Soros Foundation als Big Spender für Forum Alpbach

Die Open Society Foundations von George Soros sind Sponsor und zweitwichtigster Partner des Gedankenaustauschs in den Tiroler Bergen. Für zwei Jahre gibt es eine Million Dollar.

Soros Foundation als Big Spender für Forum Alpbach

Die Finanzlegende George Soros (Mitte) hat bereits 32 Milliarden Euro für gemeinnütziuge Zwecke gespendet. Sohn Alexander Soros (li.) und Daniela Schwarzer, Europa-Chefin der OSF, treten in Alpbach aktiv als Speaker auf.

Erst seit ein paar Tagen steht auf der Homepage des European Forum Alpbach unterhalb des Hauptsponsors Erste Group das Logo der Open Society Foundations als zweiter Main Partner. Relativ unscheinbar und ohne weitere Kommentierung.

Dabei ist es höchst bemerkenswert, dass es dem neuen Forum-Präsidenten Andreas Treichl, früher Boss der Erste Group, gelungen ist, den US-amerikanischen Philanthropen George Soros, 91, den Gründer der Open Society Foundations (OSF), als namhaften Sponsor des jährlichen Gedankenaustauschs in den Tiroler Bergen zu gewinnen. Allzu auskunftsfreudig sind auch die OSF zu dem Deal nicht, bestätigen aber, dass sie " begeistert sind, eine Million Dollar zu investieren, um das Europäische Forum Alpbach zum ersten Mal zu unterstützen", wie eine Sprecherin sagt. Die Vereinbarung ist auf zwei Jahre abgeschlossen und umfasst die jährliche Konferenz sowie einige andere Aktivitäten.

Enge Kontakte

Treichl hat seine engen Kontakte zu George Soros genutzt. Er war früher im Board der Europa-Organisation der OSF tätig. Danach beendeten die beiden wegen einiger Meinungsverschiedenheiten die Zusammenarbeit, sind aber mittlerweile wieder versöhnt. Treichl ist aktuell Mitglied des Board of Trustees der Central European University (CEU), die der gebürtige Ungar Soros von Budapest nach Wien übersiedelt hat, weil ihn die rechtsnationale Regierung Ungarns als Staatsfeind ansieht. Außerdem vertritt Treichl das Land Österreich im von Soros gegründeten European Council on Foreign Relations, wo übrigens auch Bundeskanzler Sebastian Kurz Mitglied ist.

Die Details des Sponsorings hat Alpbach-Präsident Treichl mit Alexander Soros, dem 35-jährigen Sohn der Finanzlegende, besprochen. Der Historiker ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der OSF und als Kuratoriumsmitglied der CEU auch häufiger in Wien.

Die Verbindungen zwischen dem Forum Alpbach und den Soros-Aktivitäten wurden auch abseits der finanziellen Zuwendung eng geknüpft. Die neue Rektorin der Central European University, Shalini Randeria, ist auch Mitglied im Vorstand des Forums Alpbach. Etliche Lehrkräfte der CEU sind bei der Seminarwoche in Alpbach engagiert, bei der 150 junge Leute aus der ganzen Welt ihre Ideen für eine bessere Welt vertiefen können. Daniela Schwarzer, die Europa- und Eurasien- Chefin der OSF, ist heuer beim Forum ebenso als Speaker zu hören wie Alexander Soros, der am 25. August darüber sprechen wird, wie man Milliarden lockermacht, um Lösungen für die größten Herausforderungen in der Welt zu finanzieren.

Sein Vater hat als Hedgefonds-Manager und Aktieninvestor in New York Unmengen an Geld verdient. Weltberühmt wurde er unter anderem 1992 durch seine Spekulation gegen das Pfund, die ihm Milliarden einbrachte - und den Vorwurf, für den damaligen Absturz der britischen Währung verantwortlich zu sein.

Zweitgrößte Stiftung

George Soros wird aber - außer in Ländern wie Ungarn, die es mit offenen Gesellschaften nicht so haben - auch als einer der größten Philanthropen gewürdigt. 1979 begann er mit seinem gesellschaftlichen Engagement. 1993 gründete er die Open Society Foundations, nach jener von Bill Gates die zweitgrößte Stiftung der Welt. Allein 2020 spendete sie 1,2 Milliarden Dollar, seit ihrem Beginn fast 17 Milliarden. Zeit seines Lebens hat Soros bislang rund 32 Milliarden Dollar seines Vermögens gespendet, unter anderem für den Aufbau demokratischer Strukturen nach der Wende in Osteuropa. Nun gehört auch das Forum Alpbach zu seinen "Kunden".

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