Smartphone-Hersteller Vivo vor dem Start in Österreich

Der erst zehn Jahre alte Mobilfunkausrüster Vivo will die UEFA-Fußball-Euro im Juni zum Marktdebüt in Österreich nutzen. Ex-Samsung Austria Chef Martin Wallner stellt sein Team auf. Taktik und Strategie sind fixiert. 5G ist im Fokus.

Smartphone-Hersteller Vivo vor dem Start in Österreich

Eine buchstäblich runde Sache soll es nun doch noch werden, wenn Chinas Smartphone-Hesteller und Mobilfunkausrüster Vivo in Österreich den Ankick zum Marktstart wagt. Zeitgleich mit UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2020 (Anm. aus bekannten Gründen wird das Turnier erst heuer stattfinden) stellt sich Vivo in Österreich zum Ankick auf. "Ende Juni sind wir soweit, dann werden wir in Österreich starten", sagt Vivo-Österreich-Chef Martin Wallner im Gespräch mit dem trend. Sein Team wird dann in der Stärke eines Fußballteams mit insgesamt 11 Mitarbeitern aufgestellt sein.

Von Samsung zu Vivo: Der Start-up-Charakter kommt dem neuen Vivo-Austria-Chef Martin Wallner bekannt vor.

Das vorrangige Ziel für Vivo-Austria-Chef Wallner ist die Marke "Schritt für Schritt" in Österreich bekannt zu machen: Unterstützung erhält Wallner dabei von Marken- und Social-Mediaexperten aus dem europäischen Headquarter in Düsseldorf: "Gemeinsam mit dem Europa-Headquarter werden wir die Brand auch in Österreich populär machen."

Verspäteter Start

Vivo wollte eigentlich schon Anfang 2020 in Österreich loslegen. Die Corona-Krise hatte aber die Pläne durchkreuzt.

Der vor zehn Jahren gegründete Smartphone-Hersteller ist ein Spin-off des chinesischen Elektronikkonzern BBK. Zum gleichen Zeitpunkt wurde von BBK mit Oppo ein zweites Unternehmen ausgegliedert, das ebenso Smartphones herstellt. Beide Spin-offs agieren seither unabhängig voneinander.

Seit der Gründung ist das einstige Start-up auf Expansionskurs rund um den Globus. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen in über 40 Ländern rund 11.000 Mitarbeiter. In Europa ist die Company in zwölf Ländern mit eigenen Tochtergesellschaften aktiv. Im Vorjahr hat Vivo über 140 Millionen Smartphones hergestellt. Vivo hat somit weltweit rund acht Prozent Marktanteil und ist auf Rang 5 - hinter Samsung, Apple, Huawei und Xiaomi.

Steilvorlage für Partner und Fachhandel

Vivo wird in Österreich zunächst ausschließlich Smartphones anbieten. "Wie bieten ein Einsteigermodell, ein Mittelklasse- sowie das erst kürzlich vorgestellte Premium-Smartphone an. Reiskocher, E-Roller oder TV-Geräte sind für uns kein Thema." Das Premium-Modell wird um die 800 Euro kosten, unter anderem mit dem Betriebssystem Android von Google sowie mit Zeiss-Linsen ausgestattet sein. Mit der Mobilfunkgeneration 5G will Vivo den Durchbruch sowohl in Österreich als auch in Europa schaffen.

Eigene Shops oder gar einen Flagship-Store an einer exponierten Location in der Bundeshauptstadt sind derzeit nicht geplant. Vivo setzt in Österreich auf Kooperationen mit den Mobilfunkbetreibern sowie mit dem heimischen Fachhandel. "Für uns ist es wichtig, dass wir rasch flächendeckend am Point of Sale wahrgenommen werden", betont Wallner. In den Shops der Partner will Vivo seine Produkte mit eigenen Verkaufsflächen promoten. "Wir werden nicht zu übersehen sein", verspricht Wallner. Bis zum Jahr 2022, spätestens Anfang 2023 will der Vivo-Chef flächendeckend in Österreich zunächst Smartphones anbieten.

Angesichts der neuen Player, vor allem der chinesischen Mobilfunkausrüster, rechnet Vivo-Chef Wallner mit einer Verschärfung des zuletzt in Österreich doch träge gewordenen Wettbewerbs. "Profitieren werden die Kunden, für sie ist jeder neue Hersteller sehr gut."

Das Start-up-Feeling Version 2.0

Wallner vergleicht die aktuelle Situation von Vivo mit seinem Engagement bei Samsung im Jahr 2007: "Damals war Samsung in Österreich auch noch nicht so bekannt. Heute bei Vivo hat das quasi wieder damals wieder Start-up-Charakter - wir sind also alle sehr Hands-on, jeder packt überall mit an." Weniger als zehn Jahre später war Wallner mit Samsung in Österreich die Nummer 1 der Mobiltelefonhersteller und das Unternehmen hatte neben Mobiltelefonen nach und nach das Elektronik-Portfolio komplettiert, etwa mit TV, Unterhaltungselektronik und Weißware.

Im Jahr 2018 hat Wallner nach über 11 Jahren in Führungsfunktion Abschied von Samsung genommen. Und eine Bildungsauszeit genommen, die ihn unter anderem an die Stanford University in die USA geführt hatte.

Steilvorlage über den Fußball

Den Trommelwirbel zum Marktdebüt will Vivo über seine Sponsoring-Aktivitäten verstärken. Als UEFA-Sponsor wird Vivo zur Fußball-Euro im Sommer die Präsenz verstärken. Und auch im kommenden Jahr setzt der chinesische Konzern auf die Streuwirkung des Fußballs. Im Jahr 2022 ist Vivo Sponsor der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft, die im November/Dezember in Katar ausgespielt wird.

Ein lokales Sponsoring eines Fußballklubs, etwa als Brustsponsor auf den Dressen seines Lieblingsklubs Austria Wien, sei "kein Thema", sagt Austria-Wien-Mitglied Wallner. Was aber noch nicht ist, kann ja noch werden. In der Türkei ist Vivo einer der Hauptsponsoren der Fußballnationalmannschaft.

Zu Umsatz und Gewinn oder zur geplanten Absatzmenge von Smartphones will Wallner keine Prognose abgeben. "Das wäre nicht seriös zu beantworten, alles was ich dazu sagen würde, wäre wohl falsch", sagt Wallner. Und nochmals: Die Markenbildung steht im Vordergrund - heuer und im Jahr 2022. Und zwar, wie Wallner betont: "Schritt für Schritt." Und läuft alles glatt, wird er auch die Expansion in die Schweiz anstoßen.



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Zur Person. Georg Schwondra, 51, ist Partner bei Deloitte und für den Ausbau und die Leitung des Bereiches Cyber Risk/Cyber Security bei Deloitte Risk Advisory verantwortlich. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl im Bereich von Security Strategy, der Beratung und Implementierung von Cybersecurity-Lösungen, dem Outsourcing von Security-Funktionen auf Auftraggeberseite und Dienstleisterseite als auch in der Begleitung und dem Management von Transformationsprojekten bei Unternehmen aller Größen, insbesondere auch im Bereich von Familien- und Privatunternehmen.

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