Steuersystem: Unternehmen für Entlastung und Öko-Reform

Deloitte Tax Survey 2021: Österreichs Wirtschaft sieht die weitere Ökologisierung und Digitalisierung als Gebot, hält CO2-Steuern als sinnvolle Maßnahme und hofft in der Post-COVID-Zeit auf steuerliche Schritte zur Entlastung von Unternehmen.

Steuersystem: Unternehmen für Entlastung und Öko-Reform

Wie ist die Stimmung unter den österreichischen Unternehmen? Wo drückt der Schuh? Wie sind ihre Erwartungen und Hoffnungen? Im Rahmen des Austrian Tax Survey hat Deloitte im Juli 2021 österreichweit 268 Führungskräfte befragt, um ihre Stimmung auszuloten. Das Ergebnis zeigt, dass den heimischen Unternehmen die Steuerlast zu schaffen macht, dass die heimische Wirtschaft aber auch neuen ökologischen Lenkungsmaßnahmen wie einer CO2-Steuer aufgeschlossen ist

Grundsätzlich sehen gut Viertel der Befragten die steuerlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu anderen Staaten als sehr herausfordernd (29 %) oder herausfordernd (50 %) ist. Nur ein Fünftel (20 %) beurteilen sehen das Umfeld als bewältigbar und ein verschwindender Anteil (1 %) als gar nicht herausfordernd.

Deloitte interpretiert die gegenüber dem Krisenjahr 2020 kaum veränderten Umfrageergebnisse insofern als Reformen und strukturelle Maßnahmen zur Stärkung des
Wirtschaftsstandorts unbedingt erforderlich sind. "Die anhaltende COVID-19-Krise, die oftmals noch unzureichende Digitalisierung sowie die spürbaren Folgen des Klimawandels stellen große Herausforderungen für die heimischen Unternehmen dar", resümiert Deloitte. Es brauche seitens der Politik weitere Maßnahmen, um den Wirtschaftsstandort zu beleben und gute Voraussetzungen für erfolgreiches Wirtschaften und eine positive Zukunft zu schaffen.

Öko-Steuern

Ein wesentlicher Schritt wird in der Ökologisierung des Steuersystems gesehen. Nach Möglichkeit wünscht man sich dabei klarerweise, dass es dieser Schritt aufkommensneutral vollzogen wird und es zu keinen zu keinen Steuererhöhungen kommt, falls sie aber - auch als Folge der Geldpolitik während der COVID-19-Krise - erforderlich sein sollten, dann wird für ökologische Steuermaßnahmen plädiert – ganz nach dem Motto: „Wenn schon Steuererhöhungen, dann zumindest ökologisch sinnvolle.“

Die Unternehmen wünschen sich zudem die vermehrte Förderung und Prämienzuschüsse für ökologisch sinnvolle Maßnahmen und stehen der Einführung von CO2-Steuern aufgeschlossen gegenüber. Dahinter rangieren Lenkungsmittel wie die Ticketabgabe im Flugverkehr, Öko-Zölle und die Erhöhung der Mineralölsteuer. Als weniger wichtig bewerten die Befragten die Erhöhung der NoVa und der motorbezogenen Versicherungssteuer sowie die Entrichtung der Maut für Straßen (siehe Grafik).

Reformwünsche

Kritisiert wird wie bereits in den Vorjahren die Komplexität des heimischen Steuersystems. Man wünscht sich einfachere Rahmenbedingungen, um im internationalen Wettbewerb Schritt halten zu können. Neben der Vereinfachung des Steuersystems und der Abgabenverwaltung drückt der Schuh vor allem bei den Lohnnebenkosten und bei der Einkommenssteuer (siehe Grafik).

"Die Vereinfachung des Steuersystems sollte weit oben auf der Agenda der Bundesregierung stehen und würde zu einer nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich führen", folgert Deloitte. Auch die Reduktion der Lohnnebenkosten sowie der der Körperschafts- und Einkommensteuer sollte demnach dringend in Angriff genommen werden.Um die Herausforderungen der COVID-19-Krise, der Digitalisierung sowie des Klimawandels besser bewältigen zu können sollten zudem weitere Anreize geschaffen werden, die zu einer
positiven Entwicklung des Steuerstandortes Österreich beitragen.

Die 300 befragten Führungskräfte wünschen sich zudem eine bessere Planungssicherheit und hoffen auf eine stabilere Gesetzeslage. Häufige Gesetzesänderungen seien für einen attraktiven Wirtschaftsstandort schädlich.

Deloitte Tax Survey Juli 2021: Wünsche nach steuerlichen Maßnahmen; für eine vergrößerte Darstellung bitte auf die Abbildung klicken.

Deloitte Tax Survey Juli 2021: Wünsche nach steuerlichen Maßnahmen; für eine vergrößerte Darstellung bitte auf die Abbildung klicken.

Langfristig wünschen sich die Unternehmen zudem neben der erwähnten Senkung der Lohnnebenkosten, der Einkommens- und Körperschaftssteuer die Förderung der Ökologisierung (33 %) sowie die Abschaffung von Bagatellsteuern (31 %); siehe Grafik. Rund 74 % der Befragten sind außerdem der Meinung, dass die Senkung der Lohnnebenkosten zu einem Aufschwung in der Post-Corona Zeit führen würde. Rund 34 % der Befragten wünschen sich zudem, dass von staatlicher Seite weitere Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung ergriffen werden.

Take Aways
  • Deloitte Austrian Tax Survey. Im Rahmen des Deloitte Austrian Tax Survey 2021 268 Führungskräfte vornehmlich aus dem Steuerbereich via Online-Survey befragt.
  • Zeitraum. Die Befragung fand im Juli 2021 statt.
  • Struktur. 66 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in einem international tätigen Unternehmen tätig. 38 % der Unternehmen haben mindestens
    250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 25 % beschäftigen zwischen 50 und 249 Mitarbeiterinnen und
    Mitarbeiter. 37 % verfügen maximal über 49 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Download. Detailergebnisse finden Sie hier zum Download.

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