Swatch-Konzerntochter ETA im Visier der Wettbewerbsbehörde

Die Schweizer Wettbewerbskommission will über die Swatch-Konzerntochter ETA, die mechanische Uhrwerke herstellt, ein Lieferverbot verhängen. Swatch Group Chef Nick Hayek zürnt.

Swatch-Konzerntochter ETA im Visier der Wettbewerbsbehörde

Die Schweizer Wettbewerbskommission wird noch in der Woche vor Weihnachten eine Entscheidung fällen, die den zur Swatch Group (CH0012255151) gehörenden Uhrwerkhersteller ETA hart treffen dürfte: Gegen das Unternehmen soll ein Lieferverbot für mechanische Uhrwerke für das ganze Jahr 2020 verhängt werden.

ETA hat 2019 rund eine halbe Million mechanische Uhrwerke verkauft, 2020 würden die Werke dann stillstehen. Swatch Group CEO Nick Hayek kritisierte die Wettbewerbskommission in der Zeitung "Schweiz am Wochenende". Diese habe nicht die Aufgabe, den Markt zu organisieren. Die Kommission müsse Marktmacht und deren Missbrauch verhindern. "Doch wenn ETA nicht liefern darf, führt das nicht zu mehr, sondern zu weniger Wettbewerb." Betroffen vom Lieferverbot wären vor allem ETA-Kunden, unabhängige Uhrenhersteller.

Auflagen seit 2013

2013 hatte die Wettbewerbskommission mit Swatch wegen der marktbeherrschenden Stellung eine einvernehmliche Regelung zur Bereitstellung von ETA-Uhrwerken für bestimmte Drittkunden in festgelegten Mengen abgeschlossen. Die ETA darf laut der Regelung aber auch die Lieferungen an Dritte bis Ende 2019 stufenweise reduzieren. Diese Verpflichtung läuft Ende dieses Jahres aus. So hätte Konkurrenz zur ETA entstehen sollen. Und eine kleinere ETA sollte ab dann keine Marktmacht mehr haben und sich ihre Kunden frei aussuchen können.

Hayek hatte vor zwei Jahren erklärt: "Wir sind bereit, im Interesse der Schweizer Uhrenindustrie weiter an langjährige Kunden zu liefern. Aber wir wollen selber entscheiden können und nicht dazu gezwungen werden." Wie damals am Genfer Uhrensalon SIHH von gut unterrichteten Quellen zu hören war, hatten Swatch und Richemont für 2020 eine Vereinbarung zur Lieferung von ETA-Uhrwerken abgeschlossen.

Chopard-Co-Präsident und Miteigentümer Karl-Friedrich Scheufele kritisierte nun laut "Schweiz am Wochenende" die anstehende Entscheidung der Wettbewerbskommission. Chopard werde 2020 gewisse Uhrenmodelle nicht wie geplant vorstellen können. "Wir werden einige Umsatzeinbußen hinnehmen müssen", wird Scheufele zitiert.

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