Sipri: Länder geben 2015 mehr Geld für Militär aus

Erstmals seit 2011 sind die weltweiten Militärausgaben 2015 leicht gestiegen. 2015 wurden 1,7 Billionen US-Dollar (1.49 Billionen Euro) für militärische Zwecke ausgegeben, wie ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) zeigt. Das ist ein Plus von ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Sipri: Länder geben 2015 mehr Geld für Militär aus

Leopard 2-Panzer der Deutschen Bundeswehr.

Den leichten Anstieg 2015 führt das Stockholmer Institut auf das kontinuierliche Wachstum in Asien und Ozeanien, in Zentral- und Osteuropa und "einigen" Nahost-Staaten zurück. Gleichzeitig scheint sich der stetige Rückgang militärischer Ausgaben in den westlichen Ländern - Nordamerika und Zentraleuropa - abzuschwächen. Seit 2009 wurden in dieser Weltregion sinkende Ausgaben verzeichnet, den SIPRI mit der globalen Wirtschaftskrise erklärt.

Insbesondere Länder, die an Russland und die Ukraine grenzen - Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und die Slowakei - hätten 2015 mehr Waffen (plus 13 Prozent) gekauft als noch im Vorjahr. In den westlichen europäischen Staaten gingen die Ausgaben hingegen um 1,3 Prozent zurück.

"Die Militärausgaben 2015 zeigen einen gegenläufigen Trend", erklärte SIPRI-Experte Sam Perlo-Freeman. Einerseits würden die Ausgaben die "eskalierenden Konflikte und Spannungen in vielen Teilen der Welt" widerspiegeln, andererseits gebe es einen "klaren Bruch mit dem durch Öl-Einnahmen beeinflussten Anstieg" bei Rüstungsausgaben in den vergangenen Jahrzehnten.

Ausgaben hängen mit Ölpreis zusammen

Wie das Forschungsinstitut in dem Jahresbericht veranschaulicht, hängen die Ausgaben für militärische Zwecke stark mit dem Ölpreis und der Öl-Industrie generell zusammen. Der starke Verfall des Ölpreises seit 2014 habe demnach zu einem Rückgang der Rüstungsausgaben in einigen Ländern geführt, der sich auch 2016 fortsetzen wird, so SIPRI.

Nach sechs Jahren mit in etwa gleichbleibenden Ausgaben listet SIPRI Österreich 2015 mit 2,29 Mrd. Euro an Militärausgaben - das ist in absoluten Zahlen der niedrigste Wert seit 2009 und beträgt 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das ist laut SIPRI-Statistik überhaupt der niedrigste Anteil am BIP seit 1988.

Trotz eines leichten Rückganges (minus 2,4 Prozent) investierten die USA bei weitem am meisten in Rüstung. Dahinter liegt China (plus 7,4 Prozent), Saudi-Arabien (plus 5,7 Prozent) und Russland (7,5 Prozent). Einen Anstieg gab es auch in Asien und Ozeanien - namentlich werden hier China, Indonesien, die Philippinen und Vietnam genannt. Die Experten führen dies auf verstärkte Spannungen zwischen den Ländern zurück.

In Lateinamerika und der Karibik wurden die Militärausgaben um 2,9 Prozent gesenkt, in Afrika fielen sie um 5,3 Prozent - das ist der erste Rückgang nach einem konstanten Wachstum während der vergangenen elf Jahre. Der größte Rückgang war in Venezuela (minus 64 Prozent) und Angola (minus 42 Prozent) zu verzeichnen. Für die Nahost-Region gibt es aufgrund von mangelndem Datenmaterial für viele Länder keine offiziellen SIPRI-Schätzungen.

Michael Ludwig

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