Steirische AT&S investiert 1,7 Milliarden in Südostasien

Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S hat nach seinem jüngsten 300-Millionen-Investment in Österreich nachgelegt. In Südostasien werden zusätzlich 1,7 Milliarden in einen neuen Standort investiert. Und an zwei prominente Partner angedockt.

Andreas Gerstenmayer, CEO AT&S

AT&S-CEO Andreas Gerstenmayer startet aus der Corona-Krise heraus mit einer Investitionsoffensive. Und zwei Top-Partnern der Chipindustrie.

Leoben/Wien. Aus der Corona-Krise heraus mit Schwung: AT&S-CEO Andreas Gerstenmayer schiebt mit einer Investitionsoffensive an, wie man sie so nicht erwarten konnte. Binnen zwei Tagen kündigt der steirische Leiterplattenhersteller AT&S Investitionen in der Höhe von zwei Milliarden Euro an.

Am Montag wurden 300 Millionen Euro für ein neues Forschungszentrum in Leoben bekanntgegeben. Am Dienstag legt AT&S mit einem Milliardeninvestment nach. In einen neu zu errichtenden Produktionsstandort in Südostasien sollen 1,7 Milliarden Euro die kommenden Jahr investiert werden. Das ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte des österreichischen Hightech-Unternehmens.

Komponenten für Sechs Top-Bereiche

In dem neuen Produktionsstandort sollen so genannte High-End-Substrate produziert werden. Diese APF-Substrate kommen in Anwendungen von Hochleistungsrechnern, Datenzentren, Computerspielen (Gaming), in der neuesten Mobilfunkgeneration 5G, im Automobilsektor und bei Anwendungen für Künstliche Intelligenz zum Einsatz.

Der neue Produktionsstandort soll eine Gesamtgröße rund von 200.000 m² haben - das ist in etwa die Fläche von 28 Fußballplätzen. Wo der Produktionsstandort in Südostasien errichtet werden soll, wurde nicht mitgeteilt.

Die massiven Produktionsengpässe in der Chipindustrie dürfte die Entscheidung von AT&S beflügelt haben, wenngleich AT&S von seinem Investment zeitnah noch nicht profitieren wird. Der Baubeginn der neuen Fabrik ist für die zweite Jahreshälfte 2021 geplant. Der Start der Serienfertigung ist für Ende 2024 terminiert. Die derzeit geplanten Kapazitäten können laut AT&S bei vollständiger Auslastung ein zusätzliches Umsatzpotenzial von bis zu 1 Milliarde Euro pro Jahr generieren.

Rund die Hälfte des Investitionsvolumens soll durch Finanzierungsbeiträge der Kunden bereitgestellt werden, so AT&S. Die bilanzielle Darstellung dieser Beiträge sei "noch zu klären". Eine Kapitalerhöhung durch Begebung neuer Aktien für die Finanzierung des Projekts sei jedenfalls laut AT&S-Mitteilung nicht erforderlich.

AT&S plus X & Y

AT&S hat dazu mit zwei führenden Herstellern der Chipindustrie neue Verträge in Vorbereitung, mit denen eine langfristige Vereinbarung erzielt werden soll. Die Namen der neuen Partner wurden nicht genannt. Nur so viel wollte AT&S mitteilen: Bei den Partnern handelt es sich um zwei Hersteller für High-Performance-Computing-Halbleiter.

Mit der Unterzeichnung dieser Verträge wird zeitnah gerechnet, heißt es bei AT&S. Die Verhandlungen seien noch im Gange.

Der Vorstand hebt die Bedeutung dieses Projekts hervor. Es trägt ganz wesentlich zur zukünftigen Diversifizierung des Kundenportfolios, der Verbreiterung des regionalen Footprints und der Positionierung im stark wachsenden Markt der ABF-Substrate bei.

AT&S ist seit mehreren Jahren unter anderem einer der Top-Zulieferer des US-Technologiekonzerns Apple. Die Chipteile aus der AT&S-Fertigung werden unter anderem in Smartphones von Apple sowie Tablet-PCs verbaut.

Die Aktie bekommt neuen Schwung

Der Aktienkurs von AT&S hat am Dienstag einen kräftigen Sprung von über zehn Prozent gegenüber dem Vortag gemacht und notiert nach Bekanntgabe des neuen Südostasien-Investments bei 33,30 Euro. Binnen Jahresfrist hat das AT&S-Papier kräftig zugelegt - von 16,45 Euro auf das Zwischenhoch von 33,45 Euro am 14. April 2021. Danach hat der Kurs leicht nachgegeben. Das Unternehmen hat derzeit einen Börsenwert von 1,3 Mrd. Euro.

Im Coronageschäftsjahr 2020/21 hat das Unternehmen einen Rekordumsatz von 1,19 Mrd. Euro geschrieben. Den Investitionsplänen zufolge soll dieser bis 2023/23 auf über 2 Mrd. und 2025/26 auf rund 3 Mrd. Euro steigen. Der ATS-Vorstand erwartet aufgrund der kommenden höherwertigen Anwendungen auch auf eine Verbesserung der Gewinnspanne.

Das Unternehmen wurde 1987 gegründet. 1999 erfolgte der Börsengang in Frankfurt. 64,4 Prozent der Aktien sind im Streubesitz. Die Dörflinger Privatstiftung ist mit 18 Prozent der Aktien der größte Einzelaktionär. Hannes Androsch, Industrieller und Ex-Finanzminister Österreichs, hält über seine Androsch Privatstiftung derzeit 17,6 Prozent der Aktien. Androsch ist gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrates.

AT&S beschäftigt heute weltweit 10.000 Mitarbeiter. Produktionsstandorte gibt es in Europa noch in Leoben und Fehring in Österreich. Din Asien produziert AT&S in Ansan in Korea, Nanjangud in Indien sowie Shanghai und Chongqing in China.

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Zur Person. Martin Butollo ist seit 2013 Country CEO der Commerzbank in Österreich. Davor war Butollo für die Commerzbank und die Dresdner Bank in Frankfurt/Main in Managementfunktionen tätig. Seine berufliche Laufbahn begann bei PriceWaterhouseCoopers.

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