Slowakische Autoindustrie: Chance für Österreichs Zulieferbetriebe

Die Autoindustrie und die Autozulieferindustrie sind das Rückgrat der slowakischen Wirtschaft. Beide Sektoren gemeinsam machen 43 Prozent der gesamten industriellen Produktion des Landes aus, rund 200.000 Mitarbeiter sind in den zu der Branche gehörenden Betrieben beschäftigt. Österreichische Zulieferer können davon profitieren.

VW Tuareg Produktion im Werk Bratislava.

VW Tuareg Produktion im Werk Bratislava.

43 Prozent der gesamten industriellen Produktion der Slowakei stammen aus der Automobil- und der Automobilzulieferindustrie. Rund 200.000 Menschen sind in einem der Branche zugehörigen Betrieb beschäftigt. In zweieinhalb Jahrzehnten wurde die Slowakei damit zu einem namhaften Player in der europäischen Automobilproduktion

Begonnen hat das slowakische Automobilwunder mit der Ansiedlung von Volkswagen Bratislava im Jahr 1991, einem Joint-Venture der Volkswagen AG (80%) und der Slowakischen Republik (20%), das in der Folge in die Volkswagen Slovakia mit Sitz in Martin integriert wurde. Den Deutschen folgten mit PSA Peugeot-Citroen in Trnava und Kia bei Zilina zwei weitere internationale Hersteller mit eigenen, im Jahr 2006 eröffneten Produktionsstätten in das Land.

Mittlerweile hält die Slowakei hält einen Weltrekord in der Automobilproduktion: In keinem Land werden mehr Fahrzeuge pro Kopf produziert. Über eine Million produzierter PKW entsprechen 190 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner.

Automobilindustrie weiter im Aufschwung

Der österreichische Wirtschaftsdelegierte Christian Kügerl schätzt die Entwicklung der slowakischen Autoindustrie auch in Zukunft als sehr positiv ein, zumal sich mit Jaguar Land Rover nun ein vierter Hersteller in der Slowakei ansiedelt. Rund 1,4 Milliarden Euro investieren die britischen Traditionsmarken in ihre erste Produktionsstätte auf dem europäischen Festland. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2018 vom Band rollen, in einem ersten Schritt werden 2.800 neue Arbeitsplätze Werk geschaffen. „Mittelfristig werden durch Neuansiedlungen von Lieferanten in der Mittelslowakei 10.000 neue Jobs geschaffen“, schätzt der Wirtschaftsdelegierte und fügt hinzu: „Sie können sich vorstellen, wie sich die Zulieferer jetzt bei Jaguar anstellen.“

Die Investition von Jaguar Land Rover soll nicht die letzte in dem Land blieben. Die slowakische Regierung bemüht sich derzeit, ein Investment des japanischen Automobilkonzerns Mitsubishi an Land zu ziehen. Der Konzern will in Europa ein neues Motorenwerk errichten, und die Slowakei rittert aktuell mit Ungarn und Rumänien um das 200-Million-Euro-Investment, eine definitive Entscheidung soll Ende 2017 fallen.

Chance für Österreich

Der Investitionsboom ist für Kügerl ein Resultat von erfolgreichem Clustering. „Volkswagen, KIA und Peugeot haben in der Slowakei gute Erfahrungen gemacht. Das hat sich weltweit herumgesprochen“, sagt er und sieht die starke Entwicklung der slowakischen Autoindustrie als Segen für österreichische Zulieferfirmen: „Aufgrund der Nähe sind Lieferungen von Autoteilen aus Österreich in die Slowakei eines unserer besten Exportgeschäfte. Jaguar Land Rover sucht derzeit erfahrene Zulieferer für ihr neues Werk in Nitra, hier sind österreichische Zulieferer in der Poleposition.“

Zudem haben bereits viele namhafte österreichische Exportunternehmen in der Slowakei Tochterfirmen. Nach Schätzungen des Wirtschaftsdelegierten gibt es rund 2.000 österreichische Niederlassungen in der Slowakei, davon sind etwa 500 Hersteller. Viele dieser Firmen sind in der Autozulieferindustrie tätig und erweitern derzeit ihre Produktion.

Gleichzeitig mit dem Boom werden in der slowakischen Autoindustrie die Fachkräfte immer knapper und Insider gehen davon aus, dass die Lohnkosten rasch steigen werden. Österreichische Investoren in der Slowakei schätzen für 2017 die Steigerung der Personalkosten auf etwa sieben Prozent. Die slowakische Regierung weiß, dass die Sicherung von Fachkräften oberste Priorität hat, wenn die Autoindustrie weiter wachsen soll.

Für den Wirtschaftsdelegierten Kügerl ist die Zukunft klar vorgezeichnet: „Die slowakischen Autowerke sind am neuesten Stand und hoch produktiv. Industrie 4.0 ist in der Autobranche bereits Realität. Wer wachsen will, kann das aber nur über Automatisierung und Digitalisierung.“

Unternehmer René Benko und sen Partner Tos Chirathivath, der in dritter Generation die Geschäfte der thailändischen Central Group leitet.

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