So korrupt sind Österreichs Manager

Österreich ist die Bilanztrickser-Nation schlechthin. In kaum einem anderes Land werden die Zahlen mehr gebogen, glauben Manager. In keinem anderen Land stehen Manager den überbordenden Regularien so kritisch gegenüber wie in Österreich.

So korrupt sind Österreichs Manager

Kleine, aber auch große Geschenke erhalten bekanntlich die Freunschaft - das ist auch im Geschäftsleben so.

Eines gleich zum Trost vorweg: Österreich steht mit seinen korrupten Managern im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht da und hat sich in den vergangenen zwei Jahren sogar gebessert. So viel zum erfreulichen Teil, der Studie der Unternehmensprüfer von Ernst & Young (EY) „Die Bemühungen unlauteres Verhalten und Compliance-Verstöße zu verhindern, haben sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt“, lobt deshalb auch Betrugsbekämpfungsprofi bei EY in Österreich.

Nur Türken und Kroatien tricksen – laut Managern - bei ihren Bilanzen mehr

Doch in den heimischen Manager-Etagen wird weiterhin geschummelt, betrogen und geschmiert was das Zeug hält. Der Manager-Hit sind in Österreich „frisierte“ Zahlen. Zu keinem Trick greifen die Austro-Manager lieber. Das in Österreich bei der Zahlentrickserei der wilde Teil des Westens ist, glauben auch die befragten Manager. Nur die Türken (71%), Kroaten (66%) und Slowenen (63%) schönen ihre Zahlen ihrer Ansicht nach noch häufiger als sie selber. In Wirklichkeit würde aber viel weniger Zahlen getunt als die Manager glauben, beruhigt EY. Letztlich würden sich nur sieben Prozent dazu hinreißen lassen. Woher diese Zahl stammt, wird allerdings nicht näher ausgeführt. Das widerspricht zudem auch dem Gespür der Manager, die bei besonders guten Zahlen der Konkurrenz vermuten: „Dem kann es doch eigentlich gar nicht so gut gehen, wie sie sich darstellen.“

Unethisches Handel? Wir doch nicht!

Für die Karriere mal einen Kollegen ausgebremst, die Regulierungsbehörde getäuscht, den anderen Kollegen aus der Führungsetage falsche Infos zugeschoben? So etwas Widerliches würden österreichische Manager – fast nie – tun, beteuern sie, in der EY-Umfrage. So geben immerhin 80 Prozent an, dass sie in keinem Fall zu unethischem Verhalten bereit wären. Im internationalen Durchschnitt würden mit 30 Prozent allerdings deutlich mehr Manager unethisch handeln. Besonders gering sind die Hemmungen bei Mitarbeitern in der Slowakei, wo 49 Prozent zu unlauteren Methoden greifen würden, gefolgt von der Ukraine (46%) und Litauen (43%). Besonders integer sind Manager in Dänemark (9%).
Entweder sind Manager in anderen Ländern ehrlicher bei der Beantwortung der EY-Frage oder die österreichischen Manager sind einfach die besseren Menschen.

Schöne Events adé – nur Bares ist noch Wahres

Die strengeren Compliance-Vorschriften, die in den vergangenen Jahren eingeführt wurden, haben Ihre Wirkung zumindest in einer Hinsicht nicht verfehlt. Nur noch acht Prozent wagen es derzeit noch Einladungen zu Events und sonstigen Unterhaltungen einzuladen. 2015 waren noch 14 Prozent bereit ihre Kunden auf schicke Veranstaltungen einzuladen. Jetzt wird dafür wieder lieber versucht den Geschäftspartner mit Geld und Geschenken zu bestechen.

Druck auf die Mitarbeiter steigt

Besticht jemand Kunden und ein anderer innerhalb der Firma erfährt davon, geraten die mitunter unter Druck das Fehlverhalten für sich zu behalten. Aus Angst um ihre Sicherheit (49 Prozent) und aus Loyalität gegenüber den Kollegen (41 Prozent) und aus Sorge um die eigene Karriere (35 Prozent) melden sie es nicht.

In keinem anderen Land der Welt sind Manager so verärgert über hohe staatliche Vorgaben wie in Österreich

In keinem anderen Land stehen Manager der überbordenden Regularien so kritisch gegenüber wie in Österreichs.
Immer mehr Manager stöhnen unter dem starken Anstieg der Regularieren. 69 Prozent der Manager in Österreich stellen einen Zuwachs der Regularien in ihrer Branche in den vergangenen zwei Jahren fest. International sind es nur 47 Prozent. In kaum einem anderen Land stehen Manager Eingriffen durch Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden so kritisch gegenüber wie in Österreich.

Hohe Ansprüche der Behörden behindern Wachstum

Für 51 Prozent stellen sie eine Hürde für das Wachstum oder den Erfolg ihres Unternehmens dar – 2015 gaben das sogar 62 Prozent an. Nur zwölf Prozent (2015: 7 Prozent) meinen, dass Compliance-Regelwerke einen positiven Einfluss auf ethische Standards in ihrem Unternehmen haben. Berater Frohner: „Es gibt kaum ein Land, in dem die befragten Manager Regelwerken so ablehnend gegenüberstehen. Das ist ein klarer Hinweis auf überkomplexe und nicht praktikable Regelwerke, die das Unternehmen im Würgegriff halten und seine Handlungsfähigkeit einschränken. Ein gutes, praktikables Regelwerk sollte eher eine Landkarte als ein Roman sein.“

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