Skigebiet Ötscher wird eingestellt

Die Corona-Pandemie hat dem Skigebiet Lackenhof am Ötscher den Todesstoß versetzt. Die Lifte werden nicht mehr in Betrieb gehen und im Frühjahr 2022 abgebaut.

Skigebiet Ötscher wird eingestellt

Auf der Website des Skigebiets Lackenhof am Ötscher wird noch mit "Saisonstart am 4. Dezember" geworben und das COVID-19-Sicherheitskonzept genau erklärt. Der neuerliche Lockdown hat den Plänen jedoch einen fatalen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Skigebiet wird nicht wie erhofft öffnen können. Es wird gar nicht mehr öffnen.

Die Betreiber - die Schröcksnadel-Gruppe, die das Skigebiet im Jahr 2000 erworben hat und das Land Niederösterreich, das seit dem Jahr 2014 über die ecoplus Alpin GmbH mit 40 Prozent an der Gesellschaft beteiligt ist - sehen keine wirtschaftlich vertretbare Möglichkeit mehr für eine nachhaltige Weiterführung des Skigebiets und haben daher beschlossen, den Betrieb nicht mehr aufzunehmen und sobald es die Witterung erlaubt im Frühjahr 2022 mit dem Abbau der Liftanlagen zu beginnen.

Bereits der Lockdown der Saison 2020/21 hatte das Skigebiet an den Rand des Ruins gebracht. Nun ist das endgültig der Fall. Im Osten Österreichs geht damit ein beliebtes Skigebiet verloren, das auch für die Bundeshauptstadt Wien ein attraktives Sport- und Erholungsgebiet war. Seit dem Jahr 2000 wurden laut Angaben der Betreiber mehr als 15 Millionen Euro in das Gebiet investiert.

Steigende Kosten, schwindende Besucherzahlen

Die Corona-Pandemie ist freilich nur der finale Todesstoß für ein davor schon kränkelndes Unternehmen. Das Skigebiet hatte bereits zuvor aufgrund seiner Lage mit Schneemangel und mit dem mangelhaften Nächtigungsangebot in Lackenhof zu kämpfen "Selbst wenn die Schlagkraft der Beschneiungsanlage massiv erhöht und die Lift-Infrastruktur verbessert wird, kann es sich nicht rechnen." Das liege auch daran, dass das Betten-Angebot im Ort nicht ausreiche, um die nötige Steigerung bei den Eintritten erzielen zu können. Die Situation in Lackenhof wurde von Markus Redl, Geschäftsführer der ecoplus Alpin GmbH. als "sehr schwierig" bezeichnet: "Wir werden in den kommenden Tagen dazu intensive Gespräche in der Region führen."

Für die zwölf fest angestellten Mitarbeiter sollen Tätigkeiten in einem anderen Skigebiet oder in der ecoplus Alpin GmbH gefunden werden. Inhaber einer Hochkar-Ötscher-Kombi-Saisonkarte für 2021/22 können bis zum Saisonstart vom Kauf zurücktreten.

Bemühungen zur Fortführung

Der niederösterreichische Landesrat Jochen Danninger stellte als Folge der Schließung drei Millionen Euro für die Tourismusentwicklung und die Betriebe in Lackenhof in Aussicht gestellt. Zwei Millionen werden als Regionalförderung für die Tourismusentwicklung in Lackenhof reserviert, eine seiter Million im Wirtschafts- und Tourismusfonds. Damit sollen Betriebe im Ort individuell unterstützt werden - "einerseits durch sinnvolle Einzellösungen, um Härtefälle abzufedern, und anderseits durch die Förderung von Investitionen in Gästezimmer". Gespräche mit den Unternehmen wurden für die kommenden Tage angekündigt.Eine generelle Übernahme des Liftes durch das Land schloss Danninger allerdings aus.

In der Marktgemeinde Gaming (Lackenhof) wurde eine Online-Petition für den den Fortbestand des Skigebietes gestartet, für die die binnen eines Tages über 7.500 Befürworter gab. Man solle "alles zu unternehmen um den Fortbestand der Ötscherlifte in Lackenhof zu ermöglichen und dieses für Niederösterreich wichtige Ski- und Feriengebiet zu erhalten und nachhaltig zu stärken". Unterstützung signalisierte die Landes-SPÖ.

Bürgermeisterin Renate Rakwetz will zumindest das Kinderskiland und das Langlaufzentrum retten. Das Tourenskigehen soll ebenfalls weiter möglich sein.

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