Stichtag bei Casinos Austria: Aufsichtsrat berät über Vorstand

Casinos Austria Logo

Bei den Casinos Austria dreht sich das Vorstands-Roulette

Mit Spannung erwartet wird die Casinos-Austria-Aufsichtsratssitzung am Dienstag, 19. März. Wichtigstes Thema dabei ist die Umbesetzung des Vorstands. Als ausgemacht gilt, dass Bettina Glatz-Kremsner als Vorstandschefin Alexander Labak ablösen wird. Die Entscheidung dürfte trotzdem noch auf sich warten lassen.

Der Casinos Austria (Casag) Aufsichtsrat berät die Neubesetzung des Vorstandes des Unternehmens. Unstimmigkeiten zwischen den Hauptaktionären dürften die Entscheidung noch verzögern, aber als unstrittig gilt inzwischen, dass Bettina Glatz-Kremsner künftig den Vorstand leiten wird. Gute Karten haben auch Martin Skopek und Peter Sidlo, in das Dreier-Gremium einzuziehen.

Der Glücksspielkonzern Casag, zu dem neben den Casinos in Österreich unter anderem die Lotterien und die Auslands-Casinos gehören, hat drei dominante Großaktionäre: Die Republik Österreich (33,24 Prozent), die tschechische Sazka-Gruppe (38,29 Prozent) und die heimische Glücksspielgruppe Novomatic (17,19 Prozent). Sazka strebt eine Mehrheit an, konnte sich bisher aber nicht gegen die Republik und Novomatic durchsetzen.

Klar ist, dass der von Sazka nominierte aktuelle Vorstandsvorsitzende Alexander Labak abgelöst werden soll. Sein Vertrag läuft Ende 2019 aus und wurde nicht verlängert, inzwischen zeichnet sich sein früheres Ausscheiden ab. Er selber scheint dazu bereit zu sein, sagte er doch unlängst in einem trend-Interview (Ausgabe 10/2919 vom 8. März 2019): "Wenn der Aufsichtsrat ein neues Team schon früher etablieren möchte, dann ist es auch okay."

Siehe auch den Artikel: "Casinos Austria wären auch mit einem Vorstand zu führen“

Labak wird allgemein vorgeworfen, dass sich das Betriebsklima seit seinem Amtsantritt Mitte 2017 deutlich verschlechtert habe (siehe Artikel "Casinos: Betriebsrat attackiert Generaldirektor Labak". Aber auch Vorstandsmitglied Dietmar Hoscher dürfte zügig abgelöst werden.

Dreier-Vorschlag

Der beauftragte Headhunter hat Glatz-Kremsner, den ehemaligen Erste-Banker MartinSkopek und Martin Sidlo - Vorstand der Investmentgesellschaft Sigma und für die FPÖ-Bezirksrat in Wien-Alsergrund - für den Vorstand vorgeschlagen. Gegenkandidaten gibt es derzeit nicht und weder von der Republik Österreich noch von Novomatic gibt es Gegenwind. Den Dreien wird zugetraut, das Unternehmen als Team zu führen. Glatz-Kremsner und Sidlo konnten ihre gute Zusammenarbeit bisher schon im Generalrat der Nationalbank zeigen.

Glatz-Kremsner ist seit vielen Jahren in den Casinos Austria tätig und derzeit Finanzvorständin. Sie hat einen besonders guten Draht zu Bundeskanzler Sebastian Kurz und war im Herbst 2017 auch in dessen Koalitions-Verhandlungsteam. Als Kandidat der Sazka-Gruppe ist Skopek für den künftigen Vorstand vorgesehen. Er ist seit einigen Jahren beim Mischkonzern KKCG des Milliardärs Karel Komarek tätig - KKCG ist seit kurzem Alleineigentümer der Sazka.

Dass es am 19. März trotzdem noch nicht zu einer endgültigen Entscheidung kommen wird, liegt an Sazka. Laut "Kurier" stellt die Sazka-Gruppe Forderungen im Abtausch für ihre Zustimmung zur neuen Vorstandsbesetzung. Ihr Argument: Sie verliere die Nominierung des Vorstandsvorsitzenden und wolle dafür einen Ausgleich. Dazu gehöre insbesondere der Wunsch, dass der Bund auf sein Vorkaufsrecht an den Anteilen des Bankhauses Schelhammer & Schattera an der Casag (5,31 Prozent) verzichtet. Das würde der Sazka-Gruppe eine zügige Aufstockung ihrer Casag-Anteile ermöglichen, denn Novomatic darf aus Wettbewerbsgründen keine weiteren Casinos-Anteile erwerben. Außerdem fordere Sazka eine langfristige Dividendenpolitik, mehr Informationen und eine klare Strategie, schreibt der "Kurier".

Jedenfalls sollen sich die Vorstandskandidaten am Dienstag Aufsichtsrat unter Vorsitz des Raiffeisen-Generalanwalts Walter Rothensteiner vorstellen. Für den Nachmittag ist dann die Aufsichtsratssitzung vorgesehen. Sollte es morgen keine endgültige Entscheidung geben, dann kann Anfang April der nächste Anlauf erfolgen, alle Positionen unter einen Hut zu bringen. Denn der Fristenlauf zur Einberufung einer neuerlichen Aufsichtsratssitzung nimmt zwei bis drei Wochen in Anspruch. Nach APA-Informationen hat Sazka seine Wünsche an den Aufsichtsrat erst sehr kurzfristig deponiert, was eine Kompromissfindung schwierig machte.

Schule macht Wirtschaft

Über Hürden zum Erfolg

Wirtschaft

Inflation geht im Juni 2019 auf 1,6 Prozent zurück

XXXLutz Marketingleiter Thomas Saliger (li.) und Premedia-CEO Wolfgang Erlebach.

Wirtschaft

Digitalisierung bei XXXLutz: Werbung automatisch persönlich

Die Reichsten der Reichen: Dietrich Mateschitz, Ferdinand Piëch und Elisabeth Schaeffler

Wirtschaft

Ranking: Die 100 reichsten Österreicher 2019