Studie belegt Milliardeneffekt des Sports auf Gesundheitssystem

Studie belegt Milliardeneffekt des Sports auf Gesundheitssystem
Studie belegt Milliardeneffekt des Sports auf Gesundheitssystem

In einer Studie des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Wien wurde der Effekt des Sports auf die Gesundheit der Österreicher ermittelt. Die Bilanz: Der jährliche positive Effekt der sportlichen Aktivitäten wird mit 712 Millionen Euro beziffert. Sport schützt vor zahlreichen Krankheiten und steigert die Arbeitsfähigkeit.

"Sport ist Mord" lautet ein weit verbreiteter Spruch. Doch der stimmt nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Das hat das Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien in einer nun vorgelegten Studie erhoben. Jeder in den Sport investierte Euro spart fünf Euro Krankheitskosten, ist die Conclusio der Sudienautoren. Die Förderung von Sport und Bewegung als Teil des Lebensstils in einem modernen Gesundheits- und Sozialsystem dient demnach nicht nur zur Erhöhung des Gesundheitsstatus und allgemeinen Wohlbefindens, sondern hilft auch, volkswirtschaftliche Kosten zu sparen. 1,11 Milliarden Euro tragen die sportlichen Aktivitäten der Österreicher demnach zum Gesundheitsbudget bei.

Sport kann dabei sehr unterschiedliche Effekte haben. Grundsätzlich wird und Ausdauer- und Kraftsportarten unterschieden. Ausdauersport wirkt sich besonders positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus, senkt das Ateriosklerose-Risiko und ist praktisch die wirkungsvollste Maßnahme schlechthin gegen Altersdiabetes. Auch in der Krebsprophylaxe spielt Ausdauersport eine wichtige Rolle, beim Stressabbau, der Verbesserung des allgemeinen Blutbildes und durch die erhöhte Durchblutung des Gehirns auch für das Kurzzeitgedächtnis. Kraftsportarten wiederum stärken die Muskulatur und die Wirbelsäule und wirken so Haltungsschäden, Rückenleiden und Athrosen entgegen. Wie auch die Ausdauersportarten steigern sie generell die Vitalität und schützen auch vor Altersostheoporose.

Psychosozial verbessert Sport die Stressregulation, wirkt gegen negative Stimmungen und Depressionen und steigert so die subjektive Lebensqualität. Sport ist, so die Studienautoren, die effizienteste präventive Maßnahme. "Es gibt kein Medikament, das so viele positive Wirkungen hat wie Sport", heißt es in der Studie.

Positive Effekte des Sports

Die Sportwissenschaftler haben die Effekte des Sports auf mehrere Krankheitsgruppen hochgerechnet und dabei mit den Zahlen aus dem Jahr 2013 einen gegenüber einer gleichartigen Studie aus dem Jahr 1998 deutlich höheren Effekt errechnet. Der Gesamtbetrag der positiven Auswirkungen der sportlichen Aktivitäten wird mit 1,11 Milliarden Euro beziffert. Am größten sind dabei die Effekte auf zwei die Altersdiabetes, Diabetes mellitusTyp II. Alleine bei dieser Krankheit wurde der Präventiv-Efffekt des Sports mit 370 Millionen Euro jährlich beziffert. Noch mehr Geld, nämlich 758 Millionen Euro, erspart sich das staatliche Gesundheitssystem durch die Reduzierung von stationären und ambulanten Aufenthalten in Spitälern, bei Rettungsdiensten und der Verwaltung.

Sport spart 758 Millionen an Spitals- und Rettungskosten.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Kosten, die auf das Gesundheitssystem durch den Sport zukommen. Sportverletzungen gehören leider auch zum Sport. Vor allem aber dann, wenn er nicht dem eigenen Leistungsvermögen entsprechend ausgeübt wird. Daneben gibt es aber auch Risikosportarten, bei denen die Verletzungsgefahr besonders hoch ist. Den Ststistiken des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zufolge sind dabei in Österreich vor allem die beliebten Sportarten Skifahren (alpin), Fußball und Radfahren relevant. Alleine auf diese drei Sportarten entfallen mehr Unfälle als auf alle anderen Sportarten zusammen.

Im Jahr 2103 waren 112 durch Sport verursachte Todesopfer, 48.110 Schwerverletzte und 146.085 Leichtverletzte zu beklagen. Dennoch ist die Bilanz unter dem Strich deutlich positiv. Subtrahiert man die Kosten aufgrund von Sportverletzungen von dem Nutzen durch vermiedene Krankheitskosten, so bleiben in der Bilanz immer noch 712 Millionen Euro übrig.

Kosten von Sportverletzungen

Der gegenüber dem Jahr 1998 deutlich höhere Effekt wird damit begründet, dass in der Zwischenzeit die Behandlungskosten für viele Zivilisationsktrankheiten, die durch Sport vermieden werden können, stark gestiegen sind. Und es gibt der Studie zufolge noch viel Verbesserungspotenzial. Würde der Teil der heute nur wenig bis gar nicht Sport treibenden Bevölkerung aktiver werden, so würde das einen zusätzlichen jährlichen Effekt von 1,357 Milliarden Euro bringen. "Wer Sportplätze baut, hilft Spitäler sparen", schließen die Studienautoren.

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