Starker Schweizer Franken: Schweizer werden zu Pessimisten

Starker Schweizer Franken: Schweizer werden zu Pessimisten

Der starke Schweizer Franken macht der Wirtschaft in der Schweiz zu schaffen. Der Anteil der Pessimisten überwiegt gegenüber den Optimisten. Viele Unternehmen müssen Mitarbeiter kündigen.

Viele Schweizer Unternehmen schätzen ihre eigene Lage derzeit weniger stabil ein und rechnen für das laufende Jahr mit einem Konjunkturabschwung. Der Anteil der Skeptiker, die von einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in den kommenden sechs Monate ausgehen, überwiegt erstmals seit Jahren, geht aus einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor.

Demnach hat sich der Anteil der Konjunkturpessimisten gegenüber Jänner 2015 von 13 Prozent auf 26 Prozent verdoppelt, während der Anteil der Optimisten auf 23 Prozent leicht gesunken ist. Insofern ist die Mehrheit also skeptisch, und eine solche Situation gab es bei der halbjährlich erhobenen Untersuchung seit Jänner 2012 nicht mehr.

Starker Schweizer Franken - weniger Schweizer Jobs

Als Hauptursachen für die merkliche Eintrübung des Geschäftsklimas müssen die anhaltende Frankenstärke sowie eine Schwächung der Binnenkonjunktur herhalten. Die große Mehrheit der befragten Unternehmen hat daher auch Maßnahmen zum Beispiel zur Abfederung der Frankenstärke ergriffen. Jede fünfte Firma der 700 Gesellschaften, die an der EY-Umfrage teilgenommen haben, baut Personal ab oder verlagert Tätigkeiten ins Ausland.

Rund 30 Prozent stellen keine neuen Mitarbeiter mehr ein, 22 Prozent wollen heuer Personal abbauen oder sind bereits dabei. Bei 15 Prozent aller befragten Unternehmen sind Lohnkürzungen ein Thema und 21 Prozent wollen Kurzarbeit im Jahr 2016 umsetzen. Die beiden letzteren Maßnahmen werden dabei doppelt so häufig genannt wie noch im Mai 2015.

Ein Großteil der Befragten begegnet dem starken Schweizer Franken zudem mit gezielten Programmen zur Verbesserung von Qualität und Innovationskraft. Sie wollen also zwei der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Schweizer Wirtschaft stärken.

Im Gegensatz zur Zukunft scheinen die Firmen mit der aktuellen Situation zufrieden zu sein. Mit rund 86 Prozent bewertet die große Mehrheit der Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als positiv. Auch die Prognosen zur Umsatzentwicklung bleiben der Untersuchung zufolge knapp zuversichtlich. EY befragte 700 Unternehmen.

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