Karl Sevelda: „ Der Staat soll’s richten. So denken Politiker immer“

Karl Sevelda: „ Der Staat soll’s richten. So denken Politiker immer“

Der CEO der Raiffeisen Bank International, Karl Sevelda, über die falsche Politik der EZB, die Existenzbedrohung für europäische Banken, übertriebenen Konsumentenschutz und die Abschaffung des Weltspartages.

Es ist nichts Außergewöhnliches, dass sich Banker über zu viel Regulierung und zu hohe Belastungen ihrer Branche beschweren. Aber weil seit dem Jahreswechsel viele Banken wieder in schwere Turbulenzen geraten sind, keimt auch bei unabhängigen Experten immer häufiger der Verdacht auf, dass Geldhäuser nicht trotz, sondern auch wegen des engen Korsetts, in das sie gezwängt wurden, in Schwierigkeiten sind – zum Teil in existenzbedrohenden. Die Kurse von Bankanleihen fielen seit Ende 2015 zeitweise dramatisch. Der Börsenindex STXE 600 Banken stürzte im ersten Quartal 2016 um ein Drittel ab und weist trotz leichter Erholung in den letzten zwei Wochen noch immer ein sattes Minus auf. Früher für unsinkbar gehaltene Flaggschiffe wie die Deutsche Bank sind schwer angeschlagen.

Wegen schwerer Fehler und zu riskanter Geschäfte, die nach dem Lehman-Crash 2008 zur globalen Finanzkrise geführt haben, wurde die Branche zu Recht stärker an die Kandare genommen. Doch nun lässt die Nullzins-Strategie der EZB die Margen massiv sinken. Die Auflagen der Aufsichtsbehörden erhöhen die Kosten. Und die Politik setzt zusätzlich Belastungen drauf. Verkehrt sich das Ziel, die Institute stabiler zu machen, ins Gegenteil? Müssen bald wieder Banken gerettet werden – diesmal, weil sie im normalen Geschäft zu wenig Geld verdienen? Der trend sprach mit dem Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), Karl Sevelda.

Lesen Sie das Interview in trend Nr.12/2016
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