Palfinger StrucInspect: Gebäude-Inspektion mit Drohnen

Der Salzburger Kranbauer Palfinger gründet mit zwei Partnern das Joint Venture StrucInspect zur Brücken- und Gebäudewartung mittels Drohnen und Künstlicher Intelligenz. Das Ziel ist eine führende Weltmarktposition.

Palfinger CEO Andreas Klauser

PalfingerCEO Andreas Klauser will mit StrucInspect die Inspektion von Brücken und Gebäuden digitalisieren.

Mitte August 2018, der neue Palfinger-CEO Andreas Klauser war gerade einmal zweieinhalb Monate im Amt, stürzte in Genua die so genannte Morandi-Brücke ein. Unter dem Schock von 43 Toten fokussierte die öffentliche Diskussion rasch auf mögliche Konstruktions- und Wartungsfehler des Bauwerks. Beim Salzburger Kranbauer brachte das Unglück ein dahindümpelndes Projekt in Schwung, das nun in die Gründung eines neuen Unternehmens mündet.

Während bisher die – in Österreich alle sechs Jahre vorgeschriebene – Wartung von Autobahn- oder Eisenbahnbrücken nach dem Prinzip „Abklopfen mit dem Hammer“ funktioniert, wie Klauser plastisch formuliert, soll es in Zukunft dank Sensoren, Drohnen und dem dosierten Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Datenauswertung volldigital möglich sein.

Das Joint Venture StrucInspect, an dem Palfinger 51 Prozent und je 24,5 Prozent das Wiener Ziviltechniker-Büro VCE sowie die auf Vermessung spezialisierte Angst-Gruppe halten, soll die Kompetenzen der Partner bündeln. Logische erste Ansprechpartner in Österreich sind Asfinag und ÖBB, aber der Markt ist natürlich die ganze Welt.

100-Millionen-Euro-Idee

Allein in Deutschland gibt es 40.000 Straßen- und 25.000 Eisenbahnbrücken. Auf 100 Millionen Euro jährlich schätzt Klauser das Europa-Potenzial für Brückeninspektionen. Der Branche soll die Gemeinschaftsfirma bei der Fachmesse Bauma im April in München vorgestellt werden.

StrucInspect, geleitet vom Palfinger-Mann Albrecht Karlusch und von VCE-Partner Peter Furtner, ist das erste Baby der Innovations-Unit Palfinger 21st, die im Wiener Start-up-Zentrum WeXelerate angesiedelt ist.

Aber machen da nicht die Palfinger-Digitalprofis den Palfinger-Maschinenbauern das Geschäft streitig? Natürlich könne es sein, „dass wir ein paar Brückeninspektionsgeräte weniger absetzen“, sagt Klauser. Rund fünf dieser Riesenmaschinen à 250.000 Euro verkauft er pro Jahr, dazu kommen noch hunderte spezielle Plattformlösungen. Aber auf lange Sicht werde man das, was hüben verloren geht, drüben überkompensieren, ist Klauser sicher. Weitere Einsatzmöglichkeiten sieht er mittelfristig in der Wartung von Gebäuden aller Art, etwa als eine Art digitales Industrieklettern.


Der Artikel ist der trend-Ausgabe 8/2019 vom 22. Februar 2019 entnommen.

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