Prozent hält, den Vorstandchef (CEO) und den Aufsichtsratschef stellen. America Movil, mit 51 Prozent Mehrheitseigentümer der Telekom Austria, hat aber das Recht, sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat die Mehrheit der Mitglieder zu benennen.

Der neue Chef wird der 40-jährige Österreicher Thomas Arnoldner. Geplant ist, dass er Ende August nach einer Cooling-Off-Phase den vom Hauptaktionär America Movíl eingesetzten CEO Alejandro Plater ablöst. Arnoldner soll seine neue Position mit 1. September 2018 einnehmen. Plater wird aber als COO im Vorstand bleiben. Der Vorstand der Telekom Austria AG wird ab September von Thomas Arnoldner (CEO), Alejandro Plater (COO) und Siegfried Mayrhofer (CFO) gebildet.

Langjährige Telekom-Konzernerfahrung

Arnoldner war seit März 2017 Mitglied der Geschäftsführung von T-Systems in Wien, einer Tochter der Deutschen Telekom. In der vierköpfigen T-Systems-Geschäftsführung und dort für die Bereiche Sales & Services verantwortlich. Das Dienstverhältnis bei T-Systems wurde bereits gelöst. Davor war Arnoldner ab 2013 Vorstandsvorsitzender von Alcatel-Lucent Austria. Im Rahmen der Übernahme durch Nokia verantwortete er dort auch die Vertriebsstrategie für die wichtigsten internationalen Kunden.

Als früherer Politiker der Jungen ÖVP hat Arnoldner auch gute Kontakte in die Regierung.

Umgestaltung des Aufsichtsrats

Auch im Aufsichtsrat der Telekom kommt es, wie der trend ebenfalls bereits vor der Aufsichtsratssitzung aus Regierungskreisen erfahren und berichtet hatte, zu einer tiefgreifenden Umgestaltung. Der frühere OMV-Genraldirektor Wolfgang Ruttenstorfer wird sein Mandat nach der nächsten Jahres-Hauptversammlung am 20. Mai zurücklegen.

Die Wirtschaftsanwältin Edith Hlawati, die dem Kontrollgremium der Telekom bereits einmal angehörte, wird Ruttenstorfer als neue Aufsichtsratspräsidentin folgen. Bettina Glatz-Kremsner und Daniela Lecuona sollen im Zuge der bevorstehenden Hauptversammlung ebenfalls als neue Aufsichtsräte bestimmt werden.

Telekom Austria Group

Die Telekom Austria Group ist in Bulgarien mit der Mobiltel EAD, in Kroatien, Serbien und Mazedonien mit der Vipnet d.o.o., in Weißrussland mit der Velcom (Unitary Enterprise Velcom), in Slowenien mit A1 und in Liechtenstein mit der Telecom Liechtenstein AG (FL1) vertreten.

An der Börse notiert die Telekom Austria Aktie (ISIN AT0000720008) aktuell bei 7,59 Euro. Das letzte Jahr ist für die Aktionäre sehr erfreulich verlaufen. Binnen Jahresfrist hat die Aktie um mehr als 22 Prozent an Wert zugelegt.

Telekom Austria Aktie (ISIN AT0000720008), Kursentwicklung über 5 Jahre. Für aktuelle Wertinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Telekom Austria Aktie (ISIN AT0000720008), Kursentwicklung über 5 Jahre. Für aktuelle Wertinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Die Aktie des mexikanischen Mehrheitseigentümers America Movil (ISIN MXP001691213), der direkt und indirekt 51 Prozent an der Telekom Austria AG hält, wird in Frankfurt aktuell um 0,786 € gehandelt. Auch das Papier hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt und knapp 17 Prozent an Wert zugelegt.


"Der Telekom-Coup" - Lesen Sie die Hintergründe im neuen trend vom 20. April 2018 (Nr. 16/2018).

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