Signa Prime Selection: Millionen für René Benko und Aktionäre

Investor und Immobilientycoon René Benko (Aufnahme aus 2016)

Investor und Immobilientycoon René Benko (Aufnahme aus 2016)

Die Luxusimmobilienfirma Signa Prime Selection von René Benko schüttet heuer 120,4 Millionen Euro an ihre prominenten Aktionäre aus. Erstmals als Investor mit dabei: die deutsche RAG-Stiftung.

Die Geschäfte des Tiroler Immobilientycoons René Benko könnten kaum besser laufen. Nach der Übernahme von Karstadt und kika/Leiner dürfte nun jene der deutschen Warenhauskette Kaufhof auch bald in trockenen Tüchern sein.

Wie gut Benkos Business mit Luxusimmobilien läuft, zeigt ein Blick in die kürzlich hinterlegte Bilanz seiner Signa Prime Selection AG. Diese Gesellschaft umfasst bekanntlich neben dem Wiener Goldenen Quartier die alte Post-Zentrale am Georg-Coch-Platz, das Park Hyatt am Hof, den Meinl am Graben, das KaDeWe in Berlin und das Alsterhaus in Hamburg. Mehr als 186 Millionen Euro Bilanzgewinn erzielte das stattliche Portfolio im letzten Geschäftsjahr, um 60 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor.

Dieser Millionengewinn erfreut nicht nur den Gründer selbst, sondern die immer größer werdende Zahl seiner Aktionäre. Wie aus dem Sitzungsprotokoll der Hauptversammlung vom 12. Juli hervorgeht, schüttet die Signa Prime heuer erstmals sogar mehr als 100 Millionen Euro an seine Anteilseigner aus, genauer gesagt 120,4 Millionen Euro.


Das Geld soll am 30. September auf die Konten der betuchten Investoren fließen. Rund die Hälfte davon bekommen Benko und seine Familie. Den Rest erhalten Prominente wie Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner (3,6 Millionen Euro), Novomatic-Eigentümer Johann Graf (1,44 Millionen Euro) und der kürzlich operierte Niki Lauda (1,37 Millionen Euro).

Neuer Aktionär

Auch im vergangenen Jahr ist es dem erst 41-jährigen Benko wieder gelungen, neue Investoren von seinem Immobilienpaket und seinen Fähigkeiten als Manager zu überzeugen. Mit einer Beteiligung von drei Prozent ist die deutsche RAG-Stiftung nun mit an Bord. Sie ist für die Finanzierung der dauerhaften Folgekosten des Steinkohlebergbaus zuständig und finanziert sich bislang großteils aus Dividenden des Chemiekonzerns Evonik. Helmut Linssen, Finanzvorstand der RAG-Stiftung, ist außerdem vor Kurzem in den Aufsichtsrat der Signa Prime Selection eingezogen, wo er auf Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess und den früheren Raiffeisen-Banker Karl Sevelda trifft.

Auch über die Aufsichtsräte schüttet Benko sein Füllhorn aus: Statt der 120.000 Euro, die sich vier Mitglieder letztes Jahr teilen mussten, bekommt das inzwischen siebenköpfige Gremium eine Vergütung von insgesamt 300.000 Euro. Angesichts der zahlreichen Zukäufe und Aktivitäten von Signa scheint dieser höhere Betrag auch angemessen.


Der Artikel ist der trend-Ausgabe 32+33+34/2018 vom 10. August 2018 entnommen.

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