Strabag tritt aus Industriellenvereinigung aus

Der Baukonzern Strabag verlässt die Industriellenvereinigung, weil diese die „Nein zum Öxit“-Kampagne von Hans Peter Haselsteiner gegen FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer nicht unterstützen will.

Strabag tritt aus Industriellenvereinigung aus

Streitbarer Geist: Strabag-Großaktionär Hans Peter Haselsteiner zeigt der Industriellenvereinigung die rote Karte.

Nicht nur Währungsunionen und politische Zusammenschlüsse kann man aufkündigen – auch die Zugehörigkeit zu scheinbar unverrückbaren Institutionen ist nicht in Stein gemeißelt. Hans Peter Haselsteiner, wichtigster Aktionär des Baukonzerns Strabag, vollzieht nun erstmals den Ixit – den Exit aus der Industriellenvereinigung (IV). Das zweitgrößte Unternehmen Österreichs verlässt die Lobbyorganisation aus politischem Protest.

Schuld daran ist der Öxit – genauer: die Warnung vor diesem möglichen Austritt Österreichs aus der EU. Haselsteiner hat im September seine „Nein zum Öxit“-Kampagne gestartet, um den freiheitlichen Kandidaten Norbert Hofer als nächsten Bundespräsidenten zu verhindern. Mit Sprüchen wie „Kommt Hofer. Kommt Öxit. Kommt Arbeitslosigkeit“ fielen die TV-Spots und Inserate von Beginn an auf – und eckten an. Am 14. November soll die Kampagne nach einer durch die Verschiebung der Wahlwiederholung bedingten Pause wieder aufgenommen werden. Diesmal sollen prominente Wirtschaftstestimonials vor den Vorhang treten.

Haselsteiner gegen Kapsch

Dem Drängen Haselsteiners, ebenfalls mitzuwirken, wollte IV-Präsident Georg Kapsch jedoch nicht nachkommen. Kapsch hat in den eigenen Reihen, insbesondere in manchen Landesorganisationen, Fans einer Neuauflage von Schwarz-Blau in der Regierung. Zudem soll ihm die Zuspitzung der Kampagne zu extrem gewesen sein.

Aus Ärger darüber teilte Haselsteiners Strabag daraufhin mit, aus der IV austreten zu wollen. Formell kann das erst mit Jahresende vollzogen werden, doch die flehentlichen Versuche von IV-Oberen, den charismatischen Industriellen doch im Boot zu behalten, haben bisher nichts gefruchtet. „Der Entschluss ist irreversibel“, lässt „HPH“ dem trend ausrichten.

Kenner der beiden Alphatiere Kapsch und Haselsteiner suchen die wahren Gründe für die Eskalation jedoch weiter zurück in der Vergangenheit. Beide waren beim Gründungsteam des Liberalen Forums (LIF) von Heide Schmidt in den 1990ern: Haselsteiner als Kärntner Landessprecher, Kapsch als stellvertretender Wien-Chef. Schon in dieser Zeit waren sie einander alles andere als wohlgesonnen. Später wetteiferten sie auch unternehmerisch – vor allem bei Mautsystemen, einem zentralen Geschäftsfeld der Kapsch-Gruppe, in das auch die Strabag mit dem Kauf des Kapsch-Konkurrenten Efkon einstieg. Nun sind die Bande endgültig zerrissen.

Öl- und Gaspreishoch bescheren der OMV Milliardengewinne

Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV, an dem die Republik Österreich über …

IMMOunited2GO zeigt Grundbuch- und Kaufvertragsinformationen sowie Daten zu Neubauprojekten in der unmittelbaren Umgebung an
Das Grundbuch österreichweit mitnehmen: IMMOunited launcht „IMMOunited2GO“

Die neue App für iOS- und Android-Smartphones bietet vor Ort …

RBI-Vorstandschef Johann Strobl
Raiffeisen Bilanz: Gewinn in Russland vervierfacht

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat im Jahr 2022 blendend …

ZUR PERSON: Martin Butollo ist seit 2013 Country-CEO der Commerzbank in Österreich. Nach seinem Studium an der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Pariser HEC trat Butollo bei PricewaterhouseCoopers ein und wechselte dann nach Frankfurt, wo er bei der Dresdner Bank und der Commerzbank Bankerfahrung sammelte.
„Glaube an Innovationskraft und Resilienz“

Die EU wird strenge Nachhaltigkeitsregeln für die Kreditvergabe …