Österreichs Finanzchefs scheuen das Risiko

Österreichs Finanzchefs scheuen das Risiko

Die Consulter von Deloitte haben erneut europaweit die Stimmung der Finanzchefs untersucht. Die der österreichischen CFOs ist getrübt. Ihre Risikobereitschaft ist die geringste in ganz Europa.

Das Wort "Risiko" wird für die österreichischen Finanzchefs zunehmend zum Fremdwort. Die überwiegende Mehrheit der CFOs des Landes ist, wie die neue CFO-Studie (European CFO Survey) des Consultingunternehmens Deloitte zeigt, der Meinung, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, um ein Wagnis einzugehen.

In der aktuellen Studie hat die Risikobereitschaft der heimischen CEOs einen neuen Tiefstwert erreicht. Nur elf Prozent würden zum gegebenen Zeitpunkt Risiken eingehen. Damit sind die Österreicher unter allen europäischen Finanzvorständen die zurückhaltendsten. Stattdessen wird gespart, wo immer es möglich ist "Hinsichtlich der strategischen Prioritäten stehen Kosteneinsparungen bei den österreichischen CFOs an erster Stelle“, sagt Gerhard Marterbauer, Partner in der Wirtschaftsprüfung bei Deloitte in Wien.

Die Risikobereitschaft der österreichischen Finanzchefs ist im Europavergleich am geringsten.

Die Risikobereitschaft der österreichischen Finanzchefs ist im Europavergleich am geringsten.

Trotz der geringen Risikobereitschaft soll in Österreich wieder mehr investiert werden. 38 Prozent der befragten CFOs wollen ihre Investitionen im nächsten Jahr erhöhen, nur acht Prozent die Ausgaben reduzieren. Allerdings ist drückt eine weit verbreitete Unsicherheit die Stimmung Jeder zweite Finanzchef hadert mit der aktuellen Lage.

Anders als man annehmen könnte ist es jedoch weniger die wirtschaftliche und politische Entwicklung, die den CFOs Sorgen bereitet. Die meisten Gedanken machen sie sich über die zunehmenden Regularien und steigende Personalkosten. „Den österreichischen Finanzchefs brennen Themen unter den Nägeln, die sie unmittelbar betreffen und die bereits seit langem kritisiert werden. Es braucht für Österreichs Unternehmer dringend eine Entlastung bei den Personalkosten", meint Marterbauer. Auch dem Regulierungsdruck müsse Einhalt geboten werden. In Bezug auf den bevorstehenden Brexit geben sich die österreichischen CFOs dagegen entspannt. Drei Viertel der Befragten sehen keinen Einfluss durch das Votum der Briten auf ihr Unternehmen.


Service

Die Deloitte-CFO-Studie "Growth prospects in an uncertain world" (Wachstumschancen in einer unsicheren Welt) vom November 2016 zum Download.

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CFO-Studie: Wachstumschancen in einer unsicheren Welt

Deloitte-Studie "Wachtumschancen in einer unsicheren Welt"

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