Projekt "Hypotopia" zeigt das wahre Ausmaß der Hypo-Rettung

Projekt "Hypotopia" zeigt das wahre Ausmaß der Hypo-Rettung
Projekt "Hypotopia" zeigt das wahre Ausmaß der Hypo-Rettung

Hypotopia: Das Modell der fiktiven Stadt am Wiener Karlsplatz zeigt, was mit den geschätzten 19 Milliarden Euro, die zur Rettung der Hypo Alpe Adria notwendig sind, möglich gewesen wäre.

Ambitionierte Studenten haben den Rechenstift gezückt - und ausgerechnet, dass mit dem für die Hypo-Rettung notwendigen Geld auch eine 12,17 Quadratkilometer große Stadt mit Wohnraum für 102.574 Menschen hätte entstehen können. Die "Hypotopia" wäre damit größer als Klagenfurt. Auf dem Wiener Karlsplatz, wurde ein 1:100 Modell der Stadt aufgebaut, das den Wert der 19 Hypo-Milliarden greifbarer macht.

Diana Contiu war fassungslos, als sie von den Entwicklungen rund um die Hypo Alpe Adria erfuhr: Nicht nur, dass der „Abbauteil“ der Bank den Steuerzahler bis zu 19 Milliarden Euro kostet – schockierend ist auch, dass viele Bürger diese politische Entscheidung mit einem desinteressierten Schulterzucken hinnehmen. Eine Erklärung für die fatalistische Einstellung ihrer Mitbürger hatten Contiu und ihr Lebensgefährte Lukas Zeilbauer rasch parat: Nur wenige Menschen besitzen so viel Geld – daher kann auch niemand eine Relation zu diesem Betrag herstellen.

Also zückte die 21-jährige Architekturstudentin den Rechenstift - und stellte nach einer kurzen Überschlagsrechnung fest, dass man mit diesem Geld eine komplette Stadt bauen könnte, inklusive wirtschaftlicher, sozialer und infrastruktureller Bestandteile. Das Konzept präsentierte Contiu auf der Veranstaltung „TEDxVienna - CITY 2.0“ – und erntete dafür Standing Ovations aus dem Publikum.

Großes Team, großes Modell

Inzwischen hat sich das Team rund um das Projekt namens „Hypotopia“ (ein Wort-Hybrid aus „Hypo“ und „Utopie“) stark vergrößert; es umfasst 5 Bauingenieure, 13 Architekten, 9 Raumplaner, einen Informatiker, einen Grafiker und 55 Helferlein; im Rahmen der Planungsarbeit haben die Studenten in 10.200 Arbeitsstunden 4759 Zigaretten geraucht und 270 Liter Kaffee getrunken. Geld haben sie dafür keines bekommen, wohl aber ein Projekt fertiggestellt, das sich sehen lassen kann: Für die besagten 19 Milliarden Euro könnten 12,17 Quadratkilometer Stadtfläche mit Wohnraum für 102.574 Menschen entstehen.

Hypotopia ist eine fiktive Stadt, die insgesamt 19 Milliarden Euro wert ist.

Zusätzlich zum oben angeführten Video schafft ein eigens erstelltes virtuelles Modell einen Eindruck von der Stadt. Zur Veranschaulichung wurde ein Stadt-Modell aus Beton im Maßstab 1:100 in den Teich vor der Wiener Karlskirche eingelassen. Davon versprechen sich die Studenten, den Bürgern die Problematik noch plastischer schildern zu können. Die 3000 Einzelteile des Stadtmodells wiegen gemeinsam mehr als 70 Tonnen.

Bis zum 30.10. bleibt die Hypotopia am Verkehrsknotenpunkt Karlsplatz ausgestellt. Begleitet wird die Installation mit Vorträgen rund um das Thema Hypo-Rettung – angekündigt sind etwa der Politiker Werner Kogler (Grüne), das Kabarett 2Gewinnt und Crowdfunding-Rebell Heinrich Staudinger.

Die bessere Stadt

Doch die Studenten haben noch mehr vor, als lediglich Maßstäbe einer Bankenrettung zu verbildlichen – die Modell-Stadt soll gleichzeitig dazu dienen, neue Ideen auszuprobieren. Auf der Website des Projekts stellen die jungen Menschen daher innovative Konzepte vor, darunter:

Beton als Energiespeicher
Bauen mit Holz
Vertikale Landschaftsgestaltung
Neue Wege der Energieversorgung
Innovatives im Energieverbrauch
Ein Selbstversorger-Supermarkt
Eine "Parkour-Treppe"
Eine „Cycle-Swing“
Alternative Schienennutzung
Nutzung von Wasserwegen

Vor allem aber möchten die Initiatoren zeigen, dass es nicht großer Geldmittel bedarf, um gegen Missstände in Politik und Gesellschaft zu protestieren: „Wir sind bloß ein paar Studenten, ohne finanzielle Ressourcen und mit wenig Erfahrung“, sagt Contiu in ihrem Vortrag, der im Stil der trendigen TED-Talks gehalten ist und von TEDxVienna organisiert wurde: “Es ist unsere Aufgabe als Bürger, nicht schweigend zu akzeptieren, wenn in unserer Gesellschaft etwas schiefgeht.”

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