Studie: Bürokratie verhindert Investitionen

Studie: Bürokratie verhindert Investitionen

Einer aktuellen Studie zufolge glauben 80 Prozent der österreichischen Führungskräfte, dass sich das bürokratische Umfeld in den letzten fünf Jahren verschlechtert hat; 92 Prozent der Befragten geben an, dass Investitionen eher verhindert, verzögert oder verteuert wurden.

„Wir haben aktuell ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, mit dem die Unternehmen ohnehin schon genug zu kämpfen haben“, klagt Günther Ofner, Vizepräsident des management club: „Dass zunehmende Bürokratie wichtige Investitionen verzögert oder gar verhindert, verschärft die Lage zusätzlich.“ Dabei beruft er sich auf eine Umfrage, die das Institut österreichweit unter seinen 3000 Mitgliedern durchgeführt hat. Das Ergebnis: 80 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich die bürokratischen Rahmenbedingungen in den letzten fünf Jahren verschlechtert haben; 92 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, dass Investitionen eher verhindert, verzögert oder verteuert wurden.

In den meisten Fällen wurden Investitionen über ein Jahr verzögert, bei einem geplanten Investitionsvolumen von mehrheitlich über 100.000 Euro. In extremen Fällen verzögerten sich Investitionen um bis zu drei Jahre; 37 Prozent nennen ein blockiertes Investitionsvolumen von mehr als 500.000 Euro in ihrem Betrieb.

Unpragmatisch und unkooperativ

Besonders starke negative Effekte ausufernder Bürokratie sehen die Befragten in Form höherer Kosten (87 Prozent), erhöhtem Personal- und Ressourceneinsatz, sowie Zeitbedarf (84 Prozent) und abnehmender Geschwindigkeit von Verfahren/Genehmigungen (59 Prozent). Bemängelt wird von den Führungskräften die oft unpragmatische und unkooperative Umgangsweise mit gesetzlichen Vorschriften. „Gesetze werden oft als zu streng, detailliert und schwierig umzusetzen angesehen, während sich die Behörden scheinbar wenig kooperativ verhalten und nicht auf die Bedürfnisse der Unternehmen eingehen“, heißt es auf der Website des management club. Besonders für jüngere Führungskräfte und kleinere Betriebe sei dies ein schwieriges Thema.

Die Umfrageergebnisse decken sich mit einer Studie, die die Junge Wirtschaft Ende September veröffentlichte – demnach kämpfen Jungunternehmer einen Arbeitstag pro Woche mit der ausufernden Bürokratie (Weiterlesen unter diesem Link).

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