Sozial und nachhaltig: T-Mobile bietet Fairphone 2 an

Sozial und nachhaltig: T-Mobile bietet Fairphone 2 an
Sozial und nachhaltig: T-Mobile bietet Fairphone 2 an

Das Fairphone 2 ist ab 24. März bei T-Mobile Austria erhältlich.

Rohstoffe auf konfliktfreiem Abbau, transparente Lieferwege: Das "Fairphone" zeigt den Weg zu ethisch korrekten und nachhaltigen Smartphones. Ab jetzt bei T-Mobile.

Bis zu 40 verschiedene Metalle und Mineralien stecken in einem handelsüblichen Smartphone. Viele davon werden allerdings in Konfliktregionen in Afrika unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut. Und die Einnahmen aus den teuren und begehrten Rohstoffen kommen nicht der lokalen Bevölkerung zugute: Sie fließen stattdessen an Warlords, die damit Waffen und Bürgerkriege finanzieren.

Das niederländische Unternehmen Fairphone hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Zustände zu ändern. Ähnlich dem Fairtrade-Label, das das etwa fair gehandelten Kaffee, Kakao oder Rosen garantiert, will Fairphone ein Smartphone unter möglichst fairen Bedingungen herstellen. Da die Lieferketten sehr komplex und mehr als zweihundert Zulieferer an der Produktion beteiligt sind, ist es ein langwieriger Prozess: "Zwei Jahre hat es gedauert, bis wir Zinn und Tantal aus konfliktfreien Minen für die Herstellung beziehen konnten", sagt Monique Lempers, kaufmännische Leiterin bei Fairphone.Das Zinn wird unter anderem für die Lötpaste verwendet, Tantal kommt auf den Kondensatoren des Fairphone zum Einsatz. Bald soll auch das in den Vibrationsmotoren verarbeitete Element Wolfram aus konfliktfreien Minen in Ruanda bezogen werden.

100-prozentig faires Smartphone unerreichbar

Bei Lebensmitteln oder Kleidung ist der Gedanke der fairen Produktion bereits etabliert, in der Elektronikindustrie ist man davon noch weit entfernt. Fairphone hat deswegen auch die erste Pilotlieferkette für Fairtrade-zertifiziertes Gold in einem Elektronikunternehmen aufgebaut. Das unter anderem in den Platinen verarbeitete Gold stammt aus fairen Bedingungen aus einer Goldmine in Peru. Dennoch gibt bei Fairphone aber zu, dass man noch weit entfernt von "fair" sei, ein 100 Prozent fair hergestelltes Smartphone sei praktisch unerreichbar.

"Unsere Smartphones bieten die Möglichkeit, die Elektronikindustrie und die Art wie Produkte hergestellt werden zu verändern", sagt Monique Lempers, kaufmännische Leiterin bei Fairphone.

T-Mobile Austria als Exklusivpartner in Österreich

100.000 Fairphones hat das 2010 in den Niederlanden gegründete Social Business bereits verkauft, 2016 sollen es weitere 50.000 Stück werden. Um das zu erreichen, arbeitet Fairphone mit großen Mobilfunkunternehmen zusammen: In der Schweiz etwa konnte man Swisscom als Partner gewinnen, in den Niederlanden KPN. Längere Gespräche gibt es auch mit T-Mobile Deutschland: "Wir hoffen, bald in Deutschland starten zu können", gibt sich Lempers optimistisch.

Hierzulande soll T-Mobile Austria die Verkäufe ankurbeln: Ab 24. März bietet der Mobilfunker das Fairphone 2 in seinen Shops an. "Das Fairphone gibt unseren Kunden die Möglichkeit, sich jetzt auch beim Smartphone für einen nachhaltigen Lebensstil zu entscheiden“, sagt T-Mobile-CEO Andreas Bierwirth. Vorher gab es das Fairphone nur direkt beim gleichnamigen Unternehmen zu beziehen. Die Alpenrepublik gehört laut Fairphone weltweit zu den fünf Ländern mit den meisten verkauften fairen Smartphones.

Je nach Tarif kostet das Fairphone 2 bei T-Mobile zwischen 240 und 432 Euro - bei einer 24-monatigen Vertragslaufzeit. Bisher war das Fairphone 2 um rund 530 Euro über den Webshop von Fairphone erhältlich. Ein Großteil davon - rund 340 Euro - verschlingen die Produktionskosten. 118 Euro werden für Steuern und Margen aufgewendet. Fairphone investiert 33 Euro vom Verkaufspreis, 9 Euro bleibt dem sozialen Unternehmen unterm Strich übrig. Die komplette Kostenaufschlüsselung gibt es online abrufbar.

Längere Lebenszeit

Neben der fairen Produktion und Transparenz setzt man auch auf Nachhaltigkeit. So ist das Fairphone 2 modular aufgebaut, es kann in wenigen Sekunden zerlegt werden - das erleichtert die Reparatur von defekten Teilen. Diese bietet T-Mobile in allen Shops an, ein Ersatz-Display kostet rund 90 Euro, ein Ersatz-Akku rund 25 Euro. "Easy to upgrade", seit das Fairphone obendrein, falls neue Hardware-Komponenten auf den Markt kommen.

Das Fairphone 2 lässt sich in kurzer Zeit zerlegen.

Fairphone unterstützt jedoch nicht nur die Arbeiter im Kongo, die Zinn und Tantal abbauen, sondern engagiert sich auch für sozialere Produktionsbedingungen in China. Dort arbeitet Fairphone mit dem Unternehmen Hi-P zusammen und startete einen Sozialfonds für die Arbeiter. "Pro verkauftem Fairphone gehen 2,50 Euro in den Sozialfonds", so Lempers. 1,50 Euro bezahlt Fairphone, einen Euro steuert Hi-P bei. Damit werden unter anderem Weiterbildungsprojekte gefördert.

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